Der Ghoul (2016): Ein konservativer Überblick über ein liberales Albtraum-Szenario
Stellen Sie sich vor, Sie tauchen ein in die mysteriösen, neo-noir Schatten der georgischen Hauptstadt Tiflis im Jahr 2016, um dort einem düsteren Kriminaldrama beizuwohnen, das Sie regelrecht frösteln lässt. Der Film „Der Ghoul“ nimmt uns auf eine atemberaubende Reise mit, die sich um Chris, einen deprimierten Polizisten, und seinen Kampf mit übernatürlichen Mächten dreht. Wer hätte gedacht, dass der reale Albtraum eines privaten Ermittlers in einem solchen kulturellen Umfeld zu einem Thriller für das Kino aufsteigt? Dieser Streifen stolzierte auf die Leinwand zu einer Zeit, als viele lieber in Regenbogen-träumerischen und leicht konsumierbaren Geschichten verloren gingen.
„Der Ghoul“, unter der Regie von Gareth Tunley, wird nicht als der typische Hollywood-Blockbuster gefeiert, sondern als eigenständiges Kunstwerk, das die Nerven vieler Zuschauer auf die Zerreißprobe stellt. Die Machthaber in Tiflis sind wieder einmal in ein unerklärliches Verbrechen verstrickt, und Chris’ Kampf mit seinen inneren Dämonen wird auf eine Weise dargestellt, die den liberalen Skeptikern oft zu real ist.
Es ist kein Film für schwache Nerven oder für diejenigen, die sich lieber mit oberflächlichen, politisch korrekten Stoffen vergnügen. Der Ghoul stellt Fragen, die die liberale Agenda der glitzernden Waren vernachlässigt. Es geht um die tiefen, dunklen Geheimnisse in der Psyche des Menschen und weniger um die seichten Themen des Zeitgeistes. Will man Antworten auf existenzielle Fragen? Hier bekommt man sie, eingerahmt in eine faszinierende Kriminalgeschichte.
Das Besondere an „Der Ghoul“ ist seine Fähigkeit, das Publikum mit Elementen des Surrealismus zu konfrontieren. Sein Stil ist eine Hommage an klassische Noir-Filme und spielt mit Elementen aus psychologischen Thrillern. Man spürt eine gewisse Verzweiflung, die sich auf den Zuschauer überträgt und ihn zwingt, selbst über die düsteren Schatten der eigenen Seele nachzudenken.
Die brillante Kameraarbeit und das düstere Setting von Tiflis verstärken den albtraumhaften Effekt dieses haarsträubenden Films. Man muss zugestehen, dass es eine willkommene Abwechslung zu den modernen Filmen ist, die es beharrlich vermeiden, in die Tiefen der menschlichen Dunkelheit zu tauchen - eine Eigenschaft, die man allzu oft in zeitgenössischen Werken vermisst.
Der Film ist nicht nur eine Herausforderung für das Publikum, sondern präsentiert auch schauspielerische Leistungen, die wesentlich beeindruckender sind als die standardisierten Charaktere der glatten Hollywood-Produktionen. Die Darsteller leisten keinen weinerlichen Glamour, sondern liefern eine Performance ab, die lange nach dem Abspann nachhallt. Chris ist kein Held des Alltags, sondern einer, der zwischen Himmel und Hölle schwebt, sich niemals ganz für die eine oder andere Seite entscheiden kann.
„Der Ghoul“ zwingt die Zuschauer dazu, zwischen den Zeilen zu lesen, was eine wünschenswerte Abkehr von der wachsenden Tendenz der übertrieben vereinfachten Filmerzählungen darstellt. Es ist ein Film, der Mut zur Ambivalenz zeigt, und das mit einer Freude an ironischen Wendungen, die in der Landschaft des massenproduzierten Films selten geworden ist.
Vielleicht wird dieser Film nicht für jedermann sein, und zweifellos wird er die Meinungen spalten. Aber genau das sollte solides, provokantes Kino auch tun. Es sollte nicht nur unterhalten, sondern anregen und den diskursiven Rahmen erweitern. „Der Ghoul“ ist ein Paradebeispiel für jene Art von Film, die unsere Erwartungshorizonte erweitert.
Eine solche kritische Herangehensweise an persönliche und gesellschaftliche Themen sollte nicht außer Acht gelassen werden, nur weil der Tonfall nicht ins honigsüße weltanschauliche Schema passt. Man sieht schon, dass Qualität und die Fähigkeit, die Wahrheit hinter dem Vorhang der Illusion zu finden, heute wichtiger denn je sind.
Wirklich gute Filme zwingen uns dazu, darüber nachzudenken, wo wir selbst stehen, was wir fürchten und wo unser moralischer Kompass hinzeigt. „Der Ghoul“ ist einer dieser Filme: roh, packend und verstörend wie das wahre Leben. In einer Welt, in der Liberalismus in Kulturkostümchen verpackt wird, ist „Der Ghoul“ ein erfrischender Schlag ins Gesicht der Mittelmäßigkeit. Bringen wir mehr davon auf die Leinwände!