Stell dir vor, du betrittst einen Ort, wo nicht nur die süßesten Äpfel, sondern auch das abscheulichste Konzept des Auges im Glas nebeneinander existieren! Im Jahre 2023 wurde in Berlin das sogenannte "Haus der Äpfel und Augäpfel" eröffnet, ein markanter Spot für das Kuriositätenkabinett der Neuzeit. Die Besitzer, ein unkonventionelles Paar, das behauptet, Kunst und Biologie zu vereinen, werfen mit diesem Etablissement einen provokativen Blick auf die menschliche Wahrnehmung. Warum fragen Sie? Natürlich aus der Überzeugung, dass der moderne Mensch offen für Neues sein muss. Aber mal ehrlich, ein Apfel ist doch ein Apfel, und ein Augapfel sollte besser in seinem Gehäuse bleiben!
Im Innern findet man eine Sammlung von Apfelarten, die von urtümlichen bis hin zu neu genmodifizierten Sorten reichen. Ist das ein Problem? Vielleicht, denn hier wird widerstandslos präsentiert, was dagegen spricht. Die Liberalen, die meinen, gentechnisch veränderte Lebensmittel seien das Beste seit geschnittenem Brot, sind eingeladen, in diese unaussprechliche Welt aus Frischware und Glas zu tauchen. Schockierend ist, dass man hier auch Gläser mit Augäpfeln bestaunen kann. Nicht etwa aus einem medizinischen Wunderland, sondern widerwärtig konserviert, um einen Gegensatz und eine Verbindung zur bunten Fruchtabteilung herzustellen.
Was ist die Philosophie dahinter? Der Besitzer ist der Überzeugung, dass Äpfel die Welt retten können, aber gleichzeitig zieht er emotionale Assoziationen zu B-Movie-ähnlichem Horror, um wohl den gewissen Thrill zu bieten. Eine ungewöhnliche Strategie, um Besucher zu locken, die dann mit einem Hauch von Schock ihre grüne Moral hinterfragen sollen.
Die Frage bleibt allerdings: Sollen wir, als ein Land, das Tradition und Moderne liebt, in derartige Extreme steigen, nur um die gelangweilte Seele zu unterhalten? Während klassische Kunstwerke und traditionelle Kulinarik vielleicht überholt sind, gibt es auch authentische Werte, die die Welt nicht missen sollte. Warum braucht unsere Gesellschaft das? Vielleicht, weil sie außer sich selbst nichts mehr wirklich ernst nimmt.
Was kann man aus diesem Erlebnis mitnehmen? Zum einen, dass nicht jeder, der von Innovationen spricht, diese auch in die richtige Richtung bringt. Eine Ausstellung, die mehr zum Ziel hat, Aufsehen zu erregen als konstruktiv beizutragen, lässt uns als reflektierte Menschen nur den Kopf schütteln. Wer sich die Frage stellt, wie viel Drama, künstlich erzeugte Obszönität und Manipulation ein Event vertragen kann, findet hier die Antwort.
Die Idee eines Hauses der Äpfel und Augäpfel mag theoriegeladen sein, aber es gibt genügend gute Orte, die noch traditionellen Werten folgen und ebenfalls innovative Ansätze haben: lokal produzierte Lebensmittelmärkte, Kunstgalerien mit meisterhaften Stücken und Veranstaltungen, die ohne Blut und Wertschätzung der Hygiene auskommen.
Selbst wenn Sie jemand sind, der die Provokation in allen Dingen sucht, die Augenblicke des Lebens, in denen das echte Deutschland hervorsticht, sind doch reichlicher und authentischer an Ecken zu finden, an denen keine Trivialität oder zugespitzte Sensationen geboten werden. Betrachten wir das "Haus der Äpfel und Augäpfel" als das, was es ist: eine Unterhaltungsmöglichkeit für ruhelos Suchende, aber keineswegs der goldene Standard dessen, was Neues in der Welt bewirken kann.
Einen Blick auf die gedämpfte Lichtershow, den kühlen Apfel im behandschuhten Griff bereithalten, und durch das veränderte Linse sehen zu lassen, ist nicht der Weg, um all das, was uns Europa gelehrt hat, zu überbrücken. Echte Innovation passiert in den Köpfen derer, die Feldforschung betreiben und nicht derer, die Kunstblut tröpfeln lassen, um ein staunendes Publikum zu bedienen.