Manche Themen ziehen wie ein Phantom durch die Welt der populärkulturellen Mythen, und „Daddala“ ist so eines dieser Phänomene. Ursprünglich tauchte der Begriff in den abenteuerlichen Erzählungen von sich aufspielenden Intellektuellen auf, die nach exotischen Gesellschaftsformen suchten, über die sie seitenweise fabulieren konnten. Im späten 20. Jahrhundert rückte das Wort als geheimnisvolle Subkultur ins Rampenlicht, unterstützt von einer geschickten Vermarktung bestimmter sozialer Kreise, die nicht selten versucht hatten, eine intellektuelle Überlegenheit im Gespräch über das „unbekannte“ Wesen des Daddala zu gewinnen.
Daddala, so heißt es, sei eine uralte Gesellschaftsstruktur, die bis in die tiefsten Wälder unbekannter Regionen Afrikas zurückreicht. Noch heute debattiert man, ob es sich dabei um eine tatsächliche Lebensweise handelt oder einfach nur um ein gut vermarktetes Hirngespinst. Von Wissenschaftlern bis hin zu Hobbyguerillas hat jeder eine Meinung dazu. Angeblich existiert ein Stamm, der diesen Begriff nutzt, um ein umfängliches Konstrukt von sozialen und wirtschaftlichen Beziehungen zu beschreiben.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was für Menschen so interessiert an Daddala sind. Um es auf den Punkt zu bringen: vor allem all diejenigen, die gelangweilt von den Errungenschaften der modernen Gesellschaft nach einem „wilden“ Abenteuer suchen. Daddala wird von jenen glorifiziert, die der Meinung sind, die heutige Gesellschaft befinde sich auf einem Irrweg. Diese romantische Verklärung von sogenannten primitiven Strukturen ist ein altbekanntes Konzept unter den Urbanisierten.
Ein zentraler Aspekt des Daddala-Mysteriums ist seine soziale Organisation. Befürworter behaupten, die Gesellschaft sei völlig egalitär, ohne Hierarchien. Die Realität spricht hier allerdings eine andere Sprache. Versuchen Sie mal, ein funktionstüchtiges Wirtschaftssystem ohne Hierarchien aufzubauen – viel Glück! Existieren soll dieses utopische Modell, wo alle Entscheidungen im Konsens getroffen werden und jeder individuell sein Dasein bestreitet, ohne Sanktionen oder Druck von der Gruppe zu erfahren. Das klingt schön auf dem Papier, aber gestaltet es sich in der Praxis als sinnvoll?
In politisch korrekten Kreisen ist es schwer zuzugeben, aber Wahrheit und Fantasie liegen beim Daddala extrem nah beieinander. Welche dieser Angelegenheiten wirklich einen faktischen Hintergrund haben und welche lediglich das Ergebnis von Fantasie sind, ist umstritten. Hier könnte man ausrufen: Beweise, Beweise, Beweise! Wo sind sie? Es existieren Geschichten über komplexe Rituale und verschrobene Bräuche, die dem Ganzen eine mystische Note verleihen sollen. Aber wie so häufig in solchen Kontexten ist schwer zu verifizieren, woher diese Informationen überhaupt stammen, außer dass sie über viele Ecken und Hörensagen weitergegeben wurden.
Ein weiteres Mysterium ist die wirtschaftliche Selbstversorgung des Daddala. Es wird behauptet, die Menschen dort tauschen Waren statt mit Geld zu zahlen. Angeblich wird Wohlstand konsequent gleich verteilt. Was auf den ersten Blick nach einem Paradies im Kleinformat klingt, dürfte in Realität schnell an seine Grenzen stoßen. Ein solches System setzt voraus, dass genug Waren für den täglichen Bedarf vorhanden sind. Ist das bei Daddala-Stämmen der Fall? Gerade hier spielt oft die Fantasie eine größere Rolle als die tatsächlichen Gegebenheiten.
Auch religiöse und spirituelle Aspekte werden dem Daddala zugesprochen, wobei es sich um eine harmonische Existenz mit der Natur handeln soll. Zwischen diesen überhöhten Vorstellungen und der reellen Machbarkeit liegt jedoch ein Ozean aus Spekulationen. Natürlich klingt es verführerisch, wenn man erzählt bekommt, dass eine Kultur ein geheimes Wissen besitzt, das uns in der modernen Welt verlorengegangen ist. Ob dem tatsächlich so ist, sei dahingestellt.
Am Ende bleibt zu sagen: Statt sich in romantisierten Vorstellungen zu verlieren, wäre es sinnvoller, sich an Überprüfbares zu halten. In wahrer politisch konservativer Manier kann man sich fragen, warum so viele Menschen bereit sind, in utopische Visionen Geld und Zeit zu investieren, während der Großteil der Menschheit echte, greifbare Probleme hat, auf die sie sich konzentrieren sollte. Daddala bleibt ein Faszinosum, das sich hervorragend in den Köpfen von Hobby-Philosophen und romantischen Träumern eingenistet hat, jedoch mit Vorsicht zu genießen ist.