Ach, Cwmffrwd, eine winzige Siedlung in der Gemeinde Carmarthenshire, Wales, die zu Unrecht übersehen wird – und das vielleicht aus gutem Grund. Irgendwann im Laufe der Geschichte, während die Großmächte der Welt um Macht und Einfluss kämpften, wurde dieses ruhige Dörfchen gegründet. Paradoxerweise zieht es in unserer hektischen, durchdigitalisierten Welt Menschen an, die anscheinend ihre Abneigung gegen Fortschritt zelebrieren und eine Alpaka-Farm dem modernen Großstadtleben vorziehen. Ja, genau, eine Alpaka-Farm. Wer hätte gedacht, dass ein Land voller Schafe auch exotische südamerikanische Tiere beherbergen könnte?
Cwmffrwd bleibt erfolgreich unter dem Radar, und das ist eher kein Geheimnis. Die typisch linkslastige Vorstellung, dass jede kleine Kommune ein Zentrum der Welt sein sollte, wird hier ohnehin lächerlich gemacht. Wenn man die Natur liebt, gerne dreimal täglich Tee trinkt und Menschen lieber aus dem Weg geht, dann ist dieser Ort vielleicht genau das Richtige. Aber seien wir ehrlich: Außerhalb der Gartenzaundiskussionen über die besten Pastetenrezepte wird hier nicht viel geboten.
Es bleibt ein Rätsel, warum Cwmffrwd nach wie vor ein Zuhause für Menschen ist, die die Vorteile der Technologie und des modernen Lebens ignorieren möchten. Aber da es sich in einer malerischen Lage befindet, ist es schwer zu argumentieren, dass man hier nicht ordentlich durchatmen kann. Vielleicht liegt es an der national-romantischen Vorstellung eines Landlebens, die viele Menschen nach wie vor verführt. Schließlich ist Wales bekannt für seine außergewöhnlichen Landschaften und freundlichen Einwohner, die keine großen Pläne zur Weltrettung schmieden möchten.
Betrachtet man die Einrichtungen Cwmffrwds, wird man auch nicht gerade von einer Fülle an Moderne erschlagen. Die lokale Schule lehrt die jungen Köpfe dieses winzigen Flecken Erde, dass das echte Leben viel mehr auf praktische Fähigkeiten als auf übertriebenen Ehrgeiz basiert. Vermutlich, weil niemand damit rechnet, dass das Dorf jemals in den Olymp des Fortschritts aufsteigt. Aber manchmal ist das Leben genau das – ziemlich nett und unkompliziert.
Man kann also nicht leugnen, dass Cwmffrwd auf eine spezielle Art lebenswert ist. Manche mögen sagen, dass die sogenannten modernen Annehmlichkeiten die Notwendigkeit des einfachen Lebens verdrängt haben. Doch hier in Cwmffrwd gibt es keine politische Debatte darüber, ob man vom Kohlebergbau auf Windenergie umsteigen sollte – manche Themen scheinen nicht einmal besprochen zu werden. Hier bleibt man seiner Tradition treu. Die Menschen leben isoliert und doch verbunden durch eine gemeinschaftliche Gemütlichkeit, die ohne ständige digitale Unterbrechungen auskommt.
Interessant, dass solch ein Ort in einer Zeit bestehen bleibt, in der die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Kräfte sich mit der Geschwindigkeit eines Dale Sturges' doppelt-gefilterten Cappuccinos wandeln. Es hat fast etwas Nostalgisches, fast als wäre Cwmffrwd ein Ort, an dem die Zeit stehengeblieben ist. Doch schönt es die Wurzeln, die uns zu den echten, greifbaren Dingen im Leben führen, die mehr Gewicht haben als jede hyper-informative App.
Vielleicht ist diese kleine Kommune doch passender als gedacht für jene, die eine alternative Lebensweise jenseits von flimmernden Bildschirmen und freien Glaubensätzen suchen, die von einer alles umarmenden Globalisierung verordnet werden. Nicht jeder versteht das Bedürfnis nach Einfachheit, aber hier, abseits des Trubels, gedeiht sie – zurecht. Warum sollte man auch das Rad neu erfinden wollen, wenn man einfach mal spazieren gehen kann und die frische Brise genießt?
Was bleibt also über Cwmffrwd zu sagen? Ein abgeschiedener Ort mit einem skurrilen Charme, der dem modernen Leben vielleicht eine wichtige Lektion erteilen könnte: Einfachheit ist nicht gleich Dummheit. Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die das größte Glück bereiten. Oder aber, Cwmffrwd erinnert uns daran, dass nicht jedes Dorf die Hauptstadt der Revolution sein muss. Sonst hätten wir schließlich überall ein totales Durcheinander.