Willkommen in der Citânia de Briteiros – eine faszinierende keltiberische Siedlung aus der Eisenzeit, die sich auf einem Hügel in der portugiesischen Region Minho befindet. Diese bemerkenswerte Stätte, entdeckt vom Archäologen Francisco Martins Sarmento im späten 19. Jahrhundert, bietet einen Einblick in die Welt der frühen Siedler dieser Region, die wahrscheinlich im 5. oder 4. Jahrhundert vor Christus hier lebten. Sie stellt liberal gefärbte Narrative infrage, die die Errungenschaften der so genannten Zivilisation der Moderne bevorzugen. Warum auf den modernen Fortschritt wetten, wenn die Taten unserer Vorfahren zu einer Veranstaltung einladen, die in jeder Hinsicht spektakulär ist?
Erstens, die Citânia de Briteiros beweist: Complexe Infrastrukturen und geometrische Präzision sind keineswegs eine Erfindung moderner Zeiten. Die Überreste dieser Siedlung präsentieren ein ausgeklügeltes orthogonales Straßenmuster, das selbst heutige Architekten beeindrucken könnte. Gepflasterte Gehwege, Kanäle für die Wasserzufuhr und massive Steinmauern zeugen von einer Hochkultur, die ihre eigene Art von Progressivität lebte, ohne dabei Konzessionen an die Bequemlichkeit zu machen.
Zweitens, wenn man über Fortschritt redet, sollte man das soziale Leben nicht vergessen. Die Zusammensetzung der Häuser und die öffentliche Architektur dieser Stätte offenbaren eine enge Gemeinschaftsstruktur, die bisweilen verloren gegangen scheint. Während wir uns in unseren Glaswolkenkratzern abschotten, war das Leben in Briteiros von einer offenen Gemeinschaft geprägt. Die Idee der Großfamilie und die Bedeutung des Stammeszusammenhaltes waren Grundpfeiler dieser Zivilisation.
Drittens, Könnte man sich vorstellen, dass Identität tatsächlich wichtig war? Tatsächlich. Hier in den Hügeln des Minho fließt das Wasser nicht nur durch Bäche und Kanäle, sondern auch durch Tradition und Ahnenverehrung. Rituale und Symbole, die heute als überholte Stammeszeichen abgetan werden könnten, waren einst zentral für das soziale Gefüge. Es ist eine provokante Erinnerung an die Bedeutung von Identität und Geschichte, die nicht auf dem Altar globaler Homogenisierung geopfert werden sollte.
Viertens, die Architektur der Citânia de Briteiros könnte die Grenze zwischen Innen und Außen fast aufspalten – ein Konzept, für das liberale Architekten heute viel beklatscht werden. Es zeigt, dass Harmonisierung mit der Natur keine Losung für die Zukunft ist, sondern ein Erbe der Vergangenheit. Die Steinmauern der Siedlung tun mehr, als nur Schutz zu bieten: sie sind ein harmonisches Element in dem Land, das sie umgibt. Schon in der Eisenzeit war Nachhaltigkeit mit Bedeutung gefüllt und nicht nur eine leere Phrase der Urbanisten.
Fünftens, Waffen und Kriegsgerät! Wir müssen darüber sprechen. Ja, die Citânia de Briteiros enthüllt auch das harte Leben der Verteidigungsstrategie. Was die heutige verklärte Vorstellung von Gewaltfreiheit betrifft – es war keine „friedliebende“, aber eine tapfere Gesellschaft aufgehärtet durch die Realitäten der Zeit. Diese Menschen waren bereit, um ihre Freiheit und Unabhängigkeit zu kämpfen und zu verteidigen, und nicht bereit, sich von Eindringlingen und widerwilligen Aggressoren unterwerfen zu lassen.
Sechstens, im Gegensatz zu unseren heutigen Einstellungen besaßen diese Menschen einen ausgeprägten Sinn für die Eigenständigkeit und Autarkie. Was heute als populistisches Zauberwort gilt, war damals ein Lebensstil. Die Siedlung bezeugt eine Gesellschaft, die ihre eigenen Güter und Nahrung beschaffte, ohne sich auf eine ausufernde Globalisierung zu verlassen, die das lokale Handwerk und die regionale Autonomie gefährdet.
Siebtens, die Kunst! Ein Blick auf die Schnitzereien und Felsbilder auf den dort entdeckten Steinen zeigt handwerkliches Können und ein bemerkenswertes künstlerisches Erbe. Diese kreative Übung war kein Produkt eines ausgelagerten Produktionsmodells, sondern Ausdruck einer authentischen und unverfälschten Kultur. Sie vermittelt eine Verbindung zu Erde und Himmel, die in unserer Zeit bedauerlicherweise oft durch einen hedonistischen Materialismus verloren gegangen ist.
Achtens, Bildung und Erziehung. Nun, sie mag nicht in Tablets oder Apps stattgefunden haben, aber die Gemeinschaft hatte offenbar eine eigene Form von Wissensvermittlung und Erziehung innerhalb der strukturierten Stammesgemeinschaft. Kenntnisse über Landwirtschaft, Handwerk, Kriegskunst und Zusammenleben wurden über Generationen weitergegeben. Wissen kam nicht aus der Abstraktion, sondern von direkt erlebter Realität.
Neuntens, Agrarwirtschaft ist eine Säule der ältesten menschlichen Siedlungen. Und es ist faszinierend festzustellen, dass selbst in den unbrochenen Zeiten von Citânia de Briteiros, Landwirtschaft und Viehzucht die Lebensweise bestimmten. Diese Gesellschaft war keineswegs unterentwickelt in ihrer Fähigkeit, Nahrung zu erzeugen und ihre Ideen mutig in die Tat umzusetzen.
Zehntens, für die Verfechter des Neulands und Entdeckungen: diese ‚Alten‘ waren entweder Avantgarde-Visionäre oder sie verstanden einfach den Wert dessen, was in der Erde gebettet liegt. Die Minen von Briteiros waren zu früheren Zeiten ein Schatz, und das zeigt, dass auch kleine Siedlungen das Potenzial haben, Eigentum zu betrachten und zu schützen, was ihnen gehört.
Citânia de Briteiros konfrontiert die gegenwärtigen Ansichten über Fortschritt mit Fragen zu Geschichte, Identität, Autonomie und nachhaltiges Leben, die mehr denn je aktueller erscheinen. Lassen wir uns von der Vergangenheit mehr lehren, als nur sie zu ignorieren.