Carla Camurati: Eine Filmrevolutionärin aus Brasilien, oder nur heiße Luft?

Carla Camurati: Eine Filmrevolutionärin aus Brasilien, oder nur heiße Luft?

Carla Camurati hat als brasilianische Filmemacherin und Schauspielerin für Aufsehen gesorgt. Ihre Rolle im Aufschwung des brasilianischen Kinos wird oft diskutiert.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Carla Camurati, ein Name, der vielleicht nicht jedem geläufig ist, aber in der Kinowelt Brasiliens für einiges Aufsehen gesorgt hat. Sie ist eine Filmemacherin und Schauspielerin, die in den 1980er Jahren im sonnigen Rio de Janeiro geboren wurde. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle im brasilianischen Kino-Coup „Carlota Joaquina, Prinzessin von Brasilien“, ein Film, der 1995 herauskam und als der Anstoß zum erneuten Aufblühen des brasilianischen Films gilt. Man könnte sie als die „neue Welle“ im brasilianischen Kino bezeichnen, die frischen Wind in eine lahmende Branche brachte. Warum also nicht darüber sprechen, wie sie die Welt der Unterhaltung auf den Kopf gestellt hat und ob der Hype gerechtfertigt ist?

Erstens, sie war kein Niemand. Carla begann ihre Karriere als Schauspielerin, was ihr nicht nur eine umfassende Kenntnis des Filmsets vermittelte, sondern ihr auch half, in der männerdominierten Regiewelt Fuß zu fassen. Während andere sich im Land des Lächelns zurücklehnen, hat sich Carla aktiv dafür eingesetzt, dass die Kunstform weiterlebt und nicht in den Belanglosigkeiten des Alltäglichen versinkt. Ob das nun immer ein Paradebeispiel guter Unterhaltung ist oder doch nur ein raffiniertes Spielchen, um auf Kosten traditioneller Strukturen und Werte kontrovers zu sein, sei dahingestellt.

Zweitens, der Erfolg von „Carlota Joaquina“ spricht Bände. Aber war es wirklich so revolutionär? Die Kritiker lobten es als kreativen und humorvollen Blick auf die brasilianische Geschichte in einer Zeit, in der das heimische Kino zu verschwinden drohte. Die Frage ist, ob es der Film an sich war oder das Timing, das ihn so erfolgreich machte. Manchmal reicht es, im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein, um als heißer Tipp gehandelt zu werden.

Drittens, man könnte meinen, ihre Erfolgsgeschichte sei bestens geölt. Doch viele ihrer späteren Werke erhielten nicht annähernd die gleiche Aufmerksamkeit. In der berühmten, liberaldominierten Film- und Kunstszene Brasiliens könnte das schon Grund genug sein, um mit dem Finger zu zeigen und die guten kritischen Meinungen einfach als Teil eines ideologischen Kreislaufs abzutun.

Viertens, man muss Carla zugutehalten, dass sie durch ihre Arbeit viele Talente gefördert hat, die sonst vielleicht nie eine Chance erhalten hätten. Jedoch stellt sich die Frage, ob diese Filme nennenswert sind, weil sie signifikant zur brasilianischen oder gar internationalen Filmgeschichte beigetragen haben, oder weil sie Teil eines ohnehin fluktuierenden Kanons sind.

Fünftens, nur weil Carla Camurati einen neuen Frischekick in die brasileinische Filmlandschaft gebracht hat, heißt das nicht, dass jede ihrer Kreationen ein Volltreffer war. Die Bandbreite ihrer Themen ist lobenswert, ja, aber die Qualität schwankt beträchtlich. Aber hey, Perfektion ist schließlich langweilig, oder?

Sechstens, in Sachen Frauenemanzipation im Film sollte nicht vergessen werden, dass Carla Teil einer Bewegung war, die ohnehin überall im Gange war. Sie war der Winzling auf einem ohnehin schon tosend großen Ozean. Es ist einfach, sie hochzuloben, als sei sie die Spitze des Eisbergs, während Umstände und nicht sie allein für den kulturellen Fortschritt verantwortlich sind.

Siebtens, Camurati führt uns vor Augen, dass es mehr braucht als nur einen klangvollen Namen, um die Filmwelt zu beherrschen. Später trat sie vermehrt als Produzentin und Förderin neuer Projekte in Erscheinung, was vielleicht für mehr Fingerspitzengefühl und Geschmacksverirrung spricht, als man es sich von einer visionären Regisseurin wünschen würde.

Achtens, man muss sich fragen, ob es die Faszination war, die die Leute mit Carla verband, oder schlicht das Bedürfnis nach einer Exotenfigur. Brasilianisches Kino klang plötzlich verlockend und neuartig. Die Neugier wurde geweckt, aber oft bleibt wenig von staunenswerten Wundern übrig, außer ein wenig verträumtem Wehmut.

Neuntens, es besteht immer die Versuchung, jedes neue Gesicht als das beste seit geschnittenem Brot zu preisen. Carla Camurati ist kein unbeschriebenes Blatt, aber sie ist auch nicht das leuchtende Monopol auf der Kinoleinwand, das man sie gerne hat wirken lassen. Das Meiste an ihrem Ruhm ist das Ergebnis des Drangs, regelmäßig neue Kanonenfutter für die populären Narrative aufzustellen.

Zehntens, es ist interessant zu beobachten, wie oft der Erfolg in der Filmindustrie mit Marktschreierischen verbunden ist. Camurati hatte zweifellos ihre Momente des Ruhms, doch wie so oft sind es die Umstände und der Zeitpunkt, und nicht notwendigerweise immer das schillernde Talent an sich, das die Weichen für Ruhm und Anerkennung stellt.