Buddy (1997): Wenn Hollywood die Wildnis zähmt

Buddy (1997): Wenn Hollywood die Wildnis zähmt

'Buddy' (1997) erzählt die Geschichte der wohlhabenden Trudy Lintz, die einen Gorilla adoptiert, und hebt sich inmitten politischer Korrektheit als herzliche Geschichte hervor.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Wenn schon ein Gorilla mehr Herz zeigt als so mancher moderne Mensch, dann sind wir mitten im Film 'Buddy' von 1997. Dieses Werk von Regisseurin Caroline Thompson, die den Streifen im Amerika der 90er Jahre gedreht hat, erzählt die Geschichte der wohlhabenden Trudy Lintz, verkörpert von Rene Russo, die sich mit ihrer Fauna-Familie ein kleines wildes Paradies erschafft. Es geht vordergründig um das große Herz dieser Frau, die einen Gorilla namens Buddy praktisch adoptiert und ihm ein Zuhause bietet. Eine Geschichte, die in einer übersättigten und von politischer Korrektheit geprägten Filmindustrie fast exotisch wirkt.

Doch was macht diesen Film aus konservativer Sicht besonders interessant? Da hätten wir zum einen den Mut zum Träumen. Trudy Lintz, einst ein Star der High Society, entscheidet sich gegen das graue Einerlei der Normen und für ein außergewöhnliches Leben mit ihren tierischen Begleitern. Das ist wahre Freiheit! Statt sich dem gesellschaftlichen Druck zu beugen oder einer bestimmten Ideologie zu folgen, wählt sie den Weg, der sie glücklich macht. Ihr eigenwilliger Kommunismus unter den Tieren beweist mehr Mut und Eigenständigkeit, als so mancher es in dieser Welt je zustande bringt.

Natürlich ist es auch die unaufdringliche Art des Films, die ihn sehenswert macht. In einer Ära, in der Filme sich oft übertrieben politischer Botschaften bedienen, bleibt 'Buddy' erfrischend neutral. Es geht um Familie, Freundschaft und die simple Freude am Leben. Alles Dinge, die heute oft untergehen zwischen den allgegenwärtigen endlosen Diskussionen über Identität und Politik.

Die Kulisse – das New York der 1920er Jahre – ist ein weiterer genussvoller Aspekt des Films. Die visuelle Umsetzung des frühen 20. Jahrhunderts fängt ein Gefühl von Nostalgie und Entschleunigung ein. Einmal nicht die lärmende Metropole, die ständig um Anerkennung und Massenkompatibilität kämpft, sondern eine stille Idylle voller Träume und echter Wunder.

Der Gorilla Buddy, das eigentliche Herzstück der Geschichte, steht für Reinheit und Ehrlichkeit. Er ist das Gegenbild zur hektischen, verlogenen Welt voller Schein und Sein. Diese Tier-Mensch-Beziehung offenbart eine spannende Perspektive, die jenseits gängiger Vorurteile und Urteile existiert. Buddys eindrucksvolle Präsenz lädt dazu ein, über das Miteinander in der modernen Gesellschaft nachzudenken und die Werte zu hinterfragen, die uns teilweise verloren gehen.

Die Performance von Academy Award Gewinnerin Rene Russo verdient ebenfalls Beachtung. Russo interpretiert die Rolle der Trudy Lintz mit einem Charme, der den Zuschauer mit auf eine emotionale Reise nimmt. Ihre Fähigkeit, sowohl die Stärke als auch die Vulnerabilität dieser bemerkenswerten Frau darzustellen, unterstützt die Message des Films, ohne belehrend zu wirken.

Gewiss, es gibt einige Kritiker, die dem Film eine gewisse Naivität vorwerfen. Doch was ist daran verwerflich, auf die positiven Aspekte des Lebens zu schauen? Wo sich andere Werke in der Düsternis suhlen, bietet 'Buddy' ein Gegenstück voller Licht, Naturverbundenheit und der simplen Schönheit menschlicher Beziehungen.

Eine tiefere Botschaft ist in dem wohlkalkulierten Drama ebenso zu finden: Die Natur sollte mehr respektiert werden. Trudy Lintz lebt diesen Respekt, eine Tatsache, die viele selbsternannte Naturfreunde oft vernachlässigen, wenn es um die Konfrontation mit der harschen Realität geht, die wir als modernes Leben bezeichnen. 'Buddy' erinnert daran, dass das Leben mehr ist als nur das reine Dasein in einer politisch aufgeladenen Welt.

Denn letztlich ist 'Buddy' ein Entwurf echter Familienwerte. In Zeiten, in denen die traditionelle Familie als überholt betrachtet wird, zeigt der Film auf, dass Zusammenhalt und gegenseitige Zuneigung nichts von ihrer Relevanz verloren haben. Eine Botschaft, die sich jeder zu Herzen nehmen darf, wenn er so will.

Wer sich also auf eine unterhaltsame Reise einlassen möchte, die abseits der überfrachteten Messages einer postmodernen Welt geht, findet in 'Buddy' einen herzerwärmenden Begleiter. Auf charmante Weise lädt der Film dazu ein, das Leben wieder mit anderen Augen zu sehen – ohne dass man dafür gleich in eine politisch korrekte Bredouille gerät.