Mitten im geschäftigen London liegt der Stadtteil Brixton, der als Synonym für Multikulturalität und künstlerische Energien steht. Aber keine Sorge, Ihre Ohren werden nicht von einem Bollywood-Soundtrack übertönt, denn Brixton hat noch viel mehr zu bieten als das, was Liberale oft für den Gipfel menschlicher Kultur halten. Seit seiner Entwicklung im 19. Jahrhundert ist Brixton, heute bekannt für seinen berühmten Street Market und das eindrucksvolle Kulturerbe, zu einem Brennpunkt der Auseinandersetzung zwischen Tradition und modernem Multikulti geworden.
Brixton wurde ursprünglich im viktorianischen Zeitalter entwickelt und nimmt seitdem die Rolle eines sozialen Kaleidoskops ein. Entscheidend dafür sind unter anderem die Einwanderungswellen der 1940er Jahre, die Brixton in einen Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen verwandelten. Hier liegt also ein interessanter Punkt für jene, die denken, dass Vielfalt automatisch Gutes nach sich zieht. Macht euch locker, Türken und Inder können einfach nicht den Fish & Chips ersetzen, so einfach ist das.
Heute wird Brixton oft als ein Zentrum des Nachtlebens und der kreativen Szene Hoch gelobt - ein Traumziel für Hipster und junger Erwachsener, die denken, sie könnten die Welt mit einem Instagram-Post verändern. Der berühmte Brixton Market ist dafür das beste Beispiel: Früher ein Ort, an dem man echtes britisches Essen bekam, jetzt ein Sammelsurium an 'globaler' Küche, überteuerten Avocado-Toast und Cold Brew Coffee - als wäre jede westliche Tradition vollends ausgestorben.
Aber lasst uns nicht zu weit abschweifen und uns stattdessen auf die Wahrheiten besinnen, die Brixton ausmachen. Zum Beispiel das architektonische Erbe, das von Wohnhäusern im Art-Déco-Stil bis hin zu modernen Hipster-Lofts reicht. Die Kombination aus Alt und Neu zieht viele Künstler und Musiker an – eine interessante Subkultur, die allerdings oft ignoriert wird, da sie nicht in das radikal progressive Narrativ passt.
Ein weiteres Highlight ist sicherlich das von den Bewohnern oft hochgelobte Ritzy Cinema. Ein Ort, an dem Independent-Filme gezeigt werden, die vorgeben, die Realität der 'Unterdrückten' zu reflektieren. Währenddessen wird der einfache Bürger mit überteuerten Kinokarten ausgebeutet und verlässt das Kino mit dem Gefühl, intellektueller zu sein als je zuvor.
Es gäbe noch so viel über die verpassten Chancen der Stadt zu berichten. Etwa die hohen Wohnpreise, die mittlerweile den Einheimischen den Atem rauben. Ja, viele würden die Schuld einfach auf die steigenden Mietkosten durch die 'Gentrifizierung' schieben, dabei übersehen sie geflissentlich, dass ihre Vision eines Multikulti-Paradieses genau dies verursacht.
Brixton beweist in seiner Dualität, dass eine simple Anhäufung unterschiedlicher Kulturen nicht notwendigerweise der Bauplan für eine ideale Gesellschaft ist. Es ist schon fast humorvoll zu sehen, wie hier um Kompromisse gerungen wird, die nie wirklich gelöst werden. Aber keine Sorge, der ewig diffamierte normale Bürger wird auch weiterhin durch die Straßen flanieren, den Kopf schütteln und sich fragen, wo die guten alten britischen Werte geblieben sind.
Dennoch bewahrt Brixton bis heute einen unverwechselbaren Charme, vielleicht gerade wegen seiner Widersprüche. Wenn man die Augen schließt und die Klänge der Straßen auf sich wirken lässt, von den Straßenmusikanten bis zu den lebhaften Gesprächen in den Cafés, bekommt man einen kleinen Vorgeschmack auf das, was britische Vielfalt einmal gewesen sein könnte.