Man stelle sich einen Mann vor, der sich mutig in den Strudel der Geschichte stürzt, während er das Establishment mit einer unmissverständlichen Klarheit herausfordert. Dieser Mann ist Boulos Nassif Borkhoche. Ein libanesischer Schauspieler und Filmregisseur, der in der Region bröckelnde, fade Vorstellungen durch seine provokanten und tiefgründigen Arbeiten durcheinanderbringt. Geboren am Rande der Geschichte, wurde er in Beirut geboren, einer Stadt, die durch Bürgerkrieg und Politintrigen geformt wurde. Trotz dieser chaotischen Kulisse blieb er ein Mann unerschütterlicher Prinzipien.
Borkhoche versteht es, die Brisanz seiner Herkunft in seine Werke zu integrieren und damit die kulturellen Grenzen der Arabischen Welt zu sprengen. Bekannt für sein scharfes Auge und seine narrative Stärke zeigt er mutig die tief verwurzelten Konflikte und Spannungen auf. Borkhoche setzt sich mit der sozialen, politischen und kulturellen Landschaft seiner Heimat auseinander, indem er Filme dreht, die nicht für schwache Nerven sind. Man könnte sagen, er würde perfekt in ein Team jener passen, die keine Angst haben, sich einen Sturm von Kontroversen heranzuzüchten.
Einige könnten sagen, er sieht sich gezwungen, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, doch das wäre weit von der Wahrheit entfernt. Borkhoche, immer ein Querdenker, geht gleichtzeitig mit Spirit und Funktion an seine Aufgaben. Es ist eine Tatsache, dass die Überbleibsel des Kolonialismus und die nachwirkenden ethnischen Spannungen seine Arbeit beflügeln, ohne ihr den Einfluss eines konservativen, traditionell geglaubten Schelmchen zu nehmen.
Man denke nur an "Mélodie Saoudite", einen seiner bekanntesten Filme, der den Schmerz und den Kampf um Identität in der postkolonialen Gesellschaft eindrucksvoll darstellt. In diesem Werk zielt Borkhoche darauf ab, die westlichen Lügen über den Nahen Osten zu entlarven. Seine künstlerische Vision ist mehr als Unterhaltung, sie ist ein Spiegel - er hält ihn uns vor, ohne Angst vor möglichen Kontroversen oder der Ablehnung durch die liberalen Eliten.
Borkhoche hat sich nicht nur selbst einen Namen gemacht, sondern auch eine Plattform für viele arabische Künstler geschaffen, die sich den strengen Maulkörben der westlichen Hegemonialpolitik widersetzen wollen. Im heutigen Umfeld, das von übertriebener politischer Korrektheit geprägt ist, findet Borkhoche erfrischende Ehrlichkeit in einem Ozean von Heuchelei und Opportunismus.
Seine kompromisslose Hingabe zur Wahrheit bedeutet, dass er nicht zögert, die verborgenen Realitäten der arabischen Welt ans Licht zu bringen - Realitäten, die von vielen ignoriert oder gezielt unterdrückt werden. Borkhoche hat sich damit einen Ruf erarbeitet, der hart und gleichzeitig notwendig ist.
Sein Werk überbrückt die Kluft zwischen der westlichen und östlichen Wahrnehmung, er drückt die nie endenden Kämpfe der Region mit Genauigkeit und Reinheit aus. Wenn wir einen kurzen Blick auf die Liste der westlichausgerichteten Filmpreise werfen, überrascht es nicht, dass seine Werke nicht immer die Anerkennung und Plattform erhalten, welche sie verdienen. Doch das entmutigt den feurigen Filmemacher nicht, vielmehr spornt es ihn an, sich noch stärker dem freien Ausdruck zu widmen.
Seine Rolle als kreativer Nonkonformist belegt, dass man sich nicht der allgemeinen globalen Linkslastigkeit hingibt, um an Ansehen zu gewinnen. Stattdessen umarmt er Werke, die stark in ihrer Aussage und enorm in ihrer Wirkung sind. Boulos Nassif Borkhoche bleibt letztens der Stimme seiner Gemeinschaft treu und versagt nicht daran, das traditionelle und eklektisch geschmückte Leben der arabischen Narrative in ein ergreifendes, visuelles Meisterwerk zu verwandeln.