Bop (Zeitschrift): Ein Blick auf die rebellische Welt der Popkultur der ehemaligen DDR

Bop (Zeitschrift): Ein Blick auf die rebellische Welt der Popkultur der ehemaligen DDR

In der DDR diente "Bop" als kurioses Sprachrohr westlicher Popkultur, verpackt in staatlicher Kontrolle.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

In Zeiten, in denen einige schon fast an Nostalgie für die ehemals rote DDR leiden, war das einzige Hochglanzmagazin der Jugend, das man zwischen Beton und Propaganda finden konnte, die Zeitschrift "Bop". Für die, die das aus dem Gedächtnis gestrichen haben, oder für jene, die nicht damit vertraut sind: "Bop" war ein Musikmagazin, das in den 1980er Jahren in der DDR von der FDJ (Freie Deutsche Jugend) publiziert wurde und, Überraschung, tatsächlich Popmusik zum Thema hatte.

Warum sich eine Diktatur, die sich im Schatten des Eisernen Vorhangs versteckte, entschied, ein Magazin über die westliche Popkultur herauszugeben, bleibt ein Rätsel. Vielleicht war es eine List, um die Jugend durch kontrolliertes Maß von Popkultur bei der Stange zu halten. Problem war halt, dass in dieser veralteten Diktatur alles von oben herab verordnet wurde und damit nicht nur der Mangel an Bananen, sondern auch ein Mangel an authentischer Freiheit körperlich spürbar war.

Stellt euch das vor: 1980er Jahre, ein Land voll bunter Trabanten und grauer Betonklötze und ein Magazin, das versuchte, die Beats von Madonna, Michael Jackson und den Bee Gees auf seine Seiten zu zaubern - so gut es in einem Land, in dem Jeans und Kaugummi Konfetti hervorriefen, nun mal ging. Ein Widerspruch? Für die loyalen Leser war "Bop" ein Hauch von Rebellion, eine versteckte Botschaft unter dem Interesse der ideologischen Heranwachsenden.

Natürlich, "Bop" war nicht einfach nur ein Magazin; es war ein gestütztes Ventil, durch das jugendliche Neugier, begrenzt von den Zwängen der Partei, entwich. Klar, wir sprechen hier ausschließlich über eine jugendliche Perspektive: Mit den Seiten kam ein Stück vom "verbotenen Obst" der westlichen Welt zu ihnen herein. Es war ein Kit zwischen Jonglieren der kulturellen Isolation und einer verordneten Normalität.

Der konservative Schrei hier ist nicht, dass es das Magazin überhaupt gab - obwohl das schon fast Ironie wäre - sondern wie es bemüht war, die Jugendkultur einzubinden und dabei die geplante Richtung der "sozialistischen Persönlichkeit" unbedingt erhalten wollte. Dem durchschnittlichen Leser von heute mag dies fast melancholisch charmant erscheinen, aber es veranschaulicht ein ernsthaftes Ringen bei der ideologischen Gestaltung der Zeitgenossen.

Vornehmlich verantwortlich waren Bop-Autoren und -Illustratoren, die unter den strengen Blicken des Ministeriums für Staatssicherheit arbeiteten. Wie aufregend muss das gewesen sein, während man Alben und Songs der Feinde des Staates rezensierte, immer noch daran zu denken, dass der Big Brother gewissermaßen direkt über die Schulter schaute. Die Macher traten nah an die Grenzen des Möglichen, um das ersehnte westliche Flair ins Heft einzufädeln, ohne dabei die dogmatischen Götter herauszufordern.

"Bop" war dennoch ein Symbol von vorsichtiger Anarchie - gewollt oder nicht. Die Leser waren äußerst kreativ, wenn es darum ging, den westlichen Einschlag aus den zensierten Artikeln und Bildern zu extrahieren, die so manchen Funktionär zum Kopfschütteln brachten.

Aber nicht alles war ein Komplott oder eine subtile Rebellion gegen den Staat. Es war auch einer der wenigen Fenster für die Jugend, hinter dem sie einen Hauch der globalen Kultur, Richtung und Dynamik der Musik finden konnten. Ironischerweise war dies der Punkt, an dem die vermeintliche Abschottung des Ostens einen Fehler eingestand: Die Welt drang durch stille Weisen in die Wohnzimmer der DDR-Bürger ein, während "Bop" als unfreiwilliger Botschafter der westlichen Popkultur eine unbedeutende, aber existentielle Rolle spielte.

Während die Mauer schließlich fiel und der Wind der Wende auch die Popkultur in Brand setzte, nach Öffnung der Grenzen blieben von "Bop" lediglich nostalgische Erinnerungen und ironisch kulturkritische Anekdoten übrig. Doch auch dies blieb ein Zeugnis dieser widersprüchlichen Zeit, die bis heute um Versöhnung ringt.

Viele der konservativen Prinzipien prallen auf Kontinuität, Geschichte und Integrität, indem die Geschichte von "Bop" als ein Lehrbuchversuch aufzeigt, wie man in einem kontrollierten Klima mit einer gewissen Brise von Freiheit operierte. Ob dies nun das gewünschte Erbe des Magazins ist oder nicht, es ist ein verblüffendes Denkmal widersprüchlicher Spannungen, das auch Heute Grund zur Diskussion bietet.