Warum 'Bitter-Sweet' von Bryan Ferry eine politisch unkorrekte Perle ist

Warum 'Bitter-Sweet' von Bryan Ferry eine politisch unkorrekte Perle ist

Dieses Album von Bryan Ferry, veröffentlicht 2018, ist eine Kombination aus Nostalgie und Kreativität – ein Albtraum für politisch Korrekte.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Wenn man denkt, dass Musik heutzutage zu politisch korrekt ist, sollte man einen Blick auf Bryan Ferrys Album Bitter-Sweet werfen. Dieses Album, veröffentlicht im Jahr 2018, ist eine wunderbare Kombination aus Vergangenheitsbewältigung und nostalgiereiche Kreativität. Ferry, der charismatische Frontmann von Roxy Music, ist bekannt dafür, seine eigene musikalische Vision rigoros zu verfolgen, und Bitter-Sweet ist kein Ausnahmefall. Es basiert auf seiner Arbeit aus der Serie Babylon Berlin, die 1920er-Jahre-Stimmung mit einer brillanten und doch bittersüßen Note einfängt. Man kann förmlich den Charme dieser Ära spüren – eine Zeit, in der Freiheit und Dekadenz eine unerhörte Melange bildeten.

Die Tracks des Albums sind mehr als nur Background-Musik für zeitgenössische Nostalgiker. Sie sind klangvoll, tiefgründig und unverschämt charmant. Nehmen wir beispielsweise „Alphaville“, ein Track, der seine Hörer in eine verführerische Altwelt entführt, begleitet von Jazz-Analogien, die man heutzutage selten hört. Diese musikalische Reise kann nur jemand mit der Kenntnis und Erfahrung von Bryan Ferry orchestrieren. Hier trifft künstlerische Freiheit auf handwerkliche Meisterleistung – ein Albtraum für diejenigen, die alles in sauber abgestimmte politische Korrektheit zwängen wollen.

Ein rezenter Hit, der die Seele des Albums wie kein anderer einfängt, ist „Bitter-Sweet“. Dieser Titel ist ein Paradebeispiel dafür, wie Musik klingen kann, die sich nicht darum kümmert, ob sie jemandem auf die Füße tritt. Diese Melodie zieht seine Hörer sofort in eine Welt, die weit entfernt von jeder liberalen Ideologie liegt. Es ist ein elektrisierender Hauch von Freiheit, of Verlust und die Möglichkeit, dass alles schiefgehen kann – wahrhaft hedonistisch. Ob Jazz, Klassik oder Pop – Bryan Ferry schafft es, jeden jener Klänge zu einem konsistenten, faszinierenden Hörerlebnis zu verschmelzen.

Ein weiterer bemerkenswerter Track ist „Zamba“, eine elegante Melodie, die Erinnerungen an eine globale Vergangenheit weckt, in der die Individualität noch gefeiert wurde. Statt den Hörer zu einem politisch korrekten Mainstream-Trallala zu zwingen, bietet Ferry eine Klanglandschaft, die vielfältiger nicht sein könnte. Diese Musik fordert dazu heraus, unkonventionell zu denken und die Maskerade des modernen Angleichungszwangs aufzubrechen.

Bitter-Sweet bringt einige der größten Hits aus Ferrys Karriere zurück. In „Dance Away“ bspw. wird die Flucht aus einer beklemmenden Welt hin zu völliger künstlerischer Freiheit vertont. Wieder einmal wird selbst den unauffälligsten Gegnern klar gemacht, dass Musik nicht immer nur der Konformität dienen muss.

Dann hätten wir da noch „Reason or Rhyme“. Diese Rätselhaftigkeit stellt eine attraktive Mischung aus Romantik und Sorglosigkeit dar, die das Herz jedes puren Musikliebhabers erobern dürfte. Die Melodie, die sich wehtut über die subtilen Grenzen hinweg, verlieht ihr ein Gefühl der Erhabenheit, das man nur in der Sphäre talentierter künstlerischer Ausdruckskraft wiederfindet.

Was man aus Bitter-Sweet wirklich mitnimmt, ist eine Art musikalische Aufrichtigkeit. Keine Anbiederung an irgendwelche erzwungenen Moden, sondern Authentizität pur. Die Art und Weise, wie Ferry die Stücke arrangiert, ist nicht weniger als eine respektvolle Hommage an die Tradition, jedoch ohne den modernen Geschmack zu vernachlässigen. Dies ist eine Meisterleistung, denn es gelingt nur wenigen Künstlern, die Balance zu diesem Punkt zu halten, ohne dabei zu absturz zu bringen.

Für alle, die nach Musik suchen, die sowohl altmodisch als auch künstlerisch anspruchsvoll ist, bietet Bitter-Sweet die perfekte Mischung. Schlussendlich ist es der Mangel an politischer Einmischung, der dieses Album so besonders und selten macht. Ein musikalisches Erlebnis, das in Erinnerung bleibt und nicht im Strudel der Zeit verloren geht – genau das ist es, was Bitter-Sweet zu einem Wahrzeichen in Bryan Ferrys Diskografie macht. Dieses Album ist eine Schatztruhe unkonventioneller und dennoch zugänglicher Musik, die den Test der Zeit bestehen wird.