Nichts schlägt Fran Lebowitz, als sie sagte, dass das Beste an New York die Partys sind – aber das könnte sich ändern mit einigen Melodien, die besser sind als ein Waschgang voller Weichspüler. Willkommen im Universum von 'Besser Als Sex', einem Album, das die wilde Seite unserer Zuhörer anspricht. Herausgekommen in 2023, ist dies das Werk eines unkonventionellen Produzenten-Duos, dessen erklärtes Ziel es ist, die Platitüden der modernen Musik über Bord zu werfen und die Zuhörerschaft wieder auf ein raueres Terrain zu führen.
Zunächst einmal, 'Besser Als Sex' ist ein Album, das mit seiner frechen Botschaft eine echte Breitseite gegen den aktuellen Mainstream-Strom der seichten Musikindustrie fährt. Kein Wunder, dass es seine Premiere in Berlin feierte, einer Stadt, die für ihren unbändigen und oft provokanten kulturellen Puls bekannt ist. Die Künstler hinter diesem provokativen Werk spielen mit ironischen Anspielungen auf gesellschaftliche Erwartungen und brechen bewusst mit den Zuckerguss-Melodien, die die Charts dominieren.
Nun könnte man argumentieren, dass dieses Album ein Schlag mitten ins Gesicht jener Zuhörer ist, die sich an die weichgezeichneten Vorstellungen der Pop-Kultur klammern. Doch gerade das macht es zu einem Werk von unglaublicher Authentizität. Es geht nicht darum, jeden zufrieden zu stellen, oder eine klinische Perfektion zu erreichen. Stattdessen steht 'Besser Als Sex' für eine rohe Energie und einen ungezügelten Ausdruck, befreit von den gesellschaftlichen Zwängen, die einem kreativen Geist begegnen.
Die ersten Takte des Eröffnungstracks bleiben unangenehm im Ohr hängen und jeder weitere Takt wirkt wie der frische Gegenwind auf einer nächtlichen Landstraße. Es beinhaltet sowohl elektronische Hanswurstigkeiten als auch groovige Basslinien, die einen fast dazu zwingen, sich ihre Überschall-Soundtrips hinzugeben. Durch ausgefeilte Texte zusammen mit unerwarteten musikalischen Wendungen wird ein Klangraum geschaffen, der keine Furcht hat, unangenehme Wahrheiten auszusprechen.
Viel zu lange haben wir uns mit gedanklicher Passivität abgefunden, während der Radiosender den immer gleichen Kaugummi-Popsong in Endlosschleife spielt. Hier ist frischer Sauerstoff für alle, die sich trauen, außerhalb dieser Blase zu hören. 'Besser Als Sex' ist für diejenigen gemacht, die das Risiko lieben, die sich die Mühe machen wollen, Musik zu verstehen, die mehr herausfordert als ein Werbespot für ein Waschmittel.
Faszinierend an diesem Album ist, dass es alle Elemente eines guten Thrillers hat: Spannung, unvorhersehbare Wendungen und einen nachhallenden Schluss, der einen nicht mehr loslässt. Es ist nicht schwer zu verstehen, warum die liberalen Kahnemänner unter uns bei solchen Textpassagen die Stirn runzeln – schließlich erkennt man hier den ungeschönten Kommentar zu einer durchpolitisierten und oft falschverstandenen Realität.
Während die Harmonie und Disharmonie sich langsam durch das Ganze schleichen, findet man hier keine Spur von Vorsicht: Keine Melodie, die so gestrickt ist, dass sie massentauglich ist. Es ist die Unabhängigkeitserklärung eines Albums, das gegen die Massenproduktion von Musikalität anrennt.
Utopische Klänge infiltrieren den Hörraum und bieten einen Rückzugsort vom Überfluss an vorhersehbarem Lärm, der sonst unsere kostbare Zeit raubt. Hier lauscht man mit Blick aufs Detail, auf die Nuance, die Farbe, die Klänge jenseits der Worte intonieren. Es ist Musik auf einer höheren Stufe des Seins, das Produkt eines Produktivismus, der nicht für die Konsumenten produziert, sondern für den Genuß der Kunst selbst.
Zusammengefasst ist 'Besser Als Sex' eine unverblümte Hymne an die Freiheit der Ausdrucks. Ein Muss für alle, die sich nach Aufrichtigkeit und verstecktem Witz in ihrer Playlist sehnen. Hier ist nichts angepasst, kein Aspekt, der förmlich zum Konsum verführt – nur die reine, mutige Natürlichkeit in einer ungebändigten musikalischen Wucht.