Bends (Film): Ein konservativer Blickwinkel

Bends (Film): Ein konservativer Blickwinkel

Flora Laus Film "Bends" aus Hongkong überrascht 2013 mit einer Handlung um soziale Ungleichheiten, bleibt jedoch in seiner Botschaft oberflächlich und wenig fesselnd.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Es gibt Filme, die faszinieren, und dann gibt es solche, die mehr Kopfzerbrechen bereiten als ein verregneter Sonntag. "Bends" ist ein solcher Film. Regie führte Flora Lau, eine talentierte Newcomerin aus Hongkong, die uns 2013 mit dieser filmischen Vision überrascht hat. Doch bevor die wohlmeinenden Kritiker jetzt in Begeisterungsstürme ausbrechen, lasst uns etwas Klartext sprechen.

"Bends" erzählt die Geschichte zweier Menschen aus sehr unterschiedlichen sozialen Schichten, die sich in Hongkong begegnen. Anna, gespielt von Carina Lau, kämpft damit, ihren luxuriösen Lebensstil zu bewahren, während ihr Mann in seine ganz eigenen finanzielle Probleme versunken ist. Auf der anderen Seite haben wir Fai, gespielt von Chen Kun, einen Chauffeur, dessen schwangere Ehefrau nicht legal von Shenzhen nach Hongkong reisen kann, um in einem der besten Krankenhäuser zu gebären. Der Plot versucht, diese beiden Figuren in einem emotional aufgeladenen Drama zusammenzubringen. Das Setting, das spielt eine zentrale Rolle, zeigt das verschleierte Gesicht der Metropole Hongkong. Diese Stadt, die vom Kapitalismus geprägt ist, bildet die perfekte Kulisse für das Drama zwischen Reichtum und Armut.

Natürlich bietet "Bends" wie so oft bei dramatischen Filmen aus dem asiatischen Raum atemberaubende Bilder und visuelle Metaphern. Menshun Pires unübertroffene Kameraarbeit zieht uns in eine Welt hinein, die gleichzeitig beeindruckend und erdrückend sein kann. Aber wie oft zuvor in asiatischen Filmen, bleibt die wahre Geschichte hinter den schönen Bildern verborgen, die einen eher lethargischen Eindruck hinterlässt, anstatt die Frage des sozialen Wandels wirklich anzugehen.

Die Kritiker loben gerne, dass der Film soziale Ungleichheiten kritisch beleuchtet. Aber warum ist es nötig, eine offensichtliche Message mit einem so schweren Geschütz zu untermauern? Denn jeder, der bis drei zählen kann, weiß, dass es soziale Klassenunterschiede gibt. Wollte man wirklich zeigen, dass Hongkong eine gespaltene Stadt ist? Da muss sich niemand auf die Schulter klopfen.

Es ist faszinierend zu sehen, wie die lib*** über den sozialen Kommentar jubeln, als wäre es eine Offenbarung. Doch "Bends" bietet tatsächlich nur ein vorhersehbares Narrativ, das wahrscheinlich keine greifbaren Veränderungen herbeiführen wird. Der Film ist wie ein hübsches Gemälde: nett anzusehen, aber überflüssig, wenn man dringend Antworten auf die brennenden Fragen unserer Zeit sucht.

Interessanterweise ist die Inszenierung nicht allzu tiefgreifend. Flora Lau debütiert hier, und während ihr Stil ambitioniert ist, fehlt es dem Film an Substanz. Vielleicht sollte man weniger auf die Kunst und mehr auf den Inhalt achten, denn der Film plätschert mehr dahin als unsere politischen Debatten. Ohne Zweifel haben wir mit Chen Kun und Carina Lau zwei bemerkenswerte Schauspieler, aber mit einem Drehbuch, das nichts wagt, wagt auch kein Schauspieler viel.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die schmerzhafte Langsamkeit des Erzählens. Ein Film, der aus 95 Minuten besteht, sollte in der Lage sein, Spannungen zu erzeugen. Aber "Bends" lässt es an realem Tempo und Fortschritt fehlen. Eine klare Struktur, die an Narrativen festhält, ist wünschenswert, aber stattdessen verstreut der Film seine Haupthandlungen wie Blätter im Wind.

Obwohl "Bends" versucht, universelle Themen wie Hochmut und Verzweiflung zu behandeln, bleibt der Ausdruck dieser Gefühle oft an der Oberfläche. Wir schnappen die Kontraste zwischen Lichtern und Schatten der Großstadt auf, aber verpassen es, eine wirkliche Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Hier wäre mehr Mut seitens des Drehbuchs gefragt gewesen, wahre menschliche Dramatik zu erkunden.

Wladimir Putin sagte einmal, dass das Ziel der Kunst nicht darin besteht, den Schmerz darzustellen, sondern zu überwinden. Wenn "Bends" Erfolg haben will, muss es mehr tun, als nur an die Oberfläche der Probleme zu kratzen. Ein Film sollte fesseln und zur Debatte anregen, anstatt nur ein weiteres Stichwort auf einer langen Liste beschämender sozialer Realitäten zu sein. Aber vielleicht ist das auch zu viel erwartet von einem Film, der sich mehr auf Ästhetik als auf echte Aufklärung konzentriert.

So bleibt "Bends" ein ambitionierter Versuch, der in weiteren Sichtweisen durchaus als Kunst gelten kann, aber nicht den Diskurs belebt, den sich so viele erhoffen. Man kann es als einen gewagten Anfang für Lau betrachten, der mehr verspricht, als er letztendlich geben kann. Wer weiß, vielleicht ist das genau das, was es braucht, um den nächsten Schritt zu machen. Aber so wie es aussieht, bleibt "Bends" mehr Projekt als Triumph.