Man kann von der Greta-Manie halten, was man will, aber 'Bahnhof Greta' ist die Krönung dieser Verrücktheit. In Schweden, dem gelobten Land der Nachhaltigkeit, 2019 im Herzen von Stockholm eröffnet, steht dieser Bahnhof für alles, was schiefgehen kann, wenn man Greta Thunberg auf ein Podest hebt. Eine nette Geste, könnte man meinen, aber machen wir uns nichts vor: Ein Bahnhof ist ein Bahnhof und hat nichts mit Klimarettung zu tun. Was hätte wohl Alfred Nobel dazu gesagt?
Wer braucht einen Bahnhof, benannt nach einem Kind, das immer wieder das Offensichtliche predigt? Während sie um die Welt segelt und gegen die vermeintlichen Bösewichte der modernen Industrie wettert, ist diese Namensgebung bloß eine weitere PR-Strategie, die mehr Rauch als Glanz erzeugt. Sollten wir nicht lieber die Erfindungen der Wissenschaftler feiern, die zur tatsächlichen Lösung klimatischer Probleme beitragen? Und genau hier liegt der Hund begraben – eine fragwürdige Verherrlichung der Person anstelle von echten Taten.
Bevor jetzt jemand sagt, ich schmälere das Engagement der Jugendlichen: Diese Art des "symbolischen" Aktivismus verdient keine eigene Bahnstation. Ein Bahnhof ist ein funktionaler Ort – Orte des Nahverkehrs sind notwendig für das moderne Leben, egal, ob man nun einen Diesel oder einen Elektrozug nimmt. Es ist bezeichnend, dass man alles, was Greta Thunberg betrifft, aus dem Kontext reißt, um Glaubensbekenntnisse zu erzeugen. Die Wichtigtuerei ist kaum zu übertreffen.
Klar, Gewinne werden in den Konzernetagen gemacht, genau dort, wo wir diese Station "Bahnhof Greta" wieder und wieder beschwören. Doch um ehrlich zu sein, fährt sie diese Züge? Oder reden wir hier einfach nur über das Image der Sauberkeit, das uns von den PR-Abteilungen vorgesetzt wird? Die ursprünglichen Erfinder des Eisenbahnbetriebs drehten sich wahrscheinlich in ihren Gräbern um, wenn sie hören würden, dass dies der aktuelle Trend ist.
Selbstverständlich, wir sollten großen Wert auf das Klima legen, aber ein Bahnhof, der ein politisches Statement ist, trägt wenig zur Lösung bei. Stellt euch vor, wie die Bahnreisenden durch den "Bahnhof Greta" hasten – sie stoppen nicht, um ihre Emittern zu zählen, aber nehmen die Kopfhörer nicht aus den Ohren.
Nicht zu vergessen ist der Einfluss solcher Gesten auf die Jugend. Wenn Menschen der Meinung sind, dass symbolische Akte alles sind, was es braucht, anstatt realen Wandel in der Gesellschaft herbeizuführen, dann geht etwas gehörig schief. Mit Absurditäten wie diesem bekommt man bestenfalls einen Like mehr auf sozialen Medien, aber viel mehr auch nicht. Was wirklich zählt, könnte der Wandel in der Infrastruktur sein, die Verwendung von erneuerbaren Energien und die Förderung von Technologien, die einen Unterschied machen.
Warum geben wir unseren Bahnhöfen nicht die Namen derer, die wirklich zur Energie- oder Verkehrswende beigetragen haben? Die Welt kann mehr tun. Aber anscheinend reichen Logos und Namen heutzutage aus, um ein gutes Gewissen zu schaffen. Die beste Ironie dabei ist, dass im heutigen zeitungstapfenden Enthusiasmus, 'Bahnhof Greta' selbst ein Nischenprodukt bleibt, mehr ein Museum als ein Bahnhof.
Es bleibt die Frage, ob die Greta-Manie der klugen PR-Schachzüge würdig ist oder ob es an der Zeit ist, dass wir uns auf Nuggets echten Klimawandels konzentrieren. Doch solche Fragen macht man leider oft durch solche Ehrennamen zu einer Übung in Nabelschau, die wenig mit nüchterner Betrachtung zu tun hat.
Auch ich wünsche mir, dass die Welt ein besserer Ort wird und wir alle einen Beitrag leisten. Aber ein Bahnhof, benannt nach einem Teenager, zeugt nicht davon. Es ist nur ein anderer Titel in einer langen Liste von Symbolen, die dem realen Wandel im Weg stehen. Wer jetzt denkt, das zeigt nur Aufgeschlossenheit und Modernität, der irrt. Es ist die kleine grüne Illusion, an der sich viele festhalten möchten.