Stellen Sie sich vor: Ein stiller Bahnhof in der englischen Provinz, benannt nach einem kleinen, scheinbar nichtssagenden Dorf. Das ist Bahnhof Everingham. Wer? Nun, noch nie gehört? Das ist nachvollziehbar, denn er ist eigentlich eine Kunstinstallation des berühmten Künstlers Alex Hartley, der den Bahnhof im Jahre 2013 als einen winzigen Staat erklärt hat. Wo? Im Norden Englands, nahe dem echten Bahnhof Everingham, der bei näherem Betrachten gar nicht so unbedeutend ist. Warum? Weil dieser Ort in der Tat das handelt, was konservative Werte von uns verlangen: ein verständnisvoller Blick auf unsere Wurzeln anstatt der ziellosen Erschaffung von Chaos, das viele moderne Künstler und – seien wir ehrlich - Liberale zu bevorzugen scheinen.
Bahnhof Everingham ist kein tatsächlicher Bahnhof, aber er strahlt die Ruhe und das traditionsreiche Ambiente eines solchen aus. Als Hartley dieses Kunstprojekt startete, tat er es, um auf die scheinbar erfinderischen Grenzen der staatlichen Bürokratie hinzuweisen. Natürlich werden die Kritiker sagen, dass solche Installationen den Status quo herausfordern, aber wirklich? Wir sehen doch vielmehr, wie sie uns bewusst machen, wie wichtig es ist, sich auf die Werte zu besinnen, die eine Gesellschaft stabil und erfolgreich machen.
Wer liebt sie nicht, die nostalgische Romantik vergangener Zeiten? Bahnhof Everingham zieht genau deshalb jene an, die den Wert von Erbe und Beständigkeit schätzen. Das, was wir wissen sollten, ist, dass Hartleys Werk nicht nur eine scheinbar paradoxe Anklage betrifft, sondern eben auch die Möglichkeit unserer Gesellschaft zeigt, neuen Ideen zu begegnen, ohne die Fundamente unserer Zivilisation zu opfern.
Wenn man durch die Installation von Bahnhof Everingham spaziert, kann man kaum den Charme leugnen, der durch seine bejahrten Ziegel strömt. Die Frage, ob Kunst etwas bewirken oder einfach nur darstellen soll, wird hier sofort überflüssig. Denn was diese Darstellung macht, ist mehr als nur optische Täuschung; es ist eine Hommage an das, was einst wichtig war und stets wichtig sein wird: die nationale Identität.
Vergleicht man dies nun mit dem indiskutablen Chaos mancher moderner Galerien, bei denen man sich manchmal fragt, ob das Kunstwerk oder der Feuerlöscher als Installation gedacht war, trifft man auf eine frische Brise konservativer Ästhetik. Denn manchmal scheint nämlich weniger sich als mehr zu erweisen. In einer Welt voller schriller Eindrücke und digitalen Lärm, ist das stille Statement von Everingham so deutlich wie der Schlag einer Bahnhofsuhr um Mitternacht.
Ein weiterer Aspekt dieser Installation, die von den Liberalisten zwar oft verkannt wird, aber den wahren Herzschlag der Kunst spiegelt, ist die Fähigkeit, Kontinuität in der Struktur zu bewahren. Die Bewunderung für das Alte, die Anerkennung des Bestehens, bevor etwas Neues geschaffen wird. Durch Bahnhof Everingham ruft die Kunst zur Erkenntnis jener Werte ins Gedächtnis, die von Zeit zu Zeit schwindend erscheinen mögen.
Dieser gelebte Anachronismus kann zudem auch als eine Absage an den fiebrigen Irrsinn gesehen werden, der sich beim Streben nach rastlosem Fortschritt zeigt. Zeitlose Werte erfordern dauerhaften Respekt und keinen blinden Wechsel in den Hauch eines geworfenen Würfels. Doch ist es nicht gerade diese Stille, die in vielen Kreisen als langweilig gilt? Nun, konservative Köpfe würden darüber lachen, denn in der Ruhe liegt die Kraft, und in der Kontinuität liegt die Erleichterung, dass nicht alles im Spektrum von Schwarz und Weiß gesehen werden muss.
Bahnhof Everingham ist weit mehr als eine verschmitzte künstlerische Installation. Er ist ein leuchtendes Beispiel, dass es im Widerspruch zur herkömmlichen Meinung keine Schande ist, die Vergangenheit zu ehren und die Gegenwart zu akzeptieren. Diese Installation ist ein indirekter, aber durchdringender Aufruf, dass Stetigkeit und Tradition mehr inspirieren als jeglicher Trend, der von den Verlorenen kultiviert wird.
Am Ende staunt man über die Ironie, wie sich moderne Kunst (ja, es ist moderne Kunst) selbst ad absurdum führt. Denn was wir hier haben, ist ein seltenes Juwel: eine betörende Erinnerung an die Dinge, die noch zählen, und das in einer Zeit, in der so viel Unsinn propagiert wird.