Warum Tänzer waagrecht denken: Die Magie der Auswärtsstellung im Ballett

Warum Tänzer waagrecht denken: Die Magie der Auswärtsstellung im Ballett

Die Auswärtsstellung im Ballett, auch 'en dehors' genannt, ist mehr als nur eine Körperhaltung. Dieses klassische Prinzip ist der Schlüssel zur perfekten Bewegung im Tanz und eine Lehrstunde in Disziplin und Tradition.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Es gibt wenige Dinge im Leben, die so viel Disziplin erfordern wie Ballett. Während die Welt von „Sei du selbst“ und „Fühle deine Gefühle“ schwafelt, konzentrieren sich Balletttänzer auf etwas viel Substantielleres: die Auswärtsstellung. Diese klassische Körperhaltung, die das Hip Hop-Geplänkel heutzutage in den Schatten stellt, ist der Schlüssel zu den perfekten Bewegungen, die beim Ballett gefordert sind. Egal ob Sie ein Ballett-Enthusiast sind oder nicht, die Bedeutung dieses grundlegenden Prinzips wird Ihre Ansicht über harte Arbeit und ästhetische Disziplin herausfordern.

Die Auswärtsstellung, oder „en dehors“, wie die frankophilen Tänzer es herrlich elegant nennen, ist die Drehung der Beine nach außen. Bevor es cool war, gegen den Strom zu schwimmen, haben die Balletttänzer dies schon seit dem 16. Jahrhundert gemacht. Genau dort, im königlichen Frankreich, fanden die Tänzer heraus, dass diese Haltung nicht nur gut aussieht, sondern auch funktional ist, um die Tür zu einer Welt voller Sprünge, Pirouetten und allerhand cooler Bewegungen im Tanz zu öffnen. Man kann nicht einfach mitmachen; es erfordert das Drehvermögen der Beine aus der Hüfte heraus - und das, meine Damen und Herren, ist nicht so einfach, wie es aussieht.

Warum sollte jemand solch eine komplizierte und scheinbar unnatürliche Bewegung anstreben? Der Reiz liegt in der Illusion, in der Kunst, die Schwerkraft zu überlisten, und in der Eleganz, die keine Spielerei toleriert. In der heutigen relativistischen Welt, in der jeder Künstler und niemand ein Handwerker ist, erinnert uns die Auswärtsstellung daran, dass Kunst manchmal Regeln braucht, um großartiger zu werden. Ohne diese Haltung gäbe es keinen „Schwanensee“, keinen „Nussknacker“ und schon gar keinen beeindruckenden „Giselle“-Sprung.

Das Training der Auswärtsstellung könnte einen modernen Tänzer wie einen Relikt aus einer untergegangenen Ära erscheinen lassen, der ein nostalgisches Festhalten an eine Disziplin repräsentiert, die seit Jahrhunderten besteht. Doch genau dieser scheinbare Anachronismus ist der Grund, warum Ballett überlebt; es gibt jedoch Anzeichen der Weise, wie Traditionen Innovation befeuern können. Die Beherrschung der Auswärtsstellung ist eine Ode an die menschliche Fähigkeit der Selbstverbesserung und des ständigen Strebens nach Perfektion.

Was bedeutet das alles für unsere geschätzte Gesellschaft heute? Nehmen wir an, die zunehmende Nachlässigkeit gegenüber Traditionen und Disziplinen könnte generationsweise nicht nur die Kunst, sondern auch den Umgang mit Herausforderungen gefährden. Es ist überraschend naiv, zu glauben, dass alles mit einem einfachen Klick oder einer App erreicht werden kann. Struktur, Tradition und Disziplin wie im Ballett sind Grundpfeiler für Erfolg, ob im Tanz oder im wahren Leben.

Man mag argumentieren, dass sich die Welt verändert hat. Doch selbst in einer dynamischen Welt, die von Innovation geprägt ist, muss man sich ernsthaft fragen, ob wir es uns leisten können, die Lektionen der Geschichte zu ignorieren. Mag die Auswärtsstellung im Ballett auf den ersten Blick eigenartig wirken, so zeigt sie uns doch, dass die schönsten Ergebnisse oft aus den strengsten Umgängen hervorgehen.

Sollten wir nicht alle etwas mehr Belehrung aus dem Ballett ziehen? Über Disziplin, Beständigkeit und den unbeirrbaren Willen, die Welt ästhetischer und strukturierter zu machen, anstatt immer nach dem neuen, unkomplizierten Weg zu suchen. Während jede Generation glaubt, diejenige zu sein, die die tiefschürfendsten Erkenntnisse erlangt hat, zeigt uns die Auswärtsstellung im Ballett, dass oft genug in den ältesten Traditionen die größten Wahrheiten liegen.

Daher sollten wir den Tänzern dankbar sein, die die Auswärtsstellung pflegen. Sie verkörpern die unermüdliche Suche nach Vollkommenheit und bieten uns ein Beispiel für Disziplin, das in einer Welt, die zunehmend von flüchtigen Trends geprägt ist, leuchtend herausragt. Tanzt ruhig weiter euren modernen Quatsch, schmeichelt euch mit dem Geist der Zeit. Doch denkt daran, dass die Ursprünge eines zeitlosen, gesunden Lebensstils im Ballettsaal liegen, mit Füßen, die nach außen gerichtet sind und Körpern, die wahre Anmut verkörpern. Sie werden weiterhin wie Leuchttürme der Exzellenz in einer Welt strahlen, die oft genug von Konformität geprägt ist.