Warum der 9. Bezirk Pickin Salon nichts für Weicheier ist

Warum der 9. Bezirk Pickin Salon nichts für Weicheier ist

Der 9. Bezirk Pickin Salon ist ein einzigartiger Ort in Wien, an dem Musikliebhaber traditionelle Klänge fernab des Mainstreams genießen können. Erkunden Sie die authentische Musikszene im Herzen von Wien.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Der 9. Bezirk Pickin Salon in Wien ist ein wenig bekannter Ort, der den Geschmack der echten Wienliebhaber anspricht. Hier treffen sich am ersten Samstag jedes Monats Musiker, die der Welt des Mainstreams entronnen sind, in einem gemütlichen, holzgetäfelten Raum, der sich am besten für Bluegrass und Folk eignet. Eigentümer Johann Gruber war es leid, immer nur dieselben alten Lieder aus dem Radio zu hören und richtete vor vier Jahren diesen ungewöhnlichen Treffpunkt ein. Plattenfirma-Bürokraten bleiben draußen. Dafür gibt es eine ungefilterte Mischung aus Banjo, Gitarre und Mandoline. Warum? Ganz einfach, Herr Gruber behauptet, die Menschen seien schon lange auf der Suche nach etwas Echtem. Natürlich zieht es hauptsächlich die Menschen an, die genug von der liberalen Kulturpolitik haben und zu ihren traditionellen Wurzeln zurückfinden wollen.

Hier kann man sich entspannt zurücklehnen und den Klang echter Instrumente genießen, anstatt sich mit Auto-Tune und synthetischem Beat herumschlagen zu müssen. Die Atmosphäre gleicht einem alten Südstaaten-Fest, allerdings verlegt in die kulturell reiche Kulisse von Wien-Alsergrund. Egal, ob Sie eine Vorliebe für traditionelle, handgemachte Musik haben oder einfach nur dem Lärm der modernen Welt entfliehen wollen - hier bekommen Sie Ihre wohlverdiente Dosis Echtheit.

Der Reiz liegt in seiner Bodenständigkeit. Es ist kein Salon für die Schicki-Micki, ohne Dresscode und den Zwang, sich in die neueste Mode zwängen zu müssen, um akzeptiert zu werden. Die einzige Regel: Bringen Sie gute Laune und vielleicht ein Instrument mit, um mitzuspielen.

Stellen Sie sich das einmal vor: Während die aktuellen Pop-Charts mit seichter Musik überladen sind, gehen die Besucher hier in die Tiefe. Die Musiker sind oft keine Profis, doch ihre Leidenschaft und das traditionelle Repertoire, das sie mitbringen, ist mehr wert als platinverkaufte Singles. Jeder Song erzählt eine Geschichte, eine, die man heute in der glitzernden Welt der Unterhaltung leider vermisst.

Die Besucher sind eine Mischung aus jungen Enthusiasten und älteren Generationen, die in der Folkmusik einer Zeit nachhängen, die sie noch respektvoll behandelt hat. Und während man zwischen diesen Gruppen hin- und herwandert, lauscht man dem unverfälschten Klang von Harrisongs und gibt sich der Nostalgie hin.

Leute, die den 9. Bezirk Pickin Salon betreten, tun dies aus einem starken Bedürfnis nach Authentizität, einem Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Welt, die sich selbst treu bleibt. Die Sitzreihen, oft gefüllt mit Erzählern und Musikbegeisterten, die sich über den neusten Trend des Retro-Stils austauschen, stehen als Zeichen dafür, dass es Hoffnung für die Echten gibt.

Adieu also zu den genormten Melodien, die das Radio überflutet haben, und willkommen im Angesicht der abgewandelten Harmonik, die bei jedem Hören eine kleine Überraschung birgt. Was die jungen aufstrebenden Künstler hier bieten, ist keine fein abgestimmte Choreographie, die von Marketern erfasst wurde, sondern etwas ganz anderes. Hier wird Musik wieder zur Kunst – und zwar zur ursprünglichen.

Der 9. Bezirk Pickin Salon ist mehr als nur ein Ort für Musik. Es ist eine Oase des Widerstands gegen die lauten, unpersönlichen Klänge der gegenwärtigen Musikindustrie. Es ist ein unheiliger Tempel der wahrhaftigen Musik. Leute kommen hierher, um zu erleben, was es bedeutet, wirklich gehört zu werden, von einem Publikum, das es zu schätzen weiß.

Denn, Hand aufs Herz, wer möchte sich nicht einmal zwischendurch in echten Diskussionen verlieren statt in politischen Schlagwörtern zu ertrinken? Dort, wo man noch dem Altbewährten einen Ehrenplatz einräumt! Der 9. Bezirk Pickin Salon gibt diesen Menschen genau das, was sie suchen: Eine Pause von der festgefahrenen Echokammer modernistischer Klangarten.

Also, warum sollte man dem City-Hype aufsitzen, wenn man echte Gefühle und traditionsreiche Töne im Hintergrund hat? Und wenn Sie nächste Woche in Wien sind, nehmen Sie sich die Zeit, das Abenteuer zu wagen und einen Abend im unprätentiösen Musikparadies zu verbringen.