66. Filmfare Awards: Die Show, Die Uns Nicht Gleichgültig Lassen Sollte

66. Filmfare Awards: Die Show, Die Uns Nicht Gleichgültig Lassen Sollte

Die 66. Filmfare Awards präsentieren den alljährlichen Glanz Bollywoods, aber entblößen sie nicht zugleich die offensichtliche Vernachlässigung der echter Talente? Eine kritische Betrachtung.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Die 66. Filmfare Awards, die am 27. März 2021 stattfanden, sind ein Paradebeispiel dafür, wie die Glitzerwelt Bollywood uns weiterhin blendet und gleichzeitig Fragen aufwirft, die viele kritische Geister zu Recht stören. Diese glamouröse Veranstaltung fand in Mumbai statt und ehrte Talente aus der indischen Filmindustrie für ihre bemerkenswerten Leistungen im Jahr 2020. Aber müssen wir wirklich jedes Jahr dasselbe öde spektakuläre Spektakel erleben, in dem dieselben Stars im Rampenlicht stehen, während andere Talente ignoriert werden?

Filmfare, oft als Goldstandard für Auszeichnungen in Bollywood betrachtet, ist mittlerweile zu einer einseitigen Show geworden, die uns glauben macht, dass nur die großen Stars es wert sind, gefeiert zu werden. Natürlich rennen die Schönen und Reichen hin, die roten Teppiche entlang, präsentieren ihre hochmodischen Outfits und posieren für die Kameras. Doch wer profitiert wirklich von diesem Schaulaufen? Wie immer bleibt die Elite an der Spitze, während die tatsächliche Vielfalt der Branche vernachlässigt wird.

Dieses Jahr wurde 'Gully Boy' als bester Film geehrt, und benötigt man wirklich mehr Beweise dafür, dass es längst nicht mehr nur um künstlerische Leistungen geht? Es scheint fast, als sei es wichtiger, mit dem Zeitgeist der Masse zu gehen, sozial bewusste Themen zu schüren und das Who-is-Who der Industrie zu unterhalten. Die Liberalen feiern diese Vielfalt, aber wo bleibt die Abwechslung, wenn immer wieder dieselben Ideale gehuldigt werden?

Ranveer Singh und Alia Bhatt gewannen den Preis für den besten Hauptdarsteller beziehungsweise die beste Hauptdarstellerin. Großartige Darsteller, keine Frage, aber dieselben Gesichter jedes Jahr? Könnte es womöglich daran liegen, dass ihre Popularität in den sozialen Medien wichtiger ist als ihre tatsächliche schauspielerische Leistung? Darüber sollte man mal nachdenken. Die Tatsache, dass Kritikerpreise und Publikumspreise so auseinanderklaffen, lässt tief blicken: Ist das eine Wahl des Publikums oder eine orchestrierte Show?

Die Filmfare Awards bekommen oft das Prädikat der Einklang von Kunst und Kommerz verliehen. Ist das wirklich der Fall, wenn Independent-Filme und weniger populäre Schauspieler so selten die Bühne betreten? Die Verleihung wird von einer Jury entschieden, deren Zusammensetzung entweder nicht bekannt ist oder kaum Außenstehende einbezieht. Diese Intimität mit Bollywood verleiht einer ohnehin schon geschlossenen Veranstaltung einen elitären Touch.

Mehr noch sind die starren Kategorien, in denen sich die Preisentscheidungen bewegen, fast wie in Stein gemeißelt. Beste Performance in einer Filmmusik – wirklich? Solche Kategorien sprechen Bände über die Lust, die Veranstaltung einfach nur noch länger zu ziehen, anstatt die künstlerischen Leistungen zu belohnen! Abgesehen von den herkömmlichen Preisen gibt es kaum Kategorien, die frische Talente ernsthaft fördern. Was bleibt, ist die Vernachlässigung der Kunst zugunsten von Popularität und Bekanntheit.

Es wird Zeit, dass bei den Filmfare Awards ein Umdenken stattfindet. Weg mit diesen lärmenden Shows mit Glitzer und Pomp und hin zu einer Anerkennung, die Vielfalt, Innovation und Kreativität zelebriert. Die Indische Filmindustrie verdient es besser! Es gibt so viele regionale Talente und Produktionen, die nie die Anerkennung bekommen, die sie verdienen. Und dennoch halten wir an den alten Mustern fest. Vielleicht ist es eben genau die Politik der Glamourfeier, die so schwer loszulassen ist.

Am Ende fragen wir uns, ob diese Awards noch die glaubwürdigen Maßstäbe der Filmindustrie darstellen oder einfach nur ein weiteres Kapitel einer Entertainment-Seifenblase schreiben. Die Zuschauer verdienen es, echte Talente aufblühen zu sehen, Talente, deren Kunst nicht nur von ihrem Bekanntheitsgrad getragen wird.

Nein, die Filmfare Awards sind eine schöne Show für das Auge und die Verkäufer der Hochglanzmagazine. Doch für den wahren Liebhaber des Films werden diese Preise immer mehr zu einer farbenprächtigen Ansammlung von Schein als von Sein. Wir sollten aufhören, vor den Kulissen zu tanzen und anfangen, hinter ihnen zu denken.