Wenn die echte Frage lautet, ob die Hip-Hop-Welt noch einen knallharten Gangster-Rapper wie 40 Glocc braucht, dann ist die Antwort mit einem klaren Schuss zu beantworten: auf jeden Fall! 40 Glocc, mit bürgerlichem Namen Lawrence White, schaffte es, als furchtloser Krieger im Hip-Hop-Dschungel von Kalifornien sein Image als harter Hund zu zelebrieren. Im sonnigen Kalifornien schritt er Ende der 90er Jahre hervor, als er mit der Crew „Zoo Crew“ den Asphalt von Colton unsicher machte. Mit seinen aggressiven Rhythmen und provokanten Texten stürmte er die Bühnen und machte sich schnell einen Namen in der männerdominierten Westküsten-Rap- Szene. Sein bürgerlicher Name täuscht: Glocc verkörpert rundum die harte Realität der Straße, ohne sich eine Sekunde lang zu zieren.
Doch worüber reden wir eigentlich, wenn wir über 40 Glocc sprechen? Ganz einfach: Ein Mann, der konsequent seine Meinung vertritt und damit auch bereitwillig ein paar Kontroversen anzettelt. Dank seiner unerschütterlichen Lebenseinstellung und der Loyalität zu seinen Street-Werten ist er für viele junge Menschen ein Idol geworden. Natürlich nicht ohne Grund, denn wer legt sich schon gerne mit ihm an? 40 Glocc zeigt eine Entschlossenheit, die in der heutigen Zeit selten geworden ist.
Und wie unterschiedlich die Meinungen über seine Person auch sein mögen, eines ist sicher: Er ist ein Experte darin, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Seine Fehde mit The Game gehört sicherlich zu den bekanntesten – und wohl auch unterhaltsamsten – Auseinandersetzungen der Rap-Geschichte. Gloccs vermeintlicher Rechtsstreit gegen The Game brachte ihm mehr Schlagzeilen als so mancher seiner Tracks, die – seien wir ehrlich – nicht immer aufgrund musischer Gegenwart glänzten. Vielleicht ist das das Manko, dem so mancher modernen „Künstler“ zum Opfer fällt: mehr Aufregung als Substanz zu erzeugen.
Der Mann, der unter Vertrag bei 50 Cents G-Unit West stand und mit den Größen der Westcoast-Szene wie Snoop Dogg arbeitete, weiß definitiv, wie man das Beste aus seinen Möglichkeiten macht. Schließlich, wer könnte den Willen, einen Beitrag zur Gangsta-Rap-Tradition zu leisten, besser repräsentieren als jemand, der es faustdick hinter den Ohren hat? Während sich Teenager in den sanften und kitschigen R'n'B-Nummern verlieren, bietet Glocc den ungeschminkten Realismus.
Inmitten aller Konflikte, Rechtsstreits und Straßenkämpfe bleibt 40 Glocc wie eh und je Standhaft; unbeeindruckt und kampfeslustig. Sein Misstrauen gegenüber den Feinstaubwolken der Popwelt macht ihn umso beeindruckender und gleichzeitig schwer greifbar für die sanftmütigen Seelen von heute. Er ist ein Überbleibsel jener Ära, die für Aufsehen sorgte, und ein Bollwerk jener Werte, die von so manchem übersegelten Aktivisten gern verspottet werden.
Die Frage bleibt also: Warum ist jemand wie er so faszinierend? Weil er lebt, wie er es für richtig hält, unerbittlich mit der breiten Masse und ihren weichgespülten Meinungen bricht. Er verkörpert die Redefreiheit in einem Maße, das von den zartbesaiteten Mitmenschen nur schwer zu verdauen ist. Doch genau diese Sturheit, sich nicht den Normen zu beugen, macht ihn zum Symbol. Ja, genau das ist es, was Glocc's Geschichte ausmacht: Ehrlichkeit, Unangepasstheit und der Wille, die eigene Stimme niemals zu verlieren. Mag wohl sein, dass er für einige zu hart ist oder derbe erscheint, doch für jene, die mehr wollen als den Einheitsbrei, ist er das Feuer, das brennt.
In der neueren Musikwelt, in der sich die Szene ständig verändert und Künstler sich gegenseitig mit oberflächlichem „Peace and Love“-Gerede überschütten, stellt 40 Glocc das ultimative Anti-Establishment-Statement dar. Er spricht für eine Fraktion der Bevölkerung, die unzufrieden ist, die die Oberfläche durchbrechen möchte, um die eigentliche Wahrheit zu begreifen. Ein Held für jene, die sich nicht geschlagen geben und Mythen aufrecht erhalten, die diese Welt herausfordern, während sie sich in neuen Genres verirrt.
Abseits der Musik bleibt die Frage, wie sich 40 Glocc durch das Minenfeld seiner eigenen Kontroversen und den harten Straßenkampf einer sich ständig wandelnden Gesellschaft manövriert. Hier handelt es sich um einen echten Bad Boy, der sich furchtlos und unbeirrt seinen eigenen Weg durch das politische Minenfeld schlägt. Wer hätte gedacht, dass ein Einzelkämpfer aus Colton es schafft, Wellen genau da zu schlagen, wo andere mit flauschigen Schwäden punkten wollen?
Tja, am Ende bleibt nur eines zu sagen: Lawrence White, bekannt als 40 Glocc, bleibt ein lebendes Beispiel, dass man nicht jedem gefallen muss, um erfolgreich zu sein. Für die wahren Fans und für all jene, die sich nicht an die weichgespülten Schemata des Mainstreams halten wollen, wird er immer eine furchtlose Stimme am Rande der verlorenen Mangroven des Musikgeschäfts sein.