Brett Kissel bringt mit seinem Lied '3-2-1' frischen Wind in die Musikszene, und das nicht nur, weil es ins Ohr geht, sondern weil es eine klare Ansage ist. Erschienen 2013 in Kanada, ist es ein Paradebeispiel dafür, wie man auf liebenswerte Art und Weise eine Menge Leute provozieren kann. Kissel ist nicht nur ein Sänger, er ist eine ganze Institution auf der Bühne, und seine Botschaften sind so klar wie eine gut gewetzte Axt.
Für Kritiker kann Kissels Art vielleicht etwas zu frech sein. Liebe Leute, die überall Toleranz predigen, fühlen sich bei '3-2-1' schnell auf den Schlips getreten, weil das Lied eben genau das verkörpert, was viele Leute im konservativen Lager hören wollen. Es geht um Unabhängigkeit, um Lebensfreude und darum, dass man auch mal einfach 'Nein' zu den Erwartungen der anderen sagen kann. Ist es nicht erfrischend, wenn ein Musiker aufsteht und keine Angst hat, anders zu sein?
Was macht dieses Lied nun speziell? Es ist die Kombination aus eingängigen Melodien und Texten, die eben nicht die Erwartungshaltung bedienen, dass alles stets nett und konsensfähig sein muss. Brett macht Musik für Menschen, die wissen, was sie wollen, und das ist hart arbeitende Ehrlichkeit, ohne sich dabei zu verstellen. Der Sound des Tracks ist traditionell genug, um die Country-Fans zu erfreuen, aber innovativ genug, um selbst die jungen Kids dazu zu bringen, vom kopfschüttelnden Zuhörer zum geouteten Kissel-Fanatiker zu werden.
Das Timing war auch absolut perfekt. Als das Lied 2013 erschien, wuchs der Wunsch nach etwas Realem, das von Herzen kommt und nicht von einem Komitee durchgeplant wurde. Kissels Erfolg zeigt, dass Authentizität Mehrheiten anspricht. Die Menschen hatten genug von künstlichen Popsongs und komplexen Themen, die niemanden berühren. Hier kommt ein Mann mit Cowboyhut, einer Gitarre und erklärt uns, dass das Schlichteste oft das Beste ist.
Ein weiterer Aspekt ist die besondere Verbindung zwischen Künstler und Fans. Auf Bretts Konzerten trifft sich nicht nur eine Fanmeile, sondern eine ganze Bewegung. '3-2-1' bringt den Saal zum Beben. Dass er auch die Bodenhaftung nicht verliert, dürfte daran liegen, dass Kissel von seiner Familie stark geprägt wurde. Er hat schließlich bei seinen Großeltern auf einer Farm in Alberta angefangen, Musik zu machen – fernab der glitzernden Großstädte, gerade da, wo das Herz noch nah am Erdboden schlägt.
Was man bei '3-2-1' natürlich nicht unterschätzen darf, ist die Texterfahrung. Einfach ins Blaue hineindichten und hoffen, dass es wohl ankommen wird – nicht mit Kissel! Seine Texte sind durchdacht und so gebaut, dass sie direkt mit dem harten Kanada-Winter mithalten können. Während andere versuchen, sich durch politisch korrekte Phrasen zu schlängeln, legt Kissel die rhetorische Axt an und spaltet die Meinungen.
Obwohl das Lied schon über ein Jahrzehnt alt ist, bleibt es frisch und unglaublich relevant. In einer Zeit, in der viele vorgeben, alles akzeptieren zu wollen, ist es genau die Art von unverblümter Musik, die Mut braucht, und damit genau die, auf die das Publikum gewartet hat. Songs wie dieser werden nicht durch Medienartikel groß, sondern weil sie ein unverkünsteltes Gespräch mit dem Zuhörer sind – eine E-Mail im musikalischen Format, die ins Postfach schlug und eine simple Botschaft trug: Steh für dich ein.
Wenn es etwas gibt, was wir daraus lernen können, dann ist es, dass Musik verbinden kann, aber auch ein wunderbares Werkzeug sein kann, um dem Establishment zu sagen, dass man es auch anders machen kann. Brett Kissel zeigt mit '3-2-1', dass Countrymusik nicht nur für eingefleischte Fans, sondern für alle da ist, die genug haben von weichgespültem Einheitsbrei. Wer braucht schon politisch korrekte Höflichkeiten, wenn wir wahre Worte in den Noten finden können? Das, meine lieben Leser, ist echte Kunst.