Auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass das Leben in einem Kloster still und abgeschieden abläuft, doch die Geschichte der Bernhardiner Zisterzienser von Esquermes zeigt uns, dass es sich um eine faszinierende Gemeinschaft mit reicher Tradition und spannender Entwicklung handelt. Diese Mönche, die zur Zisterzienserfamilie gehören, pflegen eine lange Geschichte, die bis in das Gründungsjahr ihres Mutterklosters im 12. Jahrhundert zurückreicht. Doch wie kamen Sie eigentlich nach Esquermes, einem Stadtteil von Lille in Frankreich, und was zeichnet ihren Alltag heute aus?
Ein Rückblick auf den Ursprung
Die Zisterzienser sind eine reformierte Abzweigung der Benediktiner und wurden im Jahre 1098 in Cîteaux, Burgund, gegründet. Die Bernhardiner beziehen sich auf ihren berühmtesten Vertreter, den heiligen Bernhard von Clairvaux, der im 12. Jahrhundert lebte und als Erneuerer der Ordensideale galt. Bernhard war ein dynamischer Prediger und einflussreicher Theologe, der die Ausbreitung des Ordens maßgeblich vorantrieb. Seine Betonung von Einfachheit, strengem klösterlichem Leben und Selbsterkenntnis prägt die Zisterzienser bis heute.
Die Niederlassung in Esquermes
Warum es die Zisterzienser nach Esquermes verschlug, liegt in der strategisch günstigen Lage und der missionarischen Aufgabe. In der Mitte des 19. Jahrhunderts versuchte die katholische Kirche, durch die Wiedererrichtung alter Klöster ihre Präsenz zu stärken und den Einfluss der Reformation in der Region zurückzudrängen. So wurde im Jahr 1870 das Kloster der Bernhardiner Zisterzienser von Esquermes gegründet.
Der Tagesablauf im Kloster
Der Alltag der Zisterzienser ist strukturiert, doch keineswegs langweilig. Ihr Leben folgt der Regel des hl. Benedikt, die einen Ausgleich zwischen Gebet, Arbeit und Erholung schafft. Der Tag beginnt früh mit der Vigilie, gefolgt von Laudes und der täglichen Messe. Die Zeiten zwischen den Gebetszeiten werden für geistliche Lesungen, Meditation sowie landwirtschaftliche Arbeit genutzt, da viele Klöster in der Tradition der Selbstversorgung stehen.
Die Spiritualität der Zisterzienser
Die Spiritualität der Zisterzienser ist durch Kontemplation und ein Streben nach Gott in Einfachheit und Stille geprägt. Die Abgeschiedenheit hilft den Mönchen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und eine tiefe innere Ruhe zu finden. Diese Grundprinzipien gelten bis heute und ziehen Menschen an, die nach innerem Frieden suchen.
Eine Gemeinschaft für moderne Zeiten
Obwohl sie eine lange Vergangenheit haben, leben die Bernhardiner Zisterzienser von Esquermes keineswegs in der Vergangenheit. In unserer modernen Welt stehen sie für eine gelebte Spiritualität, die Tradition mit den Anforderungen des 21. Jahrhunderts verbindet. Sie bieten Rückzugsorte für Menschen, die eine Pause vom hektischen Alltag suchen, und widmen sich Projekten, die das ökologische Bewusstsein schärfen.
Die Bedeutung für die Zukunft
Die Rolle der Zisterzienser als Vermittler von Kultur und Bildung ist nicht zu unterschätzen. Sie betreiben Schulen, bieten spirituelle Begleitung an und fördern das Studium von Theologie und Philosophie. Damit tragen sie zur intellektuellen und spirituellen Bildung der Gesellschaft bei.
Fazit
Die Bernhardiner Zisterzienser von Esquermes sind ein lebendiges Beispiel für die Fähigkeit der Menschheit, sich zu entwickeln und über Jahrhunderte hinweg relevante Werte zu bewahren. Ihre Geschichte ist ein Beweis dafür, dass Wissensvermittlung, Spiritualität und Gemeinschaft auch in unserer komplexen Welt von Bedeutung sind und bleiben. Wer sich mit der Geschichte der Bernhardiner Zisterzienser von Esquermes auseinandersetzt, entdeckt eine Gemeinschaft, die nicht nur inmitten von Mauern existiert, sondern mitten in dem, was die menschliche Erfahrung auszeichnet: Lernen, Wachsen und friedvoller Koexistenz.