Ausgezeichnet! Ob du es glaubst oder nicht, dieses Wort hat für so manche von uns eine ausgeprägte Wirkung. Wer sich das Wort genauer ansieht, merkt schnell, dass es nicht nur ein einfacher Begriff ist. Nein, es umfasst eine ganze Erfahrung von Anerkennung und Exzellenz. Typischerweise verwenden wir "ausgezeichnet" in Momenten, in denen jemand hervorragt, z.B. bei der Verleihung eines Awards. Aber das ist noch nicht alles. Es kann auch für alltägliche Dinge stehen, die einem besonders gelungen erscheinen. So ein Wort findet man besonders in Deutschland häufig im alltäglichen Sprachgebrauch, wenn es darum geht, etwas besonders positiv hervorzuheben.
In der deutschen Kultur ist das Streben nach Exzellenz tief verwurzelt. Ob Schulnoten, berufliche Leistungen oder persönliche Projekte - das Streben danach, "ausgezeichnet" zu sein, treibt viele an. Diese kulturelle Wertschätzung von Leistung hat tiefe historische Wurzeln und man kann darin sowohl Positives als auch Negatives sehen. Einerseits motiviert es zu Höchstleistungen, andererseits kann dadurch auch sehr großer Druck entstehen, der nicht immer gesund ist. Gerade unter jungen Menschen in Deutschland, Gen Z inklusive, kann der Druck, "ausgezeichnet" zu sein und hohe Ansprüche zu erfüllen, als erdrückend empfunden werden.
Jedoch sollte man nicht vergessen, dass das Wort auch eine positive Seite haben kann. "Ausgezeichnet" zu sein bedeutet oft auch, dass eigene Anstrengung und Mühe anerkannt werden. Eine solche Anerkennung kann für viele Menschen eine motivierende Kraft sein. Es kann ein Beweis dafür sein, dass sich harte Arbeit auszahlt und zu etwas bedeutet. Besonders Generation Z, die oft nach dem "Warum" in allem sucht, kann in einer Auszeichnung eine Art Bestätigung ihrer Mühen finden. Doch hier stellt sich auch die Frage: Sollte Anerkennung wirklich immer das Ziel sein?
Gegenargumente würde sagen: Nein, wir sollten nicht immer darauf fixiert sein, ausgezeichnet zu werden. Denn es könnte den wahren Sinn von Lernen und Arbeiten verdecken. Manchmal geht es nicht darum, ein Zertifikat oder eine Trophäe zu gewinnen, sondern darum, echte Freude und Sinn in dem zu finden, was man tut. Dieser Blickwinkel bringt uns zurück zur intrinsischen Motivation, die für unsere psychische Gesundheit unverzichtbar ist.
Es gibt sogar die Idee, dass das ständige Streben nach "ausgezeichnet" eine ungesunde Wettbewerbsmentalität fördern könnte. Hier stoßen wir in die menschlichen Grundinstinkte vor, uns mit anderen zu messen und damit unseren eigenen Wert zu bestimmen. Doch nicht immer ist das Leben nur ein Wettkampf. Bei jeder Gelegenheit sollten wir überdenken, ob es sich um eine gesunde Form des Strebens handelt oder ob es zu einer Giftquelle wird, die zu einem Konkurrenzkampf führt, der uns vom eigentlichen Wert des Lebens ablenkt.
Natürlich ist es wichtig, das Positive an "ausgezeichnet" nicht vollständig zu vergessen. Es kann nämlich auch als motivierender Ansporn dienen, sich selbst zu verbessern und über die eigenen Grenzen hinauszuwachsen. Ebenso ist es ein Zeichen des Respekts und der Anerkennung gegenüber anderen, wenn wir deren Leistungen als "ausgezeichnet" anerkennen.
Letztendlich scheint das Wort "ausgezeichnet" eine Doppelfunktion zu haben. Es kann einerseits als Motivationswerkzeug dienen, gleichzeitig ist jedoch Wachsamkeit gefordert, damit es nicht zu einem Mittel der ständigen Bewertung und des nicht aufhörenden Wettbewerbs wird. Wenn "ausgezeichnet" als gesellschaftliche Messlatte verwendet wird, läuft man Gefahr, die wertvollen Momente des Lebens, die keiner Bewertung bedürfen, zu übersehen.
Vielleicht sollten wir lernen, das ausgezeichnet zu schätzen, was einfach in seiner Existenz wirkt und nicht nur als Titel oder Belobigung. Während Generation Z oft mit dem Druck konfrontiert ist, immer zu performen, haben sie auch die Chance, Dinge anders zu sehen. Der Fokus könnte darauf liegen, das eigene Potenzial zu erkennen und zu akzeptieren, dass nicht alles, was zählt, bewertet werden muss. Denn manchmal ist es schon ausgezeichnet genug, einfach man selbst zu sein.