Stellen Sie sich einen Ort vor, an dem der freie Gedankenaustausch an die elektronische Leine gelegt wird – willkommen im Zeitalter Internet! In einer Welt, in der jeder Gedanke und jedes Wort aus den hintersten Winkeln der Erde das Potenzial hat, eine globale Diskussion auszulösen, stehen wir an einem kritischen Punkt. Was einst das wildwuchernde Feld der Redefreiheit war, wird nun fein säuberlich beschnitten. Dankender Applaus von jenen, die es vorziehen, nur eine Seite der Geschichte zu hören, während die andere seelenruhig ausradiert wird.
Wo sind wir gelandet? Was die Befürworter der Kontrollgesellschaft „Regulierung“ nennen, ist eigentlich nichts anderes als eine schleichende Zensur. Große Plattformen scheuen sich nicht, die Schere anzusetzen, um sicherzustellen, dass die Nachrichtenströmungen den gewünschten kulturellen Narrative entsprechen. Sie sperren und sanktionieren ohne Vorwarnung oder Erklärung. Lockere Vorschriften erlauben es, abweichende Meinungen als „Hassrede“ oder „Fake News“ zu brandmarken. Diese Entwicklung führt dazu, dass nur ausgewählte Informationen in den virtuellen Stadien der Meinungsmacher einen Auftritt haben dürfen.
Wann hat diese Entwicklung begonnen? Schon vor einigen Jahren entflammte die Debatte um die Grenzen der Meinungsfreiheit im Internet. Der Punkt, an dem man seine Meinung frei äußern durfte, ist nun ein Schlachtfeld für ideologische Kriege geworden. Dank der Technologien im Silicon Valley ist das Internet und seine Vielfalt zu einem digitalen Minenfeld geworden, übersät mit Fallstricken der politischen Korrektheit.
Wo ist das passiert? Der Schauplatz für diesen Kampf ist natürlich das weltweite Netz selbst. Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter oder YouTube sind nicht nur die Debattierclubs der Welt, sondern auch die neuen Redaktionsstuben. Doch nicht alle Stimmen sind dort willkommen. Die Stimme, die einst als Macht des kleinen Mannes im Internet galt, wird in den neuen digitalen Mainstream-Medien von Algorithmen ausgeblendet oder unterdrückt.
Aber warum passiert das alles? Die Antwort ist einfach: Die Kontrolle der Erzählung. Diejenigen, die die Macht über Informationen besitzen, kontrollieren auch die öffentliche Meinung und damit gesellschaftliche Entwicklungen. Leider wird dieser Macht oft blind vertraut. Mit vorgetäuschter Objektivität und Neutralität wählt man erneut, wer auf der politischen Bühne tanzen darf und wer im Off bleibt. Kann das das Ziel sein?
Eine Liste der Einschränkungen und Vorbehalte der modernen, besonders linksgerichteten Internetkonsumenten könnte Bibliotheken füllen und noch wäre kein Ende in Sicht. Das ewige Streben nach dem „korrekten Wort“ und die Ablehnung dafür, sich mit revolutionären oder gar konservativen Ansichten auseinanderzusetzen, ist vielleicht der traurigste Level des medialen Diskurses.
Zuhörer, die nur ein Resonanzboden für das, was man hören darf, sind, vergrößern das Problem nur noch. In einem Ort, wo der verlorene Begriff der „harten Realität“ verleugnet wird, wird schamlos eine rosige, oft irreführende Darstellung stattdessen gelobt. Man fragt sich, wem das nützt.
Man muss sich ebenfalls fragen, wie genau die bewusste Regulierung der Rede das nächste große unternehmerische und kulturelle Scheitern aufhalten kann. Die ironische Wendung trifft da genau ins Schwarze: Personen, die sich zum Sprachrohr für „unkonventionelle Gedanken“ machen, stehen bald vor leeren Bildschirmen, die ihnen das verwehrt bleibt, was noch so gerne „freie Meinungsäußerung“ gelernt wird.
Man könnte argumentieren, dass das Ende der freien (Internet)Rede näher ist, als man denkt. Der potentielle Verlust oder der bewusste Ausschluss absehbarer Stimmen bedeutet das langsame Verlöschen einer dynamischen Diskussionskultur. Vielleicht ist es an der Zeit, die Unannehmlichkeiten von Aussichten, die abseits von Wohlfühl-Jargon existieren, in Betracht zu ziehen.