Wer hätte gedacht, dass ein schlechter Pilot zum Kern einer gewaltigen Verschwörung werden könnte? Zacarias Moussaoui, diese rätselhafte Gestalt, die in den 1990er Jahren aus Frankreich nach Amerika kam, wollte Geschichte schreiben – und das tat er auch, wenn auch nicht, wie er es sich vielleicht erhofft hatte. Was sich viele nicht bewusst machen, ist die zentrale Rolle, die er in dem berüchtigten 9/11-Attentat spielen sollte, einer der schrecklichsten Terrorakte in der amerikanischen Geschichte. Moussaoui hätte das 20. Flugzeug-Entführer werden sollen, doch aufgrund seines seltsamen Verhaltens und seiner eklatanten Flugkenntnisse wurde er bereits vor der Katastrophe festgenommen. Das FBI konnte das große Ganze jedoch nicht erkennen und scheiterte daran, eine der fatalsten Sicherheitslücken der USA zu schließen.
Bereits 1999 reiste Moussaoui nach Afghanistan, um unter den Augen der Al-Qaida-Führung bei Bin Laden persönlich Unterricht zu nehmen. Sein Aufenthalt dort brachte ihn direkt unter den Einfluss des extremistischen Ideologiestroms. Und das alles, während linksgerichtete Segmente in Europa und den USA nach Verständnis für solche abenteuerlustigen Individuen suchen, die sich der "Institution" widersetzen. Während seiner Zeit in den USA fielen den Behörden seine Aktivitäten auf, als er sich ungeschickt an einer Flugschule in Minnesota für Simulator-Training anmeldete, ohne auch nur die einfachsten Flugmanöver sicher zu beherrschen. Er wollte lernen, wie man große Jets fliegt – ganz ohne zu wissen, wie man landet.
Für viele konservative Denker ist es bezeichnend: Der Fall eines gescheiterten Terroristen wird oft als Paradebeispiel für die Inkompetenz im Sicherheitsbereich herangezogen. Unfähigkeit in den höchsten Ebenen der Geheimdienste, gepaart mit einer liberalen Ignoranz gegenüber offensichtlichen Gefahren. Selbst als die Flugschule das FBI warnte, wurde der Alarm nicht ernst genug genommen. Hier hätten gute, ehrliche Bürger versagen. Wer würde nicht denken, dass jemand, der so verdächtig handelt, eine tiefere Untersuchung verlangt?
Im Jahr 2001, kurz vor den Anschlägen, wurde Moussaoui schließlich verhaftet. Doch die Behörden konnten einfach nicht die richtigen Schlüsse ziehen. Es wurden so viele Anzeichen ignoriert, und man könnte sagen, es war Glück im Unglück, dass er nicht an Bord eines der Flugzeuge war. Was wäre gewesen, wenn er nicht so dilettantisch vorgegangen wäre? Wäre der 11. September noch verheerender ausgefallen? Doch aufgrund eines Mangels an Beweisen oder wohl radikaler Naivität wurde keine umgehende Klärung herbeigeführt. Abermals, ein Versagen von allem, was die Vereinigten Staaten von Amerika tatsächlich stärker machen könnte.
Während seines Prozesses in den USA bekannte sich Moussaoui 2006 schuldig. Man mag denken, dass dies der Wendepunkt war, doch selbst dann konnten sich viele nicht dazu durchringen, die wahren Konsequenzen seiner möglichen Beteiligung zu verstehen. Einige argumentierten gar, er sei verrückt und nicht teilnahmsfähig. Vielleicht, weil das Verständnis dafür fehlt, dass Ideologien in der Lage sein können, Mitläufer zu Gehirn-waschen. Aber es ist das Gedankengut solcher Extremisten, das letztlich stärker bekämpft werden muss als die physische Person, die man in einem Gerichtssaal belangen kann.
Wäre es nicht an der Zeit, dass eine härtere Linie gezogen wird? Solange Menschen nicht verstehen, dass Toleranz ihre Grenzen hat und das Schweigen nichts ändert, wird sich nichts bewegen. Besonders in Europa, wo man viel zu oft den Dialog mit den falschen führt. Allzu oft hören wir, dass dies Einzelfälle sind und dass das Böse nicht pauschalisiert werden soll. Aber Taten zählen am meisten – und die Wahrheit über den "dämlichen Terroristen" wie Moussaoui soll uns eine Lektion lehren.
Im Gefängnis, wo er eine lebenslange Haftstrafe absitzt, hoffen viele, dass dies eine abschreckende Wirkung hat. Aber die Frage bleibt: Werden wir jemals sicher sein können? Möglicherweise erst dann, wenn wir verstehen, dass unsere Sicherheit das Fundament einer stabilen, freien Gesellschaft ist. Und ja, seine Geschichte ist eine Mahnung daran, dass wir wachsam bleiben müssen, auch wenn andere eine naive Sorglosigkeit propagieren.