Warum „Wo auch immer du bist“ alles verkörpert, was im aktuellen Kino falsch läuft

Warum „Wo auch immer du bist“ alles verkörpert, was im aktuellen Kino falsch läuft

„Wo auch immer du bist“ ist ein deutscher Film, der 2021 veröffentlicht wurde und trotz ambitionierter Themen eine chaotische Handlung bietet, die viele Zuschauer ratlos zurücklässt.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Wenn es etwas gibt, das die liberal dominierte Filmszene übersehen hat, dann ist es der Sinn für pragmatisches Geschichtenerzählen. „Wo auch immer du bist“, ein deutscher Film, der 2021 unter der Regie von Christian Bach veröffentlicht wurde, ist ein Paradebeispiel dafür, wie man sich in überflüssigen Dramen verliert, anstatt klar und deutlich auf den Punkt zu kommen. Der Film erzählt die Geschichte von Hedi, Uli und ihre Freundin Elvis, die sich auf eine chaotische Reise begeben, um Hedis vermissten Ehemann zu finden. Die Handlung spielt sich vor allem in den malerischen Kulissen Deutschlands ab und will eine Mischung aus Komödie und Drama bieten. Aber was sie tatsächlich liefert, ist ein chaotischer Plot, der versucht, auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen.

Erstens, der Versuch, zu viele soziale Probleme auf einmal anzusprechen, ist ein Rezept für das Scheitern. Statt sich auf eine klare Botschaft zu konzentrieren, hüpft der Film wie ein aufgeschrecktes Huhn von einem Thema zum nächsten. Soziale Probleme verlangen nach präziser Behandlung, aber „Wo auch immer du bist“ wirkt eher wie ein Versuch, eine Checkliste sozialer Probleme abzuhaken. Ein bisschen Frauenfrage hier, ein bisschen gesellschaftlicher Druck da – der Fokus auf einen klaren Handlungsstrang bleibt dabei auf der Strecke.

Zweitens, die Charaktere wachsen einem nicht ans Herz. In einem guten Drama sollte man Mitgefühl für die Figuren entwickeln, ihre Reisen nachvollziehen können. Doch bei Hedi, Uli und Elvis fragt man sich stattdessen mehrmals, warum man sie überhaupt begleiten soll. Die Charaktere wirken teilweise wie Karikaturen ihrer selbst. Statt reale Menschen mit Stärken und Schwächen zu sein, die man verstehen oder mit denen man sich identifizieren könnte, werden sie zu Stereotypen degradiert, die den Zuschauer nicht wirklich erreichen.

Drittens, wo bleibt die Glaubwürdigkeit? Der Film versucht, durch überzogene Situationen zu glänzen, die jedoch jeglicher Logik entbehren. Es ist eine Sache, das Publikum auf eine emotionale Reise mitzunehmen, aber wenn die Ereignisse zu weit hergeholt sind, verliert der Zuschauer schnell das Interesse sowie die Bereitschaft, weiter zuzusehen.

Viertens, die Bildsprache. Ein Film kann durch visuelle Effekte beeindrucken, aber wenn der Zuschauer das Gefühl hat, der Regisseur wolle nur durch pompöse Einstellungen von der fehlenden Substanz ablenken, läuft etwas falsch. In „Wo auch immer du bist“ scheint es in erster Linie darum zu gehen, Schauwerte zu präsentieren, anstatt die Handlung mit sinnvoller Bildsprache zu unterstützen, die tatsächlich eine Bedeutung hat.

Fünftens, die Dialoge. Wenn Dialoge nicht überzeugend sind, lassen sie den Zuschauer kalt. Statt gut ausgearbeiteter Wortwechsel, die die Handlung voranbringen, erleben wir oberflächliche Gespräche, die das Narrativ unnötig in die Länge ziehen, ohne wirklich etwas auszusagen.

Sechstens, es fehlt an Mut. Man hätte erwarten können, dass der deutsche Film den Rahmen sprengt und etwas Innovatives bietet, aber „Wo auch immer du bist“ reiht sich brav in die Riege der uninspirierten Dramen ein, die sich nicht trauen, neue Wege zu gehen oder mit Konventionen zu brechen.

Siebtens, die Dichte des Films ist einfach erschöpft. Mit einer Länge, die keine Abstriche zu machen scheint, zieht sich der Film in die Länge – ein Phänomen, das im modernen Kino leider viel zu oft auftritt. Statt prägnant zu überraschen, zieht sich „Wo auch immer du bist“ in die Länge und verliert damit die Spannung.

Achtens, die Musikuntermalung. Gute Musik kann die Stimmung eines Films heben oder verstärken. Doch hier bleibt auch die musikalische Begleitung unter den Erwartungen und verpasst es, die ohnehin schon löchrige Handlung zu unterstützen.

Neuntens, die Wahl des Endes. Selten hat das Ende eines Films so ratlos hinterlassen. Anstatt ein schlüssiges Ende zu finden, wabert die Geschichte einfach dahin, ohne wirklich einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen oder den Zuschauer zufrieden zu stellen.

Zehntens, die Rezeption. Ein Film, der solch gemischte Reaktionen hervorruft, zeigt, dass es auch der liberal geprägten Filmkritik schwerfällt, positive Highlights zu finden. Oft sind es solche Produktionen, die beweisen, dass nicht alles, was als „künstlerisch wertvoll“ deklariert wird, es auch wirklich ist. Statt Interesse zu wecken oder zum Denken anzuregen, landet „Wo auch immer du bist“ als weiteres Beispiel dafür, dass der Pragmatismus im Kino mehr in den Mittelpunkt rücken muss.