Windpark De Aar: Der stille Gigant, der die Landschaft erobert

Windpark De Aar: Der stille Gigant, der die Landschaft erobert

Wer hätte gedacht, dass ein Windpark wie De Aar die staubige Karoo im südafrikanischen Hinterland zur Arena einer großen Energiedebatte macht? Mit 163 Turbinen beeindruckt dieses Projekt, doch auf den zweiten Blick wird klar, hier gibt es mehr als nur grünen Strom zu diskutieren.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Wer hätte gedacht, dass ein Windpark wie De Aar inmitten der staubigen Karoo in Südafrika zum Zentrum der Energiedebatte avancieren könnte? Errichtet von der China Longyuan Power Group Corporation Limited und der Mulilo Renewable Energy, beherbergt dieser beeindruckende Komplex sage und schreibe 163 Turbinen, die seit 2017 industriell Strom produzieren. Die eindrucksvollen 244,5 Megawatt, die hier generiert werden, machen De Aar zum größten Windpark jener Zeit auf der südlichen Halbkugel. Warum wird Windpark De Aar als Held gefeiert und gleichzeitig mit Skepsis betrachtet? Man muss sich nur einmal näher anschauen, was so ein Projekt im vermeintlich grünen Glanz tatsächlich bewirkt.

Das zauberhafte Bild der sauber drehenden Turbinen könnte fast vergessen lassen, dass hier nicht nur blütenweiße Energieausbeute gefeiert werden sollte. Allzu oft werden die unschönen Seiten der Windenergienutzung ausgeblendet. Die gigantischen Rotoren zerstören die natürliche Landschaft der Karoo und verändern die Umwelt für Tiere und Pflanzen erheblich. Macht sich diese gnadenlose Neugestaltung von Landschaften zu Gunsten des sogenannten „grünen“ Stroms tatsächlich bezahlt, wenn man die ökologische Zerstörung und die hohe Materialintensität der Turbinenproduktion betrachtet? Es spricht vieles dafür, dass hier nicht mit offenen Karten gespielt wird.

Der bis zu 120 Meter hohe Anblick dieser stählernden Riesen mag auf den ersten Blick beeindrucken, aber die schleichenden Gefahren werden lieber unter den Tisch gekehrt. Vögel, insbesondere seltene tieffliegende Arten, werden durch die massiven Rotoren einer ernsthaften Gefahr ausgesetzt – wer zählt die Verluste in Tierleben, die diese sogenannten „grünen“ Projekte verschulden? Die Dunkelfeldzahl hier könnte enorm sein.

Öffentlicher Widerstand gegen Windparks weltweit zeigt klar: Die Bevölkerung will diese Monstren nicht in ihrer Nähe. Windpark De Aar ist da keine Ausnahme. Die Frage, wer die Gewinne wirklich einstreicht, geht Hand in Hand mit Bedenken darüber, wer tatsächlich die Zeche für die Landschaftszersörung zahlt. Es sind die lokalen Gemeinden, die ihre Heimat und vertraute Umgebung verändert sehen, ohne nennenswert von Verbesserungen der Lebensqualität wie verlässlich günstigem Strom profitieren zu können. Länder wie Südafrika sind geradezu zum Spielball von Konzernen und ihren Geschäftsmodellen geworden, bei denen der Profit die einzige geregelte Größe darstellt.

Ein weiterer spannender Punkt, der selten zur Sprache kommt, ist die Tatsache, dass der Windpark De Aar, wie viele seiner Art, keine beständigen dauerhaften Arbeitsplätze schafft. Oft werden hierzu nur während der Bauphase kurzfristig Arbeitskräfte benötigt, danach stehen viele lokale Arbeitskräfte vor vollendeten Tatsachen – Beschäftigung adé. Investitionen in solche Projekte könnte man als Jobbeschaffungsmaßnahmen bezeichnen, aber in vielen Fällen bleibt es nur bei der Hoffnung auf eine positive Veränderung.

Ein Hauptargument der Befürworter von Windenergie ist die Verringerung von CO2-Emissionen. Aber ist es wirklich so einfach? Die Herstellung, der Transport und die Instandhaltung der riesigen Windkraftanlagen sind ressourcenintensiv und hinterlassen selbst einen nicht unerheblichen CO2-Fußabdruck. Windparks sind ohne Zweifel ein wichtiger Bestandteil der modernen Energieerzeugung, aber müssten wir uns nicht fragen, ob die Bilanz tatsächlich so sauber ist, wie propagiert? Liberale rühmen sich damit, die Zukunft zu sehen, aber übersehen offenbar die störenden Details, die die Gegenwart prägen.

Die Realität, dass Windpark De Aar von einem chinesischen Unternehmen betrieben wird, öffnet eine weitere Tür zu Diskussionen über die geopolitischen Kraftspiele, die stattfinden. Die Energieversorgung ausländischen Interessen zu überlassen, wirft Fragezeichen über die Unabhängigkeit von Nationalstaaten auf. Gleichzeitig wird Energiepolitik zunehmend gleichbedeutend mit internationaler Diplomatie und wirtschaftlichem Überleben.

Windpark De Aar könnte somit als Beispiel herhalten, wie grün angestrichene Projekte mehr Wellen schlagen, als Energie erzeugen. Für die naturalistische Auffassung der Umwelt hätte so mancher Kritiker wohl ein einfaches Plädoyer: Manchmal ist weniger einfach mehr. Vielleicht sollten wir uns mehr fragen, ob technisch vermeintlich „grün“ rational immer die Antwort sein muss? Oft ist im Schatten von Fortschritt und Innovation nichts anderes zu sehen als der alte Kampf um Macht und Einfluss, diesmal versteckt hinter scheinbar sauber erstrahlenden Propellern.

In einer Zeit, in der Energiesicherheit und Umweltschutz Hand in Hand gehen sollten, werden Aufschwung und langfristige Strategieabsichten durch massive infrastrukturelle Eingriffe immer wieder neu in Zweifel gezogen. Wahre Nachhaltigkeit nimmt Rücksicht auf Mensch und Natur – doch im Rauschen der Rotoren scheint deren Stimme oft verlorenzugehen.