Willard, eine Band aus Seattle, die in den späten 80ern und frühen 90ern musikalisch aufblühte, ist das perfekte Beispiel dafür, wie man aus der Reihe tanzt und trotzdem seinen Weg macht. Während die Welt sich in Richtung massentauglicher Popmusik bewegte, stemmte sich Willard dagegen und bot mit ihrem Grunge- und Heavy-Metal-Sound den musikalischen Establishments die Stirn. Gegründet von Frontmann Johnny Clint und seinen Mitstreitern, stellte die Band seither eine sägende, ungestüme Antwort auf all das dar, was der massenkonforme Hörer zu bevorzugen schien.
Willard, zu einer Zeit gegründet, als die Musikindustrie das Grunge-Phänomen begann, zu erfassen, hielt sich gnadenlos an ihre künstlerische Integrität fest. Die Band, bestehend aus gestandenen Musikern, verortete sich im Herzen der 90er-Jahre-Musikrevolution in Seattle und begründete damit ihren Status als Underground-Kult-Ikonen. Ihr einziges Album, 'Steel Mill', erschien bei Roadrunner Records und machte sich schnell einen Namen bei denjenigen, die den rohen Sound des Metallblutstroms im Grunge-Gewand liebten.
Und während andere Bands sich an den Rock-Olymp träumten, hatte Willards Energie den Hang zum puren, ungeschliffenen Sound. Wer die zerrenden Gitarrenriffe und donnernde Rhythmussektion von Willard einmal gehört hat, vergisst sie nicht. Ihr raues, dröhnendes Stilmittel war ein nicht zu überhörender Mittelfinger an die glattgebügelten Hits, die Ö3, SWR3 und Co. zu dieser Zeit in die Rotation warfen.
Viel zu selten wird über Bands gesprochen, die sich für die Kunst entschieden haben, anstatt für den schnellen Ruhm. Doch genau dieser Mangel an „Kommerzialisierungswillen“ macht die Band so besonders. Die tiefen, meckernden Gitarrenriffs von willard zeugen von jener Unangepasstheit, die für wirkliche musikalische Revolutionen vonnöten ist. Während massengefällige Clip-Produktionen in den Charts explodierten, setzte Willard auf kantige, ernsthafte Musik – ein Rezept, das bei echten Musikfans Anklang fand.
Jetzt zur Frage, was die sogenannte liberale Musikszene von einer Band wie Willard hält? Der kritische Geist dieser Musiker lässt sich nicht kaufen oder vereinnahmen durch die hohlen Phrasen, die man von den Musikbusiness-Mächtigen so gern hört. Ihre unkompromittierte, rohe Herangehensweise könnte im digitalen Zeitalter als radikal betrachtet werden, aber sie verkörperten eine Ära des „Das ist, was Musik sein sollte“, als vorausgesetzt wurde, dass jeder Künstler eine Message hatte. Vielleicht verunsichert das die ewigen Gleichmacher. Willard, so scheint es, bezeichnete sich nicht als Gladiatoren der Mainstream-Bestrebungen, sondern als authentische „Krieger“ der Musikindustrie.
Es ist dafür gesorgt, dass der Name Willard im kollektiven Gedächtnis bleibt. Nicht durch Rekordverkäufe oder Platin-Alben, sondern durch die asketische Hingabe zur Kunst. Die Findigkeit von Johnny Clint und seinen Mitstreitern hat die Band zu einem der am meisten geschätzten Geheimtipps gemacht. Zweifellos, Willard existieren zwar nicht mehr aktiv, aber ihre Akkorde nachhallen noch heute durch die Köpfe der Rock-Community.
Lasst uns nicht die Lektion vergessen, die uns Willard gegeben hat. Egal wie groß der Drang nach Popularität auch sein mag, es sind die Ursprünge von Protest, die Musik erst interessant machen. Eine Abnabelung von den diktatorischen Strukturen des Mainstreams zurück zu den Wurzeln, zurück zur Menschlichkeit – das ist es, was der Sound von Willard repräsentiert. Und das bleibt vielleicht ihr größtes Erbe: Aufrichtigkeit vor Popularität, künstlerische Integrität vor Massenerfolg.