Wer hätte gedacht, dass das Wort 'Verunglimpft' so viel Schlagkraft besitzt, dass selbst die progressivsten Köpfe sofort anspringen? "Verunglimpft" bezieht sich auf den Akt der bösartigen Verleumdung oder Untergrabung des Rufes einer Person oder Sache, und es passiert überall, von Twitter bis zu Ihren lokalen Nachrichten. Lange bevor es Social Media gab, wurden prominente Persönlichkeiten und Institutionen verunglimpft – sei es durch politische Gegner oder das fiese Gezeter der Nachbarn. Das ist nicht nur ein modernes Phänomen; man kann es überall und immerzu beobachten.
Doch in einer Zeit, in der Meinungsfreiheit auf dem Prüfstand steht, wird "Verunglimpfung" als Werkzeug manipuliert, um die eigenen Interessen zu schützen und die Stimmen der Opposition zu ersticken. Aber wer fällt am häufigsten diesem Schandfleck der Gesellschaft aus? Es sind jene, die mutig genug sind, die etablierte Ordnung zu hinterfragen. Ja, diejenigen, die das Narrativ des Mainstreams stören. In einer ironischen Wendung wird der Ruf dieser "Störer" häufig von den selbsternannten Verteidigern der Meinungsfreiheit ruiniert.
Ein häufiger Schauplatz der Verunglimpfung ist die politische Arena. Was sind die heißesten Themen an den Wahlurnen? Bildung, Sicherheit, Wirtschaft – doch sprechen wir schonungslos: Die Person, die den Kurs gegen den politischen Strom schwimmt, gerät ins Fadenkreuz, bereitwillig verunglimpft in den sozialen Netzwerken oder durch feindselige Schlagzeilen. Kennen Sie jemanden, der die Steuern senken möchte? Machen Sie sich bereit, diesen Revoluzzer als ignorant und selbstsüchtig bezeichnet zu sehen. Wie unfair und vorhersehbar ist das?
Diese festgefahrene Strategie wird benutzt, um von der eigentlichen Debatte abzulenken und den Diskurs zu ersticken. Wenn Fakten unbequem werden, was ist bequemer, als die Quelle dieser Fakten zu verunglimpfen? Wie wir alle wissen, ist die beste Verteidigung ein beherzter Angriff. Daher sind Angriffskampagnen gegen Persönlichkeiten ein beliebtes Instrument, um potenziell gefährliche Wahrheiten im Keim zu ersticken.
Leider ist es so, dass man sich nicht nur öffentlich exponiert, sondern auch mit den Fesseln der gehässigen Verunglimpfung rechnet, wenn man sich entscheidet, eine Stimme zu erheben, die sich gegen die übliche Agenda richtet. Daher hat der kluge Denker immer eine doppelte Strategie parat: Seine Meinung selbstsicher äußern, während er sich auf die unvermeidlichen Schmähungen vorbereitet. In diesen Geplänkeln, wo die Wahrheit salonfähig verunglimpft wird, triumphiert konsequenterweise der gewiefte Taktiker.
Doch Verunglimpfung endet weder durch politisches Geplänkel noch durch lästige Nachbarschaftsstreitigkeiten. Es durchdringt gar unsere Bildungsinstitute. Fragen Sie den Professor, der es wagt, zu behaupten, dass akademische Freiheiten mehr zählen sollten als ein dogmatischer Lehrplan – die Verunglimpfung wird nicht lange auf sich warten lassen. Solch eine Idee, die eine qualitativ hochwertige Bildung anstrebt, sollte bewundert werden, und dennoch wird sie von denselben Menschen verurteilt, die Ungerechtigkeit anprangern. Ist das nicht ironisch?
Um all das ins rechte Licht zu rücken: Vergessen wir nicht, dass "Verunglimpft" die Propaganda der Schwachen ist. Es ist das Mittel zur Wahl, wenn die Argumente versiegen und die Wahrheit unbequem wird. Eine vergessene Tugend der Menschheit ist der Wahrheit die Stirn zu bieten und sie nicht über Reflexion zu verunglimpfen. Solange es jedoch Menschen gibt, die es wagen, differenzierte Meinungen zu äußern, wird die Kunst der Verunglimpfung weiterleben – ein letzter Mechanismus derer, die dem Diskurs nichts mehr hinzuzufügen haben.