Ein weiser Mensch hat einmal gesagt, dass man aus Fehlern mehr lernt als aus Erfolgen. "Versuche, Versuche, Versuche" ist nicht nur ein Spruch, sondern die Grundlage jeder erfolgreichen Errungenschaft. Wenn Sie sich jetzt fragen, wer die weise Person ist – keine Sorge, sie sind zahlreich. Von Thomas Edison, der die Glühbirne nach unzähligen Fehlversuchen erfunden hat, bis hin zu Henry Ford, der die Autoindustrie revolutionierte, ohne je die High School abzuschließen, laufen all diese Geschichten auf dasselbe hinaus: Einfach machen! Der moderne Konzern, das kleine Start-up oder der ambitionierte Gründungswillige im Home-Office – sie alle profitieren von der Philosophie, es einfach zu versuchen. Doch derzeit scheint man sich lieber in Analysen und Planungsgremien zu verlieren, statt die Ärmel hochzukrempeln und selbst anzupacken.
Das Problem unserer Zeit sind die immer detaillierteren Planungen, die letztlich zum Stillstand führen. In Sitzungen verschwinden zahlreiche Stunden und wichtige Entscheidungen werden hinausgezögert. Ein klug durchdachter Plan ist goldwert, jedoch dient Planung ohne Umsetzung lediglich der egoistischen Selbstbestätigung. Warum also nicht einfach mehr versuchen, besonders in der Politik? Weil das Risiko wiegt? Natürlich wiegt es. Aber was wiegt mehr als der Erfolg, den wir uns durch wagemutige Schritte selbst erarbeiten?
Man fragt sich, warum viele politische Strömungen – insbesondere die linksliberalen – so hirnverbrannt an der Gabe des Analysierens verharren, anstatt sie mit aktiver Politik zu kombinieren. Stattdessen wird lieber Experimentierfreudigkeit im Keim erstickt. Hier hängt der Fortschritt am Willen der wählerstarken Gruppen, die zu festgefahren sind, um echte Reformen zuzulassen.
Nehmen wir die technologische Innovationskraft, die schon oft Veränderung gebracht hat. Start-ups geben ein hervorragendes Beispiel: Ihr Erfolgsgeheimnis ist ganz simpel der unermüdliche Versuch, sich immer wieder neu zu erfinden. Diese Agilität führt zu Anpassungen und oft auch zur Entstehung großer, erfolgreicher Unternehmen. Versuchen statt Planen, das hätte so manches Business-Abenteuer retten können.
Sehen Sie sich die Geschichte der großen Entdecker an. Seefahrer wie Christoph Kolumbus, deren Entdeckungen die Weltkarte, wie wir sie heute kennen, verändert haben. Sie planten ihre Reisen nicht in perfekter Vollständigkeit, kannten nicht einmal die Zielhäfen. Trotzdem war das unermüdliche Streben nach neuen Landen größer als das Risiko des Misserfolgs.
Doch seien wir einmal ehrlich – an dieser Stelle hängt es in unserer Gesellschaft völlig schief. Im Bildungssystem wird der Plan festgeschrieben, jedes Kind müsse das Abitur machen, in einer vorgegossenen Schiene durch ein viel zu engmaschiges Bildungsnetz. Götzenhaft wird daran festgehalten, ohne dabei die Möglichkeit individueller Versuche zu geben. Eigenes Entdecken und Forschen wird als optionale Schulveranstaltung niedergestuft.
Ärmel hochkrempeln anstelle von nicht enden wollenden Diskussionen bedeutet auch, notwendige Maßnahmen zu ergreifen, die längst überfällig sind. Wie oft kann man noch Initiativen besprechen, bevor gehandelt wird? Seien es infrastrukturelle Investitionen für die Wirtschaft oder gezielte, zukunftsträchtige Bildungskonzepte, die Kreativität fördern anstelle von Statik. Hier wird der Handlungsbedarf mit leeren Versprechungen kompensiert.
Unternehmer, die unter widrigen Umständen mit ihrer Idee durchstarten und sie ohne festes Konzept verfeinern, gehen nicht selten als Sieger hervor. Die Vorstellung vom Scheitern als notwendigem Entwicklungsprozess muss in die Tat umgesetzt werden. Bürokraten brauchen weniger Angst vor Fehlschlägen und mehr Mut für praktische Versuchsaufbauten, um entscheidende Fragen zu lösen.
Dieses "Versuche, Versuche, Versuche" sollte nicht darauf beschränkt bleiben, das nächste große Ding im Silicon Valley hervorzubringen. Es ist ein Lebensstil, den man hier und jetzt, in allen Aspekten unseres Alltags, anwenden kann. Erst durch den Versuch zeigen sich die Tücken und nur dann kann man zielgerichtet neue Wege finden. Es ist ein Akt des zivilen und unternehmerischen Mutes, der uns von überflüssigem Ballast befreit und im Ergebnis dazu führt, dass wir posi-tiver in unsere Zukunft blicken.