Vanda Pignato – der Name mag bei vielen vielleicht nicht sofort klingeln, doch in der politischen Welt sorgte sie wie ein Wirbelsturm für Gesprächsstoff. Geboren 1963 in Brasilien, stand Pignato schnell im Rampenlicht, als sie den ehemaligen Präsidenten von El Salvador, Mauricio Funes, heiratete. Die beiden bildeten ein politisches Powerpaar, das vor allem von vielen für ihren Einsatz für Frauenrechte geliebt wurde. Aber was steckt wirklich hinter diesem strahlenden Image, das von den linken Medien so gerne verbreitet wird?
Es ist einfach, in die Lobeshymnen für Pignato einzustimmen. Schließlich war sie von 2009 bis 2014 die First Lady El Salvadors und leitete das „Ciudad Mujer“-Programm, das Frauen umfassende Gesundheits-, Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten bieten sollte. Auf den ersten Blick wirkt alles rosig, doch ein tieferer Blick enthüllt, dass vieles nicht ganz so makellos ist, wie es präsentiert wird – eine klassische Strategie, das Bild des feministischen Vorzeigebeispiels zu propagieren.
Betrachtet man die Fakten, wird schnell klar, dass das von ihr geführte Programm weniger revolutionär war, als viele glauben. Die Arbeitsmarktförderung und die Unterstützungsmechanismen für Frauen blieben oft hinter den Erwartungen zurück, und die Bürokratie erstickte viele der hehren Ziele im Keim. Natürlich wird dies von den liberalen Anhängern gerne übersehen oder unter den Teppich gekehrt, wenn es darum geht, Pignato als Heldin zu preisen.
Ein weiterer Punkt, der kritischer Betrachtung bedarf, ist die Korruptionsvorwürfe, die Pignato seit 2018 begleiten. Man könnte meinen, dass jemand, der sich sozialer Gerechtigkeit verschrieben hat, über solche Anschuldigungen erhaben sei. Doch anscheinend immunisiert auch eine Heirat mit einem führenden Politiker nicht gegen solche Vorwürfe. 2019 wurde sie in einem Fall verurteilt, der sich um Unterschlagung von öffentlichen Geldern drehte. Interessanterweise wurde hierfür weniger Aufmerksamkeit auf das eigentliche Vergehen und mehr auf den angeblichen „politischen Hintergrund“ der Anklage gelegt. Ein bewährtes Schema, um die eigentlichen Probleme zu vernebeln und von der persönlichen Verantwortung abzulenken.
Natürlich wollen wir nicht die Tatsache schmälern, dass Pignato in einigen Bereichen tatsächlich Fortschritte für Frauen erzielen konnte. Aber die Tatsache bleibt bestehen, dass ihre Motivationen und vor allem die Umsetzung ihrer Programme weniger glanzvoll sind, als es ihr inszeniertes Bild glauben macht. Die Vorgehensweise, Probleme mit lächelnden PR-Fotos zu übertünchen, reicht nicht aus, um die tiefen systemischen Probleme des Landes zu lösen.
Werfen wir auch einen Blick auf die politischen Allianzen, die sie eingegangen ist. Während Funes' Präsidentschaft waren die Beziehungen zur sozialistischen Partei FMLN zentral, was einem bestimmten politischen Lager sicherlich zusagt. Doch diese Nähe hat auch zu der einen oder anderen fragwürdigen Entscheidung geführt, die sicher nicht ganz im Interesse der einfachen, arbeitenden Salvadorianer war.
Interessanterweise ist ihre Verbindung zu internationalen feministischen Netzwerken unbestreitbar hilfreich gewesen, um Pignatos Image als Vorreiterin in Sachen Gleichstellung aufzupolieren. Die Verbindung zu diesen Netzwerken hat gewährleistet, dass sie eine Plattform hatte, um ihre Botschaft weltweit zu verbreiten – durchaus clever in einer Zeit, in der es wichtiger ist, gut auszusehen, als tatsächlich gut zu tun.
Am Ende bleibt die Frage, ob die durch Pignato verkörperte Bewegung tatsächlich Fortschritt oder schlicht eine weitere Illusion ist, hinter der die gleichen alten Probleme verschleiert bleiben. Dank einer klugen PR-Strategie hat sie es geschafft, sich als eine Art altertümliche Jeanne d’Arc der Neuzeit zu inszenieren. Doch wie die Geschichte oft zeigt, kann auch das strahlendste Image schnell von der Realität eingeholt werden.
Obwohl Vanda Pignato zweifellos einige Erfolge verzeichnen konnte, bleibt ein bitterer Nachgeschmack, wenn sich der Rauch der Inszenierung langsam legt und die nüchterne Realität sichtbar wird. Eine politische Ikone oder doch eher eine wohlinszenierte Illusion? Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Bewundernswert bleibt allein, wie sehr sie es verstand, die Welt zu einer Bühne zu machen und sich darauf in Szene zu setzen.