In einer Welt, in der die Aufmerksamkeit der Massen in den USA oft auf Pomp und Spektakel von NBA, NFL oder MLB gerichtet ist, existiert ein verborgener Sport, der den Geist amerikanischer Stärke und Ausdauer verkörpert. Willkommen in der Welt des Rugby, ein Sport, der in den USA langsam, aber stetig an Fahrt gewinnt. Warum also Rugby in einem Land, das sich so stark auf seine traditionellen Sportarten fixiert hat? Die Antwort ist einfach: Es ist der unermüdliche, unerbittliche Wettkampfgeist, der von diesem Sport ausgeht und die echten Patrioten anspricht.
Wenn man sich fragt, wer diese mutigen Seelen sind, die Rugby auf dem Boden Amerikas gedeihen lassen, dann muss man über die jungen Sportler, engagierten Trainer und die wachsende Fangemeinde sprechen, die aus den unterschiedlichsten Ecken des Landes kommen. Was sie eint, ist ihr Wunsch, sich von der Norm abzuheben und gleichzeitig eine Gemeinschaft zu formen, die weit mehr als nur sportliche Erfolge im Sinn hat.
Doch wie sieht dieser Erfolg aus? Seit wann existiert Rugby überhaupt in den USA? Interessanterweise geht die Geschichte auf das späte 19. Jahrhundert zurück, als College-Teams an der Ostküste den Sport zuerst umarmten. Der eigentliche Schub begann jedoch in den letzten zwei Jahrzehnten, als Rugby endlich in den Mainstream der College-Sportarten eintrat und 2009 sogar die USA ihre erste professionelle Liga namens Major League Rugby gründeten. Ein entscheidender Moment für diesen Sport, vor allem wenn man bedenkt, dass Rugby 2016 sogar den Weg als olympische Sportart nach Rio fand.
Warum aber Amerika? Warum jetzt? Die Antwort liegt auf der Hand: Es ist die Herausforderung, der sich dieses große Land immer wieder stellt, und die Suche nach einer neuen Art des Wettkampfs, die sowohl Tradition als auch Innovation miteinander vereint. Außerdem bietet Rugby eine Plattform, die in einer zunehmend politisierten Sportwelt erfrischend unpolitisch bleibt. Während andere Sportarten zu Plattformen für politische Statements werden, bleibt Rugby gnadenlos fair und mit dem Sport selbst beschäftigt.
Während die Mainstream-Medien von Unterhaltung und politischen Stunts besessen sind, erweckt Rugby in den USA das Geschichtenerzählen von Heldentaten und strategischen Errungenschaften zum Leben. Nicht jeder kann beim American Football mit seiner blitzenden Rüstung ein Held sein, aber im Rugby zählt mentale und körperliche Stärke im Gleichgewicht. Das Spielfeld ist ungeschützt und hier prallen Sinnesschärfe und Muskelkraft offen aufeinander.
Natürlich fragen sich viele, wo all das hinführt. Mit der Anzahl der Jugendlichen, die jährlich zu Rugby-Camps strömen, den College-Programmen, die ihre Teams aufbauen, und der stetig wachsenden Popularität auf Amateurebene könnte Rugby eines Tages die herkömmlichen patriotischen Sportarten herausfordern. Die Möglichkeit, fernab vom Mainstream ein Stück Unabhängigkeit auf dem Spielfeld zu suchen, ist für viele in unserer postmodernen, liberalen Zeit geradezu erquicklich.
Der einzige Nachteil, den Kritiker oft anbringen, ist die Verletzungsgefahr. Doch genau hier liegt der Trugschluss! Rugby ist für seine Reglementierungen und seine strengen Sicherheitsprotokolle bekannt, die Verletzungen minimieren. Schläger in den Händen von Basketballern scheinen da geradezu irrsinnig.
Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren und der Leidenschaft, die diesem Sport innewohnt, ist Rugby in den USA mehr als nur ein Nischensport. Es ist eine Bewegung, eine Lebenseinstellung, die mehr als bereit ist, die Zukunft des amerikanischen Sports zu formen. Wer wagt, gewinnt – diese Maxime wird auf dem Rugbyfeld wahr wie nirgendwo sonst.
Letztendlich ist Rugby für jene Amerikaner, die den Mut haben, sich abseits der Pracht und des Glanzes anderer Sportarten zu bewegen und sich dem puren, unveredelten Wettkampf zu stellen. Und so sehen wir, dass die USA, nach all diesen Jahren, den Weg für einen Sport bereiten, bei dem der wahre Patriotismus nicht nur in Worten, sondern auch in der Tat liegt.