Manche Geschichten über Ungerechtigkeit sind so verrückt, dass man lachen müsste, wäre es nicht zum Weinen. Werfen wir einen Blick auf jene "Ungerechtigkeitsgeschichten", die in Deutschland die Runde machen, ohne dass jemand öffentlich aufschreit oder sich wirklich daran stört.
Beginnen wir mit dem ersten Kapitel. In der schönen deutschen Stadt Kassel - eine Stadt bekannt für ihre documenta und nicht für revolutionsartige Proteste - ereignete sich ein Skandal: Ein Lokführer erhält eine Ermahnung für Mordengefährdung. Sein Verbrechen? Er hielt dicht an einem anderen Zug, damit Passagiere umsteigen konnten. Klingt hilfreich, nicht wahr? Doch das Unternehmen bestand darauf, dass diese Geste den Betrieb gefährde. Wieder einmal zeigt sich, dass jeder noch so kleine Gedanke an Eigenverantwortung schnell im Keim erstickt wird.
Dann haben wir die Geschichte von Stephanie, einer Mutter aus Stuttgart. Sie wurde von der Polizei ermahnt, weil sie ihre Kinder am Spielplatz ohne Erwachsenenkontrolle ließ. Anscheinend reicht die Anwesenheit des eigenen Freundeskreises nicht mehr aus, um staatliche Prüfungskommissionen zufriedenzustellen. Elternverantwortung? Das war gestern.
Wir dürfen auch nicht jene Episode in Berlin vergessen, wo ein Restaurantbesitzer gezwungen wurde, sein Lokal zu schließen, weil ein neues Gesetz die Quadratmeterzahl pro Gast in der Innenstadt erhöhte. Kunden lieben seine Speisen, aber es ist nun mal wichtiger, gesetzliche Vorgaben penibler zu befolgen, als ein funktionierendes Geschäft zu führen. Klar, dass wirtschaftliche Eigenverantwortung keinen Stellenwert mehr hat.
Und natürlich die Schulansage in München, die Geschichte, in der ein Schüler von der Schule verwiesen wurde, weil er bei einer Schuldebatte die "falsche" Meinung über Umweltschutz kundtat. Anstatt förderliche Debatten zu führen, ist es wesentlich erstrebenswerter, Schüler mundtot zu machen. So wird Wahrheitsfindung heutzutage betrieben.
Ein weiteres Juwel der Ungerechtigkeit kommt aus Hamburg. Ein Autofahrer erhält einen Strafzettel, weil er angeblich zu langsam auf der Autobahn unterwegs war – am Sonntagmorgen, als kaum Verkehr herrschte. Neue Erlösungsstrategie im Kampf gegen Wurstigkeit am Steuer?
Und was ist mit dem absurden kafkaesken Drama in Köln, wo eine Rentnerin für das Aufstellen eines Vogelhauses in ihrem Garten eine Genehmigung nachreichen muss? Bürokratie in ihrer schönsten Blüte.
In Dortmund ereignete sich ein Fall, der jeden Hobbygärtner zum Kopfschütteln bringen würde: Ein Mann wurde verklagt, weil er einen Apfelbaum auf seinem Grundstück pflanzte, der die "optische Symmetrie" der Nachbarschaft störte. Respekt für kreatives Denken?
Die Gesundheitsbehörde in Frankfurt lieferte uns ebenfalls eine denkwürdige Begebenheit. Ein Cafébesitzer muss alle Muffins ab 22 Uhr entsorgen, die nicht verkauft werden. Einer der Gründe dann, warum Lebensmittelverschwendung ein Problem bleibt.
Natürlich darf man die Volksfest-Hysterie in Stuttgart nicht auslassen. Ein Festplatz wurde geräumt, weil eine Rentnerin versuchte, Bierflaschen aufzulesen, was als unautorisierte Müllsammelaktion geahndet wurde.
Last, but not least, eine Farce aus Leipzig: Ein Kunststudent wurde verwarnte, weil er ohne Genehmigung politische Kunstwerke im öffentlichen Raum ausstellte. Möge die Meinungsfreiheit als Reliquie vergangener Tage in den Katakomben deutscher Werte verstauben.
All diese Geschichten sind real – und tragisch. Sie symbolisieren eine Welt, in der der gesunde Menschenverstand offenbar aus der Mode gekommen ist.