Turkmenistan? Winterspiele? Na, das passt ja zusammen als würde man Hawaii mit Schneeschaufeln ausstatten. Doch halt! Bei den Jugend-Winterspielen 2020 in Lausanne hat Turkmenistan – ja, das Turkmenistan zwischen Kasachstan und Iran – gezeigt, dass es mehr ist als nur Wüste und Gasreserven. Am 9. Januar 2020 begannen die Spiele und zogen 1.872 Athleten aus über 70 Nationen an. Doch was macht ein Land wie Turkmenistan dort?
Erstens, der Zeitpunkt. Turkmenistan schickte zwei seiner besten Athleten. Zum allerersten Mal hatte das Land an solch einem prestigeträchtigen Wintersportereignis teilgenommen. Wo? Im atemberaubend schönen Lausanne, in der Schweiz – Heimat von Skifahren und oft auch von ganz frischen Euroscheinen.
Zweitens, die Sportarten. Diese mutigen Sportler traten in Ski Alpin und Eisschnelllauf an. Waghalsige Athleten, die ihren Mut zeigten und die ordentlich ins Schwitzen kamen – und das nicht aufgrund der Wüstenhitze. Sie stellten sich gegen einige der besten Nachwuchsathleten der Welt und zementierten ihren Platz in der Sportgeschichte ihres Landes.
Drittens, warum das alles? Ganz einfach: Symbolischer Startschuss einer neuen sportlichen Ära. Turkmenistan will sich weltweit nicht nur als Energie-Schwergewicht, sondern auch als kulturelle und sportliche Macht positionieren. Finden sich globale Köpfe in der Sportwelt plötzlich erstaunt bei einer heißen Tasse Tee und blicken bewundernd auf diesen Drahtseilakt aus Zentralasien. Es ist fast so, als hätte einer der verbotenen Kunstsammler von altem Sowjetismus ein Bild bei Sotheby's versteigert, das sich plötzlich als Meisterstück entpuppt.
Turkmenistans Staatschef, Gurbanguly Berdimuhamedow, hatte bereits 2017 die Asienspiele erfolgreich in Ashgabat ausgerichtet und gedacht: Warum nicht die Sportwelt weiterhin durch Überraschungen schockieren? Diese gut geplanten Schachzüge, strategisch platzierte Schritte in der internationalen Arena zeigen, dass genau jene Länder, die man immer unterschätzt, oft die größten Triumphe mit sich bringen.
Man stelle sich vor, junge turkmenische Athleten durchbrechen die Erwartungen, inspirieren eine neue Generation von Sportliebhabern, die Schild und Hammer zugunsten von Skiern und Kufen bei Seite legen. Man packt die Matthew McConaughey-Brille auf und fragt: „Ist das die Renaissance von Turkmenistan?"
Natürlich erhebt sich sofort ein Chor derer, die immer alles besser wissen. Sie mokieren sich über die Rolle kleinerer Nationen in großen Spielen. Doch während sie debattieren, macht dieses Land einfach weiter. Die konservativen Tugenden der Ehrfurcht und der Durchsetzungskraft setzen sich – fern von unnötigem Gezeter – auf der internationalen Bühne durch.
Als die weltweit tätigen Agenten einsprachen, sie skeptisch den Kopf schüttelten – wurde Turkmenistan in Lausanne zum Star. Während wir diese Zeilen schreiben, packen junge Jungs in der Wüste mit inspirierendem Funkeln in den Augen ihre Skier ein, da ihre Helden sich in den kalten und unerbittlichen Ebenen Europas bewiesen haben.
Ein kleines Land, das gegen alle Widrigkeiten die olympische Bühne betrat und die Welt mit seiner Perspektive erhellte. Und wie immer, an die Neinsager: Es gibt mehr zu erreichen, als nur am Spielfeldrand zu sitzen. Manchmal muss man einfach nur den ersten Schritt wagen.
Also, Lob an Turkmenistan und seine Sportler, die uns eine wichtige Lektion außer Wüstenhitze und Gasreserven zeigen: Es geht um Mut, Initiative und die Bereitschaft, Grenzen zu überschreiten. Und ja, das alles ohne das pseudointellektuelle Getue, das nur in liberalen Kreisen Anklang findet. Der wahre Triumph kommt von denen, die riskieren, nicht nur sprechen.