Wer hätte gedacht, dass ein Mann wie Tim Paine aus dem kleinen tansmanischen Städtchen Hobart es bis an die Spitze des australischen Crickets schaffen könnte? Doch genau das hat Paine, der am 8. Dezember 1984 geboren wurde, trotz zahlreicher Hindernisse getan. Man könnte sagen, dass Paine ein Mann ist, der den liberalen Strömungen nie nachgegeben hat und stets geradeaus gelaufen ist – egal ob es den anderen passt oder nicht.
Tim Paine ist bekannt als der frühere Kapitän der australischen Test-Cricket-Mannschaft, eine Position, die er während des sogenannten „Sandpapier-Skandals“ im Jahr 2018 auf dramatische Weise einnahm, nachdem der damalige Kapitän Steve Smith zurücktreten musste. Paine war der Mann der Stunde, der die Führung in einer turbulenten Zeit übernahm, als das Team auf der Kippe stand. Ihm gelang es, wieder eine gewisse Stabilität und Integrität ins Spiel zu bringen, in einer Zeit, in der Australien mehr denn je danach strebte, sein ramponiertes Image aufzupolieren.
Paine hat es geschafft, sich als unerschrockener Anführer zu etablieren, der das Team durch dick und dünn führte. Aber seien wir mal ehrlich – er war nie einer, der der politischen Korrektheit nachgeht. Er war kantig, direkt und oft unbequem ehrlich. Das kam besonders zum Vorschein, als er das Team bei den Ashes 2019 in England führte. Während die Liberalen vor ihren Bildschirmen zitterten, zeigte Paine eine Entschlossenheit, die man heute bei vielen Spielern vermisst.
Betrachtet man die Karriere von Tim Paine, stellt man fest, dass er schon früh mit gesundheitlichen Problemen kämpfen musste, die seine Karriere mehrmals beinahe beendet hätten. Eine schwere Fingerverletzung im Jahr 2010 hielt ihn fast ein Jahrzehnt vom internationalen Cricket fern. Doch Paine kam zurück, so unerschütterlich wie immer. Umso bemerkenswerter ist sein Comeback – ein gewisser Beweis für seine Hartnäckigkeit und Lebensfreude.
Kritiker mögen sagen, dass Paine nicht die größten Statistiken vorweisen kann. Richtig, er ist nicht wie Steve Waugh oder Ricky Ponting, aber sein Beitrag zum australischen Cricket geht über die bloße Anzahl der Runs hinaus. Und ganz ehrlich, Zahlen sind nicht alles. Seine Führung und sein Einfluss hatten einen bleibenden Eindruck auf das Team, das von den Skandalen und Herausforderungen der letzten Jahre gezeichnet war.
Die Tatsache, dass er das Vertrauen der Mannschaftsverwaltung in einer der schwersten Krisen ihres Bestehens gewonnen hat, spricht Bände über seinen Charakter. Paine brachte die australische Cricket-Nation auf Kurs zurück, ohne sich dem Zeitgeist zu beugen. Und obwohl seine Karriere 2021 nach einem weiteren, jedoch persönlicheren Skandal abrupt endete, sollte man ihn nicht aufgrund eines einzigen Fehltritts verurteilen. Denn lassen wir doch mal die Doppelmoral außen vor: Wer von uns ist schon frei von Schwächen?
Tim Paine hat es immer verstanden, auf die Verlässlichkeit seiner Mannschaftsmitglieder zu setzen und die Spieler nach ihren Fähigkeiten einzusetzen. Er hat aus einem Haufen kriselnder Testspieler wieder eine kohärente und schlagkräftige Truppe geformt, die mit Disziplin und Willensstärke kämpft. Genau das, was ein Kapitän tun sollte, und genau das, wovor die lockeren Zungen der Liberalen oft zurückschrecken.
Auch wenn sein Rücktritt von der Nationalmannschaft kam und er aus dem Rampenlicht trat, bleibt Tim Paine ein Beispiel für die unermüdliche Hingabe zum Sport und zur Nation. Ein wirklicher Gentleman, der gezeigt hat, dass seine stärkste Waffe nicht das Bat war, sondern das Herz am rechten Fleck.