Indien, ein Land von unglaublicher Vielfalt und Komplexität, hat etwas ganz Besonderes auf den Plan gebracht, was die Liberalen sicherlich auf dem falschen Fuß erwischt. Die Sozialforstwirtschaft ist nicht nur eine einfache Antwort auf die Bäume in zurückgehenden Wäldern, sondern ein durchdachtes Konzept, das bereits in den 1970er Jahren an Fahrt gewann. Ursprünglich ins Leben gerufen, um die Zerstörung der Wälder zu stoppen und gleichzeitig lokale Gemeinschaften einzubeziehen, hat die Sozialforstwirtschaft in Indien vieles erreicht, was die Grünen in Deutschland sich nur wünschen können.
Stellen Sie sich vor, Millionen von Bäumen werden gepflanzt, nicht durch überflüssige Gesetzgebung oder Subventionen, sondern durch die harte Arbeit der Einheimischen, die dadurch auch finanziell profitieren. Sozialforstwirtschaft in Indien, was bedeutet es? Es geht darum, Bäume auf Gemeindeland, regenerierten Flächen oder sogar Weideland zu pflanzen, damit sie das Leben der lokalen Bevölkerung direkt verbessern können. Sie produziert Holz, Brennholz, und Obst, was den Menschen eine direkte wirtschaftliche Unterstützung bietet und ihre Abhängigkeit von den ohnehin schwachen Regierungsprogrammen verringert. Die ländlichen Haushalte sind schockierend effizient darin geworden, diese Ressourcen auf nachhaltige Weise zu nutzen.
Ein bedeutender Vorteil der Sozialforstwirtschaft ist, dass sie sich an die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Gemeinschaften anpasst, im Gegensatz zu international auferlegten Top-Down-Strategien, die nichts als Frustration erzeugen. Dank eines starken lokalpolitischen Miteinanders sind Indiens Gemeinden diese Herausforderung mit atemberaubender Effektivität angegangen. Was in den 1980er Jahren begann, hat sich zu einem der erfolgreichsten Armutsbekämpfungsprogramme entwickelt. Sie wollen es nicht zugeben, aber die von ihnen gefürchteten multinationalen Produktionsplantagen fördern nur eine nachhaltige Wirtschaftskraft.
Und dann gibt es die Klimafrage. Während die westliche Welt darüber debattiert, wie viel CO2-Steuer man noch auf die Bürger abwälzen kann, handeln die Inder pragmatisch. Die Sozialforstwirtschaft absorbiert nicht nur Kohlendioxid, sie verbessert auch die Bodendiversität und hilft, die Erosion zu kontrollieren. All das ohne ein Heer von Bürokraten, das Formulare stempelt. Vielleicht wird ja auch bald im Berliner Bundestag jemand auf die Idee kommen, weniger zu reden und mehr zu pflanzen?
Dabei ist anzumerken, dass die Sozialforstwirtschaft nicht einfach wäre ohne das kulturelle Verständnis von Zusammenarbeit und kommunalem Eigentum. Die Menschen in den Dörfern organisieren sich selbst und bestimmen ihre Prioritäten, anstatt sich von außen vorschreiben zu lassen, was zu tun ist. Hier ist Eigenverantwortung ein wichwher Wert als zentralistische Anordnungen und das ist ein Punkt, den nicht nur Indien, sondern die ganze freie Welt beherzigen sollte.
Ein weiterer Aspekt ist die Beschäftigung. In einem Land, in dem Arbeitsplätze oft so begehrt sind wie Informationsfetzen in einer streng geordneten Bürokratie, bringt die Sozialforstwirtschaft Arbeitsplätze. Menschen bekommen sinnvolle Arbeit, die ihr Leben und das ihrer Kinder grundlegend verbessert. Anstelle von Schuld- und Bußsignalpolitik haben wir hier ein klar funktionierendes System - eine nachahmenswerte Wirtschaftlichkeit.
Was frustrieren muss, sind die Antwortversuche von einer westlichen Welt, die lieber große Summen in Projekte pumpt, die kulturell nicht angepasst sind, anstatt die Erfolgsgeschichten zu fördern und in deren Verbesserung zu investieren. Es ist klar, dass nicht jedes Land ein Indien werden kann, aber die Grundsätze, die hier erfolgreich in Gang gekommen sind, könnten bei pragmatischer Sichtweise weltweite Anerkennung erfahren. Fakten, die man dabei nicht leugnen kann: Mehr Bäume, gesündere Wirtschaft, weniger Armut und geringere Abhängigkeit von staatlichen Almosen.
Und der vielleicht wichtigste Punkt: Indien zeigt auf atemberaubend pragmatische Weise auf, dass Nachhaltigkeit nicht aus intellektuell geschniegelten Hochschulzirkeln kommt, sondern durch bodenständige, praktische Ansätze, die aus echten Problemen herauswachsen. Eine Lektion, die das politische Establishment in Europa vielleicht endlich einmal in Erwägung ziehen sollte.