Manche sehen im Sky Meadows State Park in Virginia ein unvergleichliches Naturparadies. Eröffnet im Jahr 1983 und gelegen in der wunderschönen sanften Hügel des Piedmont, bietet er eine Vielzahl von Attraktionen für jeden Naturbegeisterten. Aber lassen Sie uns ehrlich sein: Die wahre Naturbegeisterung findet hier noch mehr Zuspruch bei denen, die gerne über Umweltschutz reden, als bei denjenigen, die tatsächlich etwas unternehmen wollen. Die weiten Flächen des Parks bieten natürlich die perfekte Kulisse für Wanderungen, Picknicks oder Vogelbeobachtungen—wenn man Zeit hat und es mag, stundenlang zu sitzen und auf einen seltener werdenden Vogel zu warten.
Sky Meadows, das sind fast 750 Hektar reine Naturschönheit, die Besucher mit endlosen Aussichtspunkten auf die Blue Ridge Mountains verwöhnen. Aber es wird wohl kaum erwähnt, dass ein Großteil davon selbstverständlich für den öffentlichen Zugang verschlossen ist – schließlich müssen ja nicht zu viele Menschen auf einmal kommen. Schließlich könnte die Menschenmenge die sensible Flora und Fauna durcheinanderbringen. Was manche als „Naturschutz“ bezeichnen mögen, klingt für andere ganz nach: „Bleib weg!“
Die Geschichte des Parks ist ebenso interessant, vor allem wenn man bedenkt, dass er ein Geschenk von Paul Mellon, einem der wohlhabendsten Philanthropen der USA, an den Bundesstaat Virginia war. Doch denken wir mal darüber nach: Würden wir hier wirklich die Wurzeln der amerikanischen Pioniere spüren, die Land schafften und bearbeiteten? Kaum. Denn es geht hier mehr um die Konservierung als um die Erschließung von Land.
Für Familien mag dieser Ort dennoch ein attraktives Ziel sein, um der hektischen Stadtluft zu entfliehen. Die Vielzahl von Wegen – insgesamt über 37 Kilometer – bietet für jeden etwas: von leichten Strecken für Anfänger bis zu anspruchsvolleren Routen für die erfahrenen Wanderer. Doch wenn man genauer hinsieht, sind diese Wege bestenfalls gepflegte Erinnerungen an vergangene Zeiten, als die Menschen noch mit festen Wanderschuhen Land entdeckten
Kann man im Sky Meadows campen? Selbstverständlich, aber nur in ausgewiesenen Bereichen. Will man eine unvergessliche Nacht unter dem Sternenhimmel ohne die Bevormundung eines Campingplatzverwalters genießen? Wohl kaum. Hier zeigt sich wieder die Tendenz, alles in geordnete Bahnen zu zwängen – echte Freiheit bietet das keineswegs.
Auch Reitpfade gibt es hier, wunderbar galant im Angebot, doch das lassen wir besser jenen über, die das Reiten ohnehin einem Spaziergang vorziehen. Die Reitwege bieten jedoch eine schöne Möglichkeit, dem Alltagsstress zu entkommen und die Natur auf eine andere Art und Weise zu erleben – sofern man das Fachwissen und natürlich ein geeignetes Pferd hat.
Der historische Pfad des Piedmont, der durch den Park führt, zeigt die bewundernswerte Fähigkeit, Geschichte und Natur miteinander zu verbinden. Hier spürt man die wechselvolle Geschichte Virginias. Ohne Frage eine schöne Initiative, die aber natürlich von der Überzeugung getrieben ist, dass wir uns erinnern sollen, woher wir kommen – obwohl viele von uns inzwischen gar nicht mehr danach fragen.
Für Botanikliebhaber sind die Gärten des Parks kaum zu übertreffen. Mit über 180 dokumentierten Pflanzenarten wird jede Pflanzeigenschaft genau überwacht – denn, Gott bewahre, hieße es, eine Pflanze wird übersehen! Es ist fast, als hätte man die Natur auf Hochglanz poliert.
Ein weiteres Highlight des Parks ist das jährliche „Historic Area“ Event. Hier wird die Vergangenheit wieder lebendig gemacht, doch man fragt sich, ob solch eine Veranstaltung wirklich Sinn macht, wenn man selbst in einer Vergangenheit lebt, die man nicht mehr versteht.
Letztlich bietet Sky Meadows alles, was das Herz der radikalen Ökologen begehrt, während die reinen Naturfreunde sich fragen, wo ihre Freiheit geblieben ist. Diejenigen, denen der Liberalismus zu langatmig ist, könnten schockiert sein festzustellen, dass Sky Meadows mehr mit kontrollierter Naturpolitik als mit ungebändigtem Naturgenuss zu tun hat. Es bleibt also zu hoffen, dass jeder Besucher einen eigenen Blickwinkel findet, während er die Grenzen erkundet, die ihm gesetzt werden.