Wer hat noch Zeit für langsames Ableben? In einer Gesellschaft, die permanent auf der Überholspur lebt, können wir uns kein langes und schmerzhaftes Ende leisten. "Schneller Tod" ist der Begriff, der in den letzten Jahren immer häufiger in den Raum geworfen wird, besonders in städtischen Zentren und bei Gesundheitsexperten, die sich eine pragmatischere Herangehensweise an das Lebensende wünschen. Anstatt durch einen zermürbenden und kostspieligen Prozess zu gehen, der Familien auseinanderreißen kann, warum nicht stattdessen einen klaren, schnellen und ehrenhaften Ausweg wählen?
Die Vorstellung eines schnellen Endes ist nicht neu. Sie reicht zurück bis in die Antike, als Krieger einen raschen Tod auf dem Schlachtfeld für mutiger hielten als das Dahinsiechen. Heute fragen wir uns: Warum sollten wir anders denken? Moderne Medizintechnik kann Leben verlängern, bietet aber nicht immer Qualität. Wäre ein schneller Abgang nicht eine Erlösung für viele, die an unheilbaren Krankheiten leiden oder sich mit unüberschaubaren Krankenhausrechnungen quälen? Weniger Belästigungen, keine finanzielle Belastung mehr für Ihre Familie und ein ehrlicher Abschied von dieser Erde.
Es gibt natürlich Stimmen, die argumentieren, dass dies unmenschlich sei, vielleicht sogar unmoralisch. Aber wann haben uns diese Stimmen schon jemals überzeugt, dass deren subjektiven Vorstellungen von Moral über unser eigenes Wohlbefinden stehen sollten? Vor allem, wenn man bedenkt, dass dieselben Stimmen nicht davor zurückschrecken, sich bei Themen wie Abtreibung für das vermeintlich "Freiere" einzusetzen. Doppelmoral, wohin das Auge blickt! Diejenigen, die die Freiheit in anderen Bereichen hochhalten, sollten auch hier für die individuelle Entscheidung eintreten.
Der harte wissenschaftliche Aspekt: Forschungsergebnisse stützen die Idee, dass ein schnelles Ende für viele psychisch entlastender ist. Eine Studie aus den USA zeigt, dass sich Patienten, die euthanasiert wurden, oft von einer unvorstellbaren Last befreien konnten und ihre Angehörigen im Nachhinein weniger traumatisiert waren. Auch die Wirtschaft hat ein Wörtchen mitzureden: Ein schnelles Ende würde Millionen im Gesundheitssystem sparen. Anstatt uns in Kostenrechnungen zu verlieren und unerschwingliche Medikamente zu bezahlen, könnten diese Ressourcen für praktische Investitionen in das Leben anderer genutzt werden.
Antagonisten dieser Ansicht mögen von einer Entwürdigung des Lebens sprechen. Doch was bringt mehr Würde: Wochen oder Monate in einem Krankenhausbett zu verbringen, kaum bei Bewusstsein, während teure Maschinen das Leben gerade so erhalten – oder bewusst und in voller Entscheidungsfreiheit zu gehen, so wie man es sich selbst wünscht? Letzteres ist für viele die eigentliche Bedeutung von Würde. Die Kontrolle behalten, auch und gerade über das eigene Leben.
Diese Debatte ist nicht nur eine individuelle, sondern auch eine höchst politische. In einem Land, das sich oft selbst rühmt, die Freiheit in allen Facetten zu verteidigen, müssen wir uns fragen, warum eine solche Entscheidung nicht tiefere gesellschaftliche Unterstützung erhält. Die vermeintliche "moralische Krise", die einige meinen heraufbeschwören zu müssen, ist nicht mehr als ein Tuch politischer Rhetorik, das von den eigentlichen Problemen ablenkt. Hören wir auf zu debattieren und ermöglichen wir den Menschen die Freiheit der Wahl, die so viele andere Bereiche unseres Lebens bestimmt.
Im Ausland gibt es bereits Länder, die die Vorteile eines schnelleren Endes erkennen und es in ihren Regeln verankern. Nehmen wir Belgien oder die Niederlande als Beispiel, die fortschrittliche Wege gefunden haben, mit einem würdevollen Abschied aus dem Leben umzugehen. Hier haben pragmatische und zugleich mitfühlende Entscheidungen dazu geführt, dass die Menschen in Frieden sterben und nicht als Schatten ihrer selbst enden.
Die Tatsache, dass der schnelle Tod für viele zur Ideallösung wird, zeigt, dass wir unsere Prioritäten überdenken müssen. Die Freiheit, das eigene Leben zu beenden, wenn es einem passt, ist eine Erweiterung der Freiheit, die wir täglich einsetzen – sei es bei grundlegenden Wahlen oder bei weitreichenden Entscheidungen. Wie wir das Ende unseres Lebens betrachten, wird letztendlich wie jede andere Entscheidung sein, die wir treffen: Die Freiheit, selbstbestimmt zu wählen, sollte unantastbar sein.