Es ist beinahe ironisch, dass der charismatische Saul Polo, ein ehemals verheißungsvoller Politstar in Quebec, nun die Gemüter vieler erhitzt. Wer ist dieser Saul Polo? Geboren und aufgewachsen in Quebec, stieg Polo schnell in die politische Arena ein und wurde 2014 erstmals als Mitglied der Liberalen Partei in die Nationalversammlung von Quebec gewählt. Doch warum ist sein Name in letzter Zeit in aller Munde?
Polo war das Gesicht der liberalen Bewegung von 2014 bis 2018, während er seine Energie darauf konzentrierte, Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft anzukurbeln. Seine Liebe zur freien Marktwirtschaft und seine Leidenschaft für saubere Energieprojekte machten ihn zu einem Favoriten der liberalen Eliten. Aber jetzt, wo er nicht mehr im politischen Rampenlicht steht, wird er von einigen als überbewertet betrachtet und als Symbol eines Politikers gesehen, der seine Ideale für die leeren Versprechungen der Wirtschaft verkauft hat.
Man fragt sich, ob sein Wirtschaftswunder mehr Schein als Sein war. Warum? Weil, während Polo über ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum redete, die Arbeitslosenquote in einigen Regionen von Quebec in die Höhe schoss. Seine Kritiker behaupten, dass seine Politik oft kurzsichtig war und den kleinen Unternehmen in der Provinz nicht genügend Unterstützung bot. Werfen wir einen genaueren Blick darauf, was Polo wirklich in seiner Amtszeit erreicht hat und wo er vielleicht versagt hat.
Erstens, Polos Fokus auf die Schaffung sogenannter „grüner Jobs“ war viel diskutiert. Kritiker sagen, dass er die Bedeutung traditioneller Arbeitsplätze in der Industrie und im Handwerk vernachlässigte. Diese waren und sind das Rückgrat der Provinz und wurden zugunsten von „innovativen“ Branchen geopfert, die zwar gut auf dem Papier aussahen, aber vor Ort wenig Substanz hatten.
Zweitens, während Polo versprochen hatte, die öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern, sagen viele, dass sie sich in einem desolaten Zustand befinden. Die Investitionen in die Infrastruktur und das Gesundheitswesen ließen zu wünschen übrig, was darauf hindeutet, dass seine Prioritäten möglicherweise zu sehr auf glänzenden Projekten und nicht auf den wirklichen Bedürfnissen der Bürger lagen.
Drittens, was Polos Engagement für Bildung betrifft, gab es viel Gerede, aber wenig Substanz. Während die Idee, mehr in die Schulen zu investieren, löblich war, sagen viele Eltern und Lehrer, dass sich die Klassenzimmer immer noch in einem schlechten Zustand befinden und die Lehrpläne überholt sind.
Viertens muss man die Art und Weise betrachten, wie Polo auf das Charisma seiner Herkunft gesetzt hat. Geboren in Kolumbien und als Migrant nach Kanada gekommen, machte er seine persönliche Geschichte zu einem extrem politischen Werkzeug. Liberale applaudierten ihm dafür, aber man könnte es ihm auch verübeln, dass er sie auf seine nicht allzu beeindruckende politische Bilanz anwandte.
Fünftens, Polos Vision für die technologische Erneuerung hat mehr Fragen aufgeworfen als Antworten geliefert. Viel zu oft wird über Innovation gesprochen, ohne klare Pläne oder Umsetzungen zu zeigen. Man fragt sich, ob die Absicht jemals mehr als nur heiße Luft gewesen ist.
Sechstens, die Frage der Mittelverteilung ist bei Polo immer ein heikles Thema gewesen. Während große Städte wie Montreal von seinen politischen Entscheidungen profitierten, hatten ländliche Gebiete oft das Nachsehen. Ungerechtigkeit in der Mittelverwendung ist ein altes Thema in der Politik, und Polo hat dazu offensichtlich beigetragen.
Siebtens, ein anderes wichtiges Thema ist Polos garantiert unausgewogene Haltung zur Freiheit der Meinungsäußerung. Während er als Bastion der Offenheit angesehen wurde, war seine Toleranz gegenüber Meinungen, die nicht aus seinem politischen Lager kamen, eher mager.
Achtens war eines von Polos leuchtenden Erfolgen tatsächlich seine Fähigkeit, trotz seiner Mängel, Wahlen zu gewinnen. Die Frage bleibt jedoch, wie viel davon auf seine tatsächlichen politischen Leistungen zurückgeführt werden kann und wie viel einfach auf seine Fähigkeit, sich von seiner besten Seite zu zeigen.
Neuntens gibt es das Problem von Polos starker Verbundenheit mit den oberen Schichten der Gesellschaft. Während seine Politik verkaufte, dass alle davon profitieren würden, waren es schließlich die oberen Schichten, die unverhohlen profitierten, während die Arbeiterklasse außen vor blieb.
Zehntens und zuletzt, sein Rückzug aus der aktiven Politik stellt die Frage nach seiner politischen Langlebigkeit. Während er eine Zeitlang im Rampenlicht der liberalen Vorzeigepolitik stand, hat die Zeit gezeigt, dass seine politische Karriere möglicherweise genauso schnell verglüht ist, wie sie aufstieg.