Salvador: Das Album, das deine Playlist revolutioniert

Salvador: Das Album, das deine Playlist revolutioniert

Dieses Album wird nicht die Welt retten, aber es wird eure Ohren erobern! „Salvador“ von Sega Bodega dreht alles auf den Kopf, was wir von einem elektronischen Album erwartet haben.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Salvador: Das Album, das deine Playlist revolutioniert

Dieses Album wird nicht die Welt retten, aber es wird eure Ohren erobern! „Salvador“ ist das zweite Studioalbum des britischen Musikers und Produzenten Sega Bodega, veröffentlicht am 14. Februar 2020 unter dem Label NUXXE. Die Veröffentlichung fand mitten in London statt, der Stadt, die als Epizentrum kreativer musikalischer Entwicklungen gilt. Warum also sollte dieses Stück besonderer Kunst unser Interesse wecken? Weil es so ziemlich alles auf den Kopf stellt, was wir jemals von einem elektronischen Album erwartet haben.

Sega Bodega, dessen Klarnamen sich einige in der alternativen Musikszene wohl nicht einmal trauen auszusprechen, ist bekannt für sein extravagantes, eklektisches und manchmal verstörendes Sounddesign. Kein Wunder also, dass er mit „Salvador“ die Latte ziemlich hoch gelegt hat. Die Tracks in diesem Album führen uns durch eine Reise von futuristischen Sounds, die andere Produzenten vor Schreck in den elektronischen Denk-Tank zurückschicken könnten. Jede Note scheint förmlich zu schwirren – von den Beats bis zu den gebrochenen Melodien – Salvador ist die Art von Album, das man nicht bei einer Partie Mensch-ärgere-dich-nicht im Hintergrund laufen lässt.

Was macht dieses Album so besonders in einer Welt, die nur auf Massentauglichkeit drängt? Es ist vor allem sein unverblümter Mut zum Anderssein. Tracks wie „Masochism“ oder „U Suck“ überraschen und verstören gleichzeitig. Hier gibt es keine gefällige Harmonie, die sich Duckmäuser als Ohrwurm überschlafen lassen. Das ist pure Revolution im Sound, perfekt für alle, die genug von den immer gleichen radiotauglichen Einheitsbrei aus der Mainstream-Küche haben. Sega Bodega zeigt, dass es Zeit ist, die Schubladen des Gewohnten zu sprengen. Wo manche elektronische Musik nur monoton dahinplätschert, wirbelt Bodega die Strukturen wild durcheinander, so dass jedem Hörer fast schwindelig wird, da auch das Vertraute plötzlich fremd erscheint.

Und natürlich gibt es einen Grund, warum „Salvador“ zu den Diskografien gehört, die sich nicht einfach nebenbei konsumieren lassen. Ausgefeilte Produktionsqualität, die glänzt wie frisch poliertes Silberbesteck in einer Welt, die voller Plastikmesser ist. Es wäre wirklich eine Schande, Sega Bodega von der Liste der musikalischen Revolutionäre auszuschließen, nur weil man sich nicht aus der gemütlichen Zone bewegen will. Ja, die Sounds sind sperrig, nicht jeder wird sie mögen, aber vielleicht genau deshalb ist es Musik, die Bestand haben wird.

Während der heutigen Zeit, in der alle davon schwärmen, wie wunderbar divers sie sind, offenbart Salvador die Ironie: die meisten klingen immer noch gleich. Bodega gelingt es durch unorthodoxe Stilmittel, Raureif auf unsere Hörgewohnheiten zu zaubern. Es gibt diese allgemeine Wilderness gegen den Strom zu schwimmen, gegen die Komfortzonen der Couch-Kommentare mit ihren vorprogrammierten Likes. Gut so, dass „Salvador“ ist nicht für diejenigen, die Konflikte als etwas Böses sehen.

Natürlich provoziert „Salvador“, und das ist genau der Punkt. Da gibt es Balladen, die Herz und Kopf miteinander kämpfen lassen, aber auch frenetische Momente, die unsere Nerven vibrieren lassen. Zeitgemäßer war elektronische Musik noch nie, und vielen wird das zu hektisch, zu rastlos, vielleicht auch zu experimentell sein. Doch malen wir nicht alle über den Rand unserer Vorurteile hinaus?

Schließlich muss man sich sowieso fragen: Was hörten die alten Rock-Revoluzzer wohl, als sie das erste Mal Radiohead abspielten? Wahrscheinlich dachten sie ähnlich wie bei Sega Bodega, dass da ein Brecher ankommt, der alles aus der Verankerung hebelt. Wer Bermudadreiecks-Tracks mag, die im Zickzack verlaufen und sich nicht an tonale Richtlinien halten, sollte sich „Salvador“ nicht entgehen lassen.

Im Rückblick auf „Salvador“ sehen wir, dass mutige Soundexperimente das Salz in der Suppe sind, die Musikszene neu erfinden und umkrempeln. Wir drehen also die Lautstärke auf und genießen die grimassierenden Klänge – voller Kuriositäten, die den gewöhnlichen Alltag auf den Kopf stellen.

Hier gibt es kein Lächeln, das nur aus einem Emoji besteht, sondern aus einer ganzen plakativen Herausforderung. Die Wirkung ist großartig, und selbst wenn liberal gesinnte Musik-Experten vor Schreck die Stirn runzeln, bleiben wir unbeeindruckt. Echte Kunst, die polarisiert, ist nie langweilig.