Wenn man an ungewöhnliche Freundschaften auf der politischen Weltbühne denkt, könnte die Beziehung zwischen Russland und Vietnam schnell in den Sinn kommen. Während viele westliche Nationen vor aufgekrempelten Ärmel in die Debatte ziehen, haben diese beiden Länder klug eine Partnerschaft geschmiedet, die den geopolitischen Schachbrettfiguren einen Schachzug voraus zu sein scheint. Ein Land im kalten Norden und ein Land im heißen Südosten Asiens—wer hätte das gedacht?
Wer genau sind die Akteure auf dieser unkonventionellen Bühne? Da ist Russland, das in den letzten Jahren ein fester Beständigkeitspfeiler in Eurasien geworden ist, während Vietnam, mit seiner florierenden Wirtschaft und strategischen Lage, fordernd im südasiatischen Raum trippelt. Soziale, kulturelle und wirtschaftliche Verbindungen zwischen den beiden Ländern bestehen seit den Zeiten des Kalten Krieges. Während der Sowjetära war Vietnam einer der verlässlicheren Partner Moskaus.
Das Zauberwort für diese Allianz heißt "Öl und Gas". Man sollte sich nicht täuschen lassen—es sind nicht immer die Waffengeschäfte, die solche Partnerschaften antreiben. Rosneft und Gazprom haben beide Geschäfte in Vietnam abgeschlossen, um die marinen Öl- und Gasreserven zu erschließen. Ein Move, der die westlichen Ölmulti-Unternehmen aufhorchen ließ. Ein klassisches "Follow the Money"-Beispiel.
Natürlich wären Partnerschaften nichts ohne ein wenig strategisches Süßholzraspeln. Beide Länder haben das gemeinsame Interesse daran, ihre militärische Zusammenarbeit zu vertiefen. Vietnam, ein Land, das immer mit einem Auge auf China schaut, findet in Russland einen erfahrenen Waffenlieferanten. Und Moskau? Es bleibt weiterhin dafür bekannt, auf die Joch der westlichen Sanktionen pfeifend, seine Einflusssphäre auszuweiten.
Aber halt, Russland und Vietnam sind keine Newcomer auf dem internationalen Parkett. Ihre diplomatischen Beziehungen reichen bis 1950 zurück. Inmitten der Komplexität des Kalten Krieges wuchs eine Beziehung heran, die dem Westen sicher die ein oder andere schlaflose Nacht bereitete.
Humanitäre Hilfe und Bildungsaustausch? Check. Russland hat immer großzügig Studentenlose und Austauschprogramme bereitgestellt. Eine Investition, die sich in Form von präsenten vietnamesischen Führungskräften, die Russisch sprechen und das russische Bildungssystem loben, auszahlt.
Nicht zu vergessen die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Tourismus, Landwirtschaft, High-Tech—Russland und Vietnam schreiben diesen Wirtschaftszweigen große Bedeutung zu. Vietnam fungiert als idealer Handelsmarkt für russische Güter, während vietnamesische Produkte in Russland auf offene Ohren stoßen.
Klimakatastrophe, Menschenrechte? Das lassen wir mal die liberalen Medien erörtern. Diese Partnerschaft dreht sich um handfeste Verhältnisse. Wirklichkeitsnahe Deals, die ohne viel Brimborium zustande kommen.
Man könnte meinen, diese Zusammenarbeit sei ein Dorn im Auge derer, die meinen, die Welt auf eine einheitliche Ideologie festnageln zu müssen. Doch Russland und Vietnam spielen nach ihren eigenen Regeln in einem globalisierten Spiel, das alles andere als fair gestaltet ist.
Also, wenn das nächste Mal jemand posaunt, dass die Welt nur von westlichen Werten vereint werden kann, sollte er vielleicht mal einen Blick auf die Karte werfen und sich diese bemerkenswerte Partnerschaft ansehen. Diese Beziehung wird definitiv nicht an ihrem Ende angelangt sein, solange strategische Interessen und gegenseitige Vorteile die treibenden Kräfte bleiben.
Vielleicht fühlen sich einige aus der anderen Ecke des politischen Spektrums in ihrer Komfortzone bedroht. Doch für jene, die den Wert der traditionellen Machtpolitik zu schätzen wissen, stellt die Russland-Vietnam-Beziehung ein Meisterwerk der modernen Diplomatie dar.