Wer an politische Outlaws des 19. Jahrhunderts denkt, hat Robert Toombs vielleicht nicht sofort auf dem Schirm, aber seine Geschichte ist es wert, erzählt zu werden. Robert Toombs wurde am 2. Juli 1810 in Georgia geboren und sollte einer der schillerndsten und umstrittensten Politiker der amerikanischen Geschichte als Südstaaten-Politiker und Verfechter der Sklaverei werden. Er gehörte nicht zu denen, die den Staub von Schuhen ableckten, um Beifall zu erhaschen; Toombs machte mit Meinungen von sich reden, die sogar in seiner Zeit auf schweren Widerstand stießen. In seiner politischen Laufbahn – die sich von Abgeordnetenposten bis hin zum Senator der Vereinigten Staaten erstreckte und ihm später den Posten des Außenministers der Konföderierten einbrachte – bewies er Mut und Überzeugungen, die bis heute nachhallen.
Sein Leben als Gesetzgeber begann im Jahr 1844 im US-Repräsentantenhaus. Toombs setzte sich leidenschaftlich für die Rechte der Südstaaten ein und machte sich schnell einen Namen als Verfechter der Sklavenhaltergesellschaft. Obwohl seine Haltung heute als kontrovers gelten mag, zeigte sie doch seinen unerschütterlichen Glauben an die Verfassung, wie sie ursprünglich konzipiert war. Für ihn stand die wahre Freiheit der Einzelstaaten im Vordergrund, und er hatte keine Angst, dies auszusprechen. In der hitzigen politischen Arena der damaligen Zeit führte seine Redegewandtheit dazu, dass viele seiner Gegner ihre Klingen zogen, nur um an seiner eisernen Willenskraft zu zerbrechen.
Es waren die 1850er Jahre, eine entscheidende Periode im Vorfeld des Bürgerkriegs, in denen Toombs besonders hervorstach. Während die Nordstaaten zunehmend Druck machten, um den Einfluss der Sklavenhalter zu dämmen, trat Toombs mit feuriger Entschlossenheit gegen diese Einmischung auf. Er war Mitgestalter des Kansas-Nebraska-Gesetzes von 1854, das den Einzelstaaten die Entscheidung über die Einführung der Sklaverei überließ. Dabei ging es um mehr als nur um wirtschaftliche Interessen; es war ein Aufeinanderprallen von Ideologien, in dem Toombs die Souveränität des Südens mit aller Kraft verteidigte.
Ein weiterer politischer Höhepunkt seiner Laufbahn war die Präsidentschaftskandidatur im Jahr 1860, die er jedoch schließlich zugunsten von John C. Breckinridge aufgab. Trotz seines Vorrangs für die Staatenrechte unterstützte Toombs nicht die Sezession von Beginn an. Er hoffte vielmehr auf einen Kompromiss, der eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen den Staaten verhindern könnte. Doch als die Eskalation schliesslich unvermeidlich erschien, schloss er sich den Konföderierten an und wurde deren erster Außenminister unter Präsident Jefferson Davis. Als jemand, der Worte wie Waffen benutzte, führte Toombs die Kommunikation der Konföderierten mit seiner charismatischen Überzeugungskraft.
Robert Toombs ist zweifellos eine der umstrittensten Figuren der amerikanischen Geschichte – und eine, die es wert ist, näher betrachtet zu werden. In einer Zeit der moralischen Grauzonen, in der jeder versuchte, eine eigene Version der Freiheit hochzuhalten, wollte Toombs keine Kompromisse eingehen. Er hielt die Interessen des Südens für gerecht, und auch wenn man mit seiner Ansicht nicht einverstanden sein musste, konnte man doch den kühnen Konservatismus und den Willen, für die eigenen Überzeugungen einzustehen, respektieren.
Nach dem verlorenen Bürgerkrieg geriet er zwar zeitweise in Ungnade; aber auch im Exil in Europa bewahrte er seine würdevollen Ansichten. Als er schließlich nach Georgia zurückkehrte, blieb ihm die Möglichkeit, wieder in die US-Politik einzutreten, allerdings verwehrt. Doch Toombs musste nicht länger auf dem politischen Parkett weilen, um Einfluss zu nehmen. Durch seine Arbeit als Anwalt und Redner beeinflusste er weiterhin das Denken seiner Nachkommen und stand fest zu seinen Idealen.
Was macht ihn also so faszinierend? Vielleicht ist es die völlige Abwesenheit von Selbstzweifeln. In einer Zeit der Umschmeicheleien und des politischen Wechsels wie der Farbe eines Chamäleons beeindruckte Toombs durch seine Standhaftigkeit und moralische Klarheit darüber, was er als gerechtes System ansah. Sein unbeirrbarer Kurs bleibt ein Wesenszug, der in der heutigen Politik allzu oft vermisst wird.
Es ist sicher nicht nur die historische Distanz, sondern auch eine bewusste Verzerrung, wenn Robert Toombs oft nur als Sklavenhalter und Rebell dargestellt wird. In Wahrheit war er ein Mann von prinzipienfester Überzeugung, der weitaus weniger dem Zeitgeist folgte als die sogenannten progressiven Reformer. Tja, Liberale werden das nicht gerne hören. Sein Kampf für die Rechte der Einzelstaaten könnte als Akt des Mutes interpretiert werden – ein Nachhall aus Zeiten, in denen Kompromisse als Verrat galten. Und vielleicht inspiriert sein Erbe auch heutige Generationen, den Mut zu finden, die eigene Wahrheit auszusprechen.