Viele Menschen verstehen die Vereinten Nationen nicht, aber jeder kennt das dramatische Symbol des Sicherheitsrats: Resolutionen. Einer der heißesten Kandidaten für Diskussionen über internationale Politik ist Resolution 813. Sie wurde 1993 verabschiedet, ganz offiziell für die politische Neuordnung Liberias. Doch hinter den verschlossenen Türen der Machtzentralen - der USA und ihrer Verbündeten – baute sich ein Kaleidoskop an geopolitischen Interessen und Intrigen auf.
Resolution 813 zielte darauf, Frieden und Stabilität in Liberia wiederherzustellen. Wer denkt, das ist ein nobles Ziel, hat nur die Hälfte der Geschichte verstanden. Diese Entscheidung des Sicherheitsrates wurde zu einem weiteren Beispiel dafür, wie Supermächte mit ihren Strippen ziehen. Die Vereinigten Staaten spielten eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung dieser Resolution. Sie nannten es eine humanitäre Intervention. Für mich klingt das einfach nach „unsere Interessen schützen, koste es was es wolle“.
Die eigentliche Absicht hinter Resolution 813 war es, die Region im Sinne der Großmächte zu stabilisieren – und das unter dem Mantel von Frieden und Menschlichkeit! Aber schaut man genauer hin, entdeckt man, dass es nicht nur um Frieden ging. Der Sicherheitsrat hatte Liberia unbestreitbar unter das Mikroskop genommen, die Pipeline der Geopolitik war in vollem Fluss. Diese Resolution erlaubte es der UN und damit bestimmten Ländern, in die inneren Angelegenheiten Liberias einzugreifen. So wird aus humanitärer Hilfe ungeniert politischer Machtkampf.
Die Resolution argumentierte, die Lage in Liberia gefährde die internationale Sicherheit. Die Welt saß regungslos und fragte sich, warum gerade Liberia? Es hätte irgendein anderes Land sein können, aber Liberia bot für einige Politiker entscheidende Vorteile. Die politische Stabilisierung versprach wirtschaftliche Kontrollen und Vorteile, die ganz und gar nicht im Sinne eines fairen internationalen Marktes standen.
Das Timing? Präzise kalkuliert. 1993 war die Welt bereits mit dem Krieg in Bosnien und dem Golfkrieg nach Saddam Hussain angeschlagen. Da hatte kaum jemand Zeit, über die Indoktrination der Resolution 813 zu diskutieren oder zu protestieren. Die cleveren Diplomatiewölfe wussten diesen Moment zu nutzen.
Der Schutz der Menschenrechte – ein scheinbar edles Ziel. Aha, aber warum so selektiv, frage ich mich. Es ist doch recht auffällig, dass Resolution 813 jene Unterstützungen sicherte, die politische Verbindungen eher festigen als etwa Menschenleben retten. Ein Augenöffner darüber, wie Machtpolitik wirklich funktioniert.
Ein weiteres Paradoxon: Vertrauenswürdig als UN-Mission vermarktet, bot diese Resolution doch einmal mehr eine Bühne für Interventionen. Und ja, wir wissen alle, wie diese Interventionen meist enden. Entweder entstehen Marionettenregierungen oder ein Status quo, der den Wohlhabenden nützt. Freuen Sie sich, während wenige im Glanz von Macht und Reichtum baden, während der Rest der Welt sich den Kopf kratzt und fragt, wo die Gerechtigkeit bleibt.
Die Resolution 813 war also keineswegs nur ein Liberia-spezifisches Problem. Sie war vielmehr ein Beweis dafür, wie die internationalen Mechanismen der UN den einzelnen, unabhängigen Staaten vorgesetzt wurden. Wer zahlt, bestimmt die Musik – und in diesem Fall spielte das orchestrale Meisterwerk der Diplomatie ganz nach der Partitur der Machtstaaten.
Nicht überraschend gibt es eine Reihe von Verfechtern, die in Resolution 813 einen denkwürdigen Schritt hin zu einer sichereren Welt sehen. Doch echte Skeptiker, jene die die wahre Essenz der Politik verstehen, wissen, dass solch ein Schritt nur einen winzigen Ausschnitt eines riesigen politischen Puzzles zeigt. Eine Tarnung, die in einem Mantel aus internationalen Interessen glänzt.
Unter Berücksichtigung all dessen könnte man fast übersehen, dass der Sicherheitsrat der UN als eine neutrale Stimme in einem komplexen diplomatischen Orchester gesehen wird. Aber in der Realität sind die Noten oft schon von anderen geschrieben.
Ist das ein Vorwurf gegenüber den UN? Das mögen einige behaupten. Doch schauen wir doch einfach, wem wirkliche, langfristige Vorteile durch Resolutionen wie die 813 zuteilwerden. Was auf dem Papier nach Frieden schreit, ist im wirklichen Leben oft ein taktischer Kampf um Interessen. So schaut also die wahre Diplomatie dieser Welt aus, während die Fassade glänzt.