Resolution 1401 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen ist ein Dokument, das so viele Hoffnungen wecken wollte wie Politiker in ihren Wahlversprechen. Es wurde am 28. März 2002 verabschiedet, in einer Zeit, als die Welt den Schock der Terroranschläge vom 11. September noch nicht verdaut hatte und die Mächte dieser Welt irgendein greifbares Ergebnis zu zeigen versuchen mussten. Diese Resolution wurde im Rahmen der UNAMET (United Nations Assistance Mission in Afghanistan) humanitäres Engagement in Afghanistan und die Resolution focht kaum jemand an, denn wer könnte sich schon öffentlich gegen Frieden in Afghanistan aussprechen? Interessanterweise wurde hier die Politik zu einer Bühne für egozentrische Inszenierungen wie auf einem Jahrmarkt. Die Resolution 1401 versuchte nichts Geringeres, als Afghanistans Weg in die Zukunft zu ebnen. Doch wenn man an die dürftige Ergebnisse aller Versprechen denkt, die in politischen Kreisen gemacht wurden, könnte einen die Skepsis würgen.
Das Dokument zielte darauf ab, den Afghanen so etwas wie Stabilität und Demokratie zu bringen, obgleich man sich die Frage stellen könnte, wie westliche Werte in ein Land gebracht werden können, in dem Stammesloyalitäten, nicht Individualismus, die Regeln bestimmen. In dieser Hinsicht scheint die UN damals gedacht zu haben, dass sie das perfekte Rezept für eine funktionierende internationale Ordnung gefunden hatten. Man beachte den Sarkasmus. Das Problem? Dieses Dokument war wie eine Gartenparty ohne Wettervorhersage – man geht hin, gibt sich Hoffnung, und dann kommt der Regen.
Das Mandat der UN habe die internationale Sicherheit stärken sollen, was jeder außer Frage stellen könnte, der eine Landkarte von Afghanistan und dessen Geschichte betrachtete. Die Taliban und andere Kräfte vor Ort wurden weder durch den Papierkram beeindruckt noch aufgehalten. Naja, wer hätte das erwartet? Diese Resolution war eine bittere Pille für jeden, der die Realität am Boden kannte, und ein in Plastik verpacktes Bonbon für Idealisten.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Es ist nicht so, dass Bemühungen um Frieden von vornherein sinnlos wären. Aber was nützt der beste Malpinsel, wenn das Bild, das man malen will, schon in feuchtem Puderzucker schwimmt? Die Resolution 1401 wurde im Wesentlichen von der UN verabschiedet, um ein Bekenntnis zu internationaler Solidarität zu dokumentieren. Ein schöner Gedanke, doch blieb die große Frage weiterhin unwiderlegbar im Raum: Welche Konsequenzen hat ein symbolisches „Ja“? Könnte man wirklich erwarten, dass Bürokratie und Konsens die Waffenlobby ausstechen?
Damals mussten die Superstaaten in New York ein Dokument verfassen, das den frischen Winden eines neuen Jahrhunderts gerecht wurde. Die Resolution wurde schnell verabschiedet, doch vermochte sie die grundsätzlichen Probleme in der Region nicht lösen. Afghanistan ist in vielerlei Hinsicht ein Schmelztiegel, der mit groben Werkzeugen geformt wurde. Man kann sich vorstellen, dass die Diplomaten während der Abstimmung im Sicherheitsrat in ihren edlen Anzügen saßen und sich sagen mussten: "Wir haben es geschafft!" Ja, sie hatten etwas ratifiziert, das in der gedruckten Form beeindruckend aussah. Doch in der dreckigen Realität Afghanistans war das eine andere Geschichte.
Der Sieg des Votums war viel Lärm um nichts. Ein Dokument allein reicht nicht aus, um eine komplexe geopolitische Situation zu verändern. Diese Resolution sollte dabei helfen, demokratische Institutionen in Afghanistan zu etablieren. Doch spätestens zwei Jahrzehnte später im August 2021 wurde überdeutlich, dass dies nicht von Erfolg gekrönt war. Und so kreiste der Berg, um eine Maus zu gebären. Die Taliban übernahmen wieder, und man konnte nur noch höhnisch lächeln, wenn Funktionäre von ihren plumpen Versuchen sprachen, Demokratien zu implementieren, die in Europa nicht einmal richtig funktionieren.
Wenn man an die UN-Resolutionen und ähnliche Verlautbarungen denkt, die regelmäßig aus hehren Absichten hervorgehen, so müssen Fragen nach der Wirksamkeit und der Realität dieser Sabotagekonstrukte gestellt werden. Könnte es sein, dass solche Vorstöße vielmehr den winzigen Bruchteil internationaler Prestigeprojekte bedienen, als tatsächlich greifbare Resultate zu liefern? Staatlichkeit kann nicht durch Papierkram erzeugt werden, genauso wenig wie ein hungriger Löwe durch eine Leinwand gemalt werden kann.
Letztendlich bleibt Resolution 1401 ein Symbol für den großen Unterschied, den es gibt zwischen dem, was politisch möglich scheint und dem, was in der Praxis umgesetzt werden kann. Während einige weiterhin optimistisch bleiben möchten, dass Papier Frieden stiften kann, wissen die Realisten, dass das nur in Märchen funktioniert.