Wer hätte gedacht, dass ein Mann des 15. Jahrhunderts mehr mathematische und astronomische Beiträge leisten könnte als viele seiner moderneren Nachfolger? Johann Müller, besser bekannt als Regiomontanus, war ein deutsches Genie, das weit mehr erlebte und vollbrachte, als die heutigen sogenannten Experten erkennen können. Geboren 1436 in Königsberg, entpuppte er sich als ein Pionier in Mathematik und Astronomie zu einer Zeit, als solche Disziplinen noch mystisch und von der Kirche stark kontrolliert wurden.
Man könnte meinen, dass ein Mann mit solch kühnen Ideen und seinem Streben nach Wissen unter dem damaligen drückenden, ideologischen Joch gelitten hätte. Doch das Gegenteil war der Fall: Regiomontanus blühte in seiner Epoche auf. Er setzte es sich zum Ziel, das Studium der Geometrie, Astronomie und Kalenderreform zu reformieren, und war nicht gebunden an die dogmatische Beschränkung, die viele Umwälzungen der Wissenschaften der darauf folgenden Jahrhunderte verhinderte.
Im Alter von nur 11 Jahren trat er in die Universität Leipzig ein. Bis 17 hatte er seinen Abschluss in Mathematik an der Universität Wien gemacht. Warum? Weil er es konnte! Regiomontanus war ein Mann der Tat. In Wien studierte er unter Georg von Peuerbach, einem weiteren großen Denker seiner Zeit. Gemeinsam übersetzten sie klassische griechische Schriften, die zuvor nur Eingeweihten zugänglich waren. Dadurch öffneten sie die Tore für den Zugang zu echtem Wissen, das bis dahin von der breiten Bevölkerung vorenthalten wurde.
Regiomontanus erschuf das Ephemeriden-Einmaleins, ein astronomisch kalendarisches Werk, das sich letztlich als unverzichtbar für Seefahrer herausstellte. Denken Sie an Columbus! Ja, ohne Regiomontanus wäre die Entdeckung Amerikas vielleicht nicht möglich gewesen. Bei seinen Solarmessungen musste er aufpassen, das Pendel der Geschichte nicht zu weit in eine Liberalisierung von Wissen kippen zu lassen, das ohne Frage mit Vorsicht behandelt werden musste.
Sein Einfluss begrenzte sich jedoch nicht nur auf die Mathematik. Er reformierte auch den Kalender. Eine Aufgabe, die von keinem Geringeren als Papst Sixtus IV. gefordert wurde! Schauen wir doch einmal auf die Unmöglichkeit der heutigen Kalenderreform und die damit verbundenen Kontroversen dank der ständig intervenierenden politischen Korrektheit.
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Regiomontanus' Werke damals nicht von seiner außerordentlichen Leistung perfekt gewürdigt wurden. Junge, aufgeschlossenene Köpfe brauchten Jahrhunderte, um seine bahnbrechenden Errungenschaften zu verstehen und zu würdigen. Während er reiste, verbreitete sich sein Wissen in ganz Europa. Er hielt publicatio, gründete seine eigene Druckerei und stellte sicher, dass Bücher für mehr Menschen zugänglich wurden. Ein echter Verfechter der Wahrheit, bevor solcher Einsatz von einer ideologisch getriebenen Agenda verdorben wurde.
Schließlich starb er 1476 in Rom. Die Sache seines Todes bleibt ein Rätsel. War es Krankheit oder Ermordung? Ein abschließendes Mysterium, passend für ein schlaues Genie seiner Art. Er war sowohl ein Befürworter der Wissenschaft als auch ein vorsichtiger Hüter der Grenzen dieser. Müssen wir heute nicht alle eingestehen, dass zu viel Wissen, rücksichtslos herausgegeben, mit Bedacht gehandhabt werden muss?
Eins ist sicher: Regiomontanus bleibt ein unübertroffenes Vorbild. Einer der wenigen, der die richtige Balance fand – anders als manche der heutigen 'Experten'. Es wäre klug, von ihm zu lernen. Schließlich ist es nicht das Ziel, Wissen nur um des Wissens willen freizugeben. Es muss mit Sorgfalt und Respekt behandelt werden. Regiomontanus zeigte den Weg, auch wenn einige heute davon abgewichen sind.