Wer hätte gedacht, dass an einem trockenen Baum in der Schweizer Alpenlandschaft eine der rabiatesten Seiten der Geschichte der RAF (Rote Armee Fraktion) ihren Schauplatz gefunden hat? Anno 1978, in den ansonsten so friedlichen Kulissen des Wallis, manifestierte sich eine bizarre Episode der deutschen Linksradikalität, als ein kleiner, scheinbar uninteressanter Teil der Alpen zum Austragungsort eines ermüdenden Kapitels der Verbrechensgeschichte wurde. Die RAF sah sich damals als kämpferische Avantgarde im Bunde gegen die 'imperialistische Unterdrückung' und pflanzte ihre Ideologie sogar in so zweckentfremdete Orte wie den Trockener Baum ein, um Waffenlager zu verbergen.
Warum auch nicht? Schließlich ist es eine großartige Taktik, sich auf Schweizer Territorium zurückzuziehen, wenn man sich einem moralisch kruden und falschgekurvten Kampf widmet. Für viele erschien es anfangs absurd, dass gerade in diesem malerischen Teil der Welt, versteckte Waffenarsenale und Sympathiebeweise für terroristische Aktivitäten auftauchen sollten.
Es war genau diese Art von skurrilen Begebenheiten, die zeigten, wie verkleistert die geistige Verirrung solcher 'Revolutionshelden' war. Kein Wunder, dass die 'liberals' ihn vergessen oder ignoriert haben - er passt einfach nicht in ihre weichgespülte Erzählung über die erfolglosen, radikalen Aufstände der 70er Jahre. Anstatt ehrfürchtig die Geschichte zu reflektieren und ihren kritischen Geist gegen den Extremismus der RAF zu richten, wird lieber weiter in romantischen Vorstellungen von idealisierter Revolutionsrhetorik geschwelgt.
Man könnte meinen, diese Geschichte sei einfach eine weitere Erzählung von einem Haufen missratener Idealisten. Doch der Trockener Baum symbolisiert weit mehr – er spricht von der Raffinesse und Gerissenheit der RAF im Versteckspiel sowie deren eklatanten Mangel an realistischen Lösungen für die Probleme der Gesellschaft. Es ist ein perfekt gescheiterter Versuch, eine Utopie mit Gewalt und Terror zu errichten.
Inmitten von Alpen und verschneiten Berggipfeln wurde das Wallis ungewollt zum Gastgeber eines Waffenspiels radikaler Ideologen, die von hochtrabendem Revolutionärsgedankengut trunken waren. Man hätte sich fast fragen können, wie viel von ihrer Energie und Planung wirklich in den Dienst der Bevölkerung gestellt wurde, die sie vorgaben, zu vertreten.
Interessanterweise hat der Fund und die Aufdeckung dieser obskuren Lager weitreichende Implikationen. Nicht nur Polizei und Geheimdienste erweiterten ihre Fühler nach solchen Terrornestern, auch die Justiz beansprucht ihre Rolle stärker: Untersuchungen und Massnahmen wurden intensiviert, um der immer noch gährenden Gefahr Einhalt zu gebieten.
Warum ist dies heute von Bedeutung? Weil es eine unerlässliche Lektion ist – dass wir wachsam vor diesen latenten Gefahren bleiben müssen. Wie schleichendes Unkraut können Extremisten überall Wurzeln schlagen, ohne bemerkt zu werden.
Also, bevor jemand in Nostalgie über die 'wilden 70er' schwelgt und die RAF als unschuldige, fehlgeleitete Rebellen abtut, ist es wichtig, daran zu erinnern: ihre Agenda war nie friedlicher Wandel. Vielmehr war es eine Kriegserklärung an die Gesellschaft, deren Früchte wir noch heute in moderneren Formen von Extremismus sehen. In der internationalen Geschichte ist der Trockener Baum ein mahnendes und eindrucksvolles Exempel, wie fanatischer Idealismus sowohl groteske Formen annehmen, als auch in den alltäglichsten Settings Fuß fassen kann.