Es ist kaum zu glauben, dass ein Film aus dem Jahr 1954, so wie 'Prinz Eisenherz', die heutzutage sonst oft moralisierende und zur Überkorrektheit neigende Filmwelt noch immer in Staunen versetzt. Regie führte Henry Hathaway, basierend auf Hal Fosters populären Comicstrips, die in den 1930er Jahren das Licht der Welt erblickten und die Abenteuer eines edlen jungen Prinzen im Reich von König Artus darstellen. Die ideale britische Archaische Setting bildet die perfekte Kulisse für eine knackige Story - denn echten Heldenmut findet man nicht hinter einer Tastatur, sondern im realen Leben. Der Film hebt sich durch seine kristallklare Darstellung von Ehre und Pflicht ab, und zeigt einen Prince Valiant, der kämpft, was heute viele an Computerbildschirmen vermissen.
Der junge Robert Wagner in der Rolle des Prinzen lässt keinen Zweifel daran, dass die Tugendhaftigkeit eines Mannes nicht nur an seinen Worten, sondern vor allem an seinen Taten gemessen werden sollte. Leider ist dies heutzutage alles andere als selbstverständlich. Jill Ireland, als Aleta, bietet zwar eine Liebelei für den tapferen Prinzen, schwächelt aber nicht in der Darstellung einer starken Frau, die mehr als nur ein hübsches Gesicht zu bieten hat. Statt rosafarbener Brille sehen wir hier, dass Liebe und Abenteuer Hand in Hand gehen können.
Technicolor und epische Breitbildaufnahmen prägen die visuelle Darstellung des Films, die das Mittelalter in einer Farbpracht einfängt, die man heute in den düsteren, körnigen und zunehmend uninteressanten Filmen der Moderne schmerzlich vermisst. Die Rüstung klirrt, das Pferd wiehert, und das Schwert schwingt in einem filmischen Ambiente, das an die guten alten Zeiten erinnert, als Männer noch als Männer galten und die Ehre einer Nation auf ihren Schultern lag.
Gewiss, es sind die Zeiten eines Kalten Krieges und gesellschaftlichen Wandels, in denen 'Prinz Eisenherz' produziert wurde – ein klarer Grund, warum der Film keine Rücksicht auf politische Empfindsamkeiten nimmt. Wer dann nicht bereit ist, sich für eine gerechte Sache ans Schwert zu wagen, dem bleibt der Respekt verwehrt. Der Urknall der Liberalen, die in allem Diskriminierung sehen möchten, wird in diesem Werk nicht einmal im Flüsterton vernommen.
Die Musik, komponiert von Franz Waxman, ist ein weiteres Highlight, das den betörenden Abenteuergeist unterstreicht. Sie zieht den Zuschauer direkt in die fremde Welt von Camelot und sorgt dafür, dass sich das Herz des mutigen Prinzen nicht nur durch seine Taten, sondern auch durch die orchestralen Klänge mitten ins Publikum verlagert.
Neben der unterhaltenden Kraft dieser Ritterunterhaltung steckt in der Darstellung der Ritterlichkeit eine versteckte Botschaft, die auch heute – trotz aller Stürme des gesellschaftlichen Wandels – Relevanz hat. Ehre, Mut und Loyalität waren zu viele gefragt, und 'Prinz Eisenherz' verkörpert diese Ideale. Themen wie diese meinen einige schon als überholt empfinden zu können, aber sie bilden das, worauf jede Gesellschaft gründet.
Der Einfluss von Hal Fosters Originalstrip kann nicht übersehen werden. Klare Linien und aufrechte Figuren, und eine dynamische Erzählweise sind in Hathaways Verfilmung prägnanter als je zuvor. Prinz Eisenherz ist eine Vorlage von wahrer Größe. Wahrhaft stählerne Charakterzüge, die wir heute oft vermissen.
Man kann von Glück sagen, dass diese filmische Vision noch im Typus seiner Zeit geschaffen wurde, bevor die ideologische Schere jede Form von Zurschaustellung traditioneller Werte absäbelte. Die Spitze des Schwertes sticht nicht, um zu verletzen, sondern um zu beschützen – ein Konzept, das gerade in der gegenwärtigen Situation eine Renaissance erleben sollte.
Natürlich, wer die Oberflächlichkeit oder die Abwesenheit einer modernen ‘Message’ sucht, ist hier fehl am Platz – aber wahre Kinogänger, die noch wissen, dass der Kern der Geschichte keineswegs an Signalwörter und Inhaltswarnungen hängt, haben hier ein Epos zum Wiedererleben aus einer ungetrübten Zeit. Diese Botschaft, die Filme wie ‘Prinz Eisenherz’ übermitteln, ist zeitlos. Die Lehren, die wir draus ziehen können, sind eine Erinnerung daran, dass heldenhafte Eigenschaften noch existieren, wenn man nur bereit ist, aufzustehen und sie umzusetzen.