Plus Pool klingt wie etwas aus einem futuristischen Sci-Fi-Film, ist aber tatsächlich eine fast verrückte Realität mitten in New York City. Es ist ein schwimmender Pool, der buchstäblich im East River sitzt, erdacht von einer Gruppe ehrgeiziger Design-Hippies, die behaupten, einen umweltfreundlichen Swimmingpool für die Großstadt zu bauen. Angeblich soll dieser Pool das Flusswasser filtern, um ein sauberes Badeerlebnis zu bieten. Klingt erstmal lobenswert, oder?
Doch lassen Sie sich nicht täuschen. Während Plus Pool vielleicht süß aussieht und so klingt, als würde es die Welt retten, kratzt man ein wenig an der Oberfläche, sieht die Realität anders aus. Die Idee wurde 2010 von einer Gruppe von Designern und Ingenieuren, einschließlich dem Architekturkollektiv Family New York und dem Designstudio PlayLab, ins Leben gerufen. Das Coolness-Fieber ließ die Idee, ein riesiges 200 x 200 Fuß großes Kreuz im Wasser zu installieren, nicht sterben. Leider ist es bis heute überwiegend ein PR-Stunt und weniger ein funktionales Flusswasserreinigungssystem.
Optimisten könnten behaupten, das Projekt sei das plakative Symbol für den Kampf gegen Umweltverschmutzung in urbanen Gewässern. Doch oft sind diese Träumereien bloß ein weiteres, übertrieben romantisiertes Großstadtprojekt: hohe Kosten, wenig wirkliche Umsetzung erfolgreicher Umweltverbundenheit. Die Durchführung eines solchen Projekts erfordert Milliarden, die besten Konstruktionsexperten der Welt, und ein rechtliches Einverständnis — Faktoren, die hier nicht wirklich zusammenkommen.
Werfen wir einen nüchternen Blick auf das Projekt und einige seiner weniger beachteten Aspekte. Erstens bekommen wir gezeigt, was im liberalen Hinterhof geschieht: Projekte, die oft einfach nur schön aussehen oder gute Absichten haben, erhalten reihenweise Gelder und Unterstützung. Aber ob sie tatsächlich nennenswerte Auswirkungen auf die Verbesserung der Wasserqualität haben, bleibt schleierhaft. Warum sollte man Unsummen in ein scheinbar futuristisches, utopisches Projekt stecken, dessen Nutzen noch nicht bewiesen ist?
Zweitens, statt rigoros mit neuster Technologie und anerkannter Wissenschaft vorzugehen, scheint Plus Pool mehr die Laune von Künstlern und Träumern zu sein. Ein Pool, der als ikonisches Symbol gegen Wasserverschmutzungen gedacht ist, aber dabei anscheinend die eigentliche Funktionalität vergisst. Man könnte fast meinen, die Filtermechanismen des Pools nutzen sich mehr beim Versuch ab, die Publicity schnell zurückzubekommen, als tatsächlich sinnvoll Wasser zu filtern.
Drittens wäre da noch der kleine Aspekt der rechtlichen Bestimmungen. In einer der am stärksten regulierten Städte der Welt etwas im Wasser zu installieren, ist keine kleine Aufgabe. Der Widerstand der Behörden gegenüber einem solchen Projekt ist nicht überraschend: Es gibt immerhin gute Gründe, Hotels zu reglementieren, die stattdessen in ordnungsgemäßen Pools als Schwimmstätten investieren können, und nicht in ein riesiges mechanisiertes Linsendorf im East River.
Hinzu kommt das allseits bekannte Problem des Massenverkehrs. New York hat eine beachtliche Bevölkerungsdichte. Ein Projekt wie Plus Pool könnte mehr Menschen anziehen, als ihm letztlich gut tun würde. Eng gesteckte Flächen, noch angezogen von der leuchtenden Architektur des Pools, könnten die Umgebung mehr sabotieren als unterstützen.
Plus Pool kann als Paradebeispiel für den Sadismus in der modernen Architektur angesehen werden. Zwar konnten durch den Einsatz von Technologien und innovativen Ideen viele Klimaprobleme gelöst werden, aber Ultra-Haltung allein löst keine realen Umweltprobleme. Keine Frage, intelligente Investitionen in innovative und nachhaltige Technologien sind eine Notwendigkeit. Doch die Verlockung kreativer, aber letztlich ineffizienter und unpraktikabler Projekte wie Plus Pool könnte den Fokus in die Irre leiten.