Pegasus Airlines Flug 2193: Verpasste Landung und die Lektionen, die niemand lernt

Pegasus Airlines Flug 2193: Verpasste Landung und die Lektionen, die niemand lernt

Der dramatische Vorfall von Pegasus Airlines Flug 2193 in Istanbul wirft ernste Fragen über Luftfahrtsicherheit und menschlichen Fehler auf, die in fehlerhafter Panikpolitik gefangen sind.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Wenn man einen Flugplan schreibt, der in einem dramatischen Landeunfall endet, denkt man an Hollywood, nicht an einen ganz normalen Wintertag in Istanbul. Am 5. Februar 2020 verlor Pegasus Airlines Flug 2193 auf tragische Weise die Kontrolle auf der Landebahn des Sabiha Gökçen Flughafens. Mit 183 Menschen an Bord endete der Flug von Izmir in einem schockierenden Zwischenfall - das Flugzeug rutschte von der Landebahn, teilte sich in drei Teile und entfachte eine Diskussion über die Sicherheit im Luftverkehr, die weit über den Flughafen hinausgeht. Zeiten wie diese werfen einen kalten Schatten auf die Piloten, die Crew und die Passagiere, die plötzlich feststellen müssen, dass ein Routineflug schnell zu einem Albtraum werden kann.

Man müsste meinen, die Verantwortlichen hätten aus ähnlichen Vorfällen wie diesem gelernt, doch wie oft werden die immer gleichen Fehler gemacht, während die vermeintliche Hochsicherheitskultur dekadent vor sich hin schlummert? Ein grundlegender Faktor in diesem Missgeschick war das schlechte Wetter. Starkregen und heftiger Wind tobten über dem Flughafen und stellten nicht gerade die besten Bedingungen für eine Landung dar. Und doch: Wie oft haben wir es schon erlebt, dass Flüge bei schlechten Witterungsbedingungen starten und landen, weil Zeitpläne und Buchungen wichtiger erscheinen als die Sicherheit? Wenn man auf den Kosten-Nutzen-Faktor der Luftfahrt schaut, wird einem klar, dass Profitabilität meist vor dem Menschenverstand rangiert.

Fehler sind menschlich, ja, aber kommt hier nicht eine weitere Ebene der Verantwortung ins Spiel? Wenn die Sicherheit an letzter Stelle steht, müssen wir dann die Frage stellen, ob das liberale Credo des ungezügelten Fortschritts der Technologie über dem Schutz individueller Leben steht? Fraglich ist auch, welche Rolle die verantwortlichen Behörden spielen. Gilt hier das Prinzip Hoffnung oder kosteneffiziente Verwaltung?

Bleiben wir bei der Frage, wer die Verantwortung trägt. Sind es die Piloten, die während der kritischen Phase den Überblick verlieren? Es scheint fast wie ein Kampf David gegen Goliath, bei dem die Besatzung auf unsichtbare Kräfte zu treffen schien. In diesen bedeutungsvollen Minuten: Wird die richtige Entscheidung getroffen oder wird sie vom Druck der tickenden Uhr überschattet?

Das absurde Drama der Politik rund um den Flug kann einen zum Grübeln bringen. Wer kontrolliert hier tatsächlich die Luftfahrtstandards, und wird die reale Gefahr durch symbolische Geste à la Ablenkungsmanöver kaschiert?

Immervoran treiben wir diesen Mythos der Unbesiegbarkeit der modernen Technik, während uns die Realität ereilt - das am Boden liegende Wrack eines Jets, der eigentlich fliegen soll. Man spricht von der Überlegenheit menschlichen Erfindungsreichtums und ignoriert ganz bewusst die Folgen des Ignorierens natürlicher Bedingungen.

Der Flugzeugsektor mag ein Moloch profitabler Interessen sein, der sich im Namen des Konsumenten als Robin Hood präsentiert, doch der weise Mensch hinterfragt, ob das Alter Ego dieser Unternehmen nicht doch die Sicherheit glatt vernachlässigt. Die Diskrepanz zwischen öffentlicher Darstellung und hinterlistiger Realität könnte nicht größer sein.

Verantwortung: ein ständig im Wandel begriffenes Wort, ein Synonym für das, was man tut, wenn niemand zusehen kann. Würden regulierende Behörden stärker eingreifen, und seien wir ehrlich, tun sie es tatsächlich? Oder sehen wir dasselbe Politiker- und Bürokratengetümmel, das Sicherheit in Statistiken und Umfragen misst?

Die immer wiederkehrende Frage bleibt offen, warum sich unglückliche Geschichten wie diese zu wiederholen scheinen. Ein Etikettenschwindel der Versprechen, die alle dafür bezahlt haben, die letztlich abgestürzt sind. Fußzeilen an mehr Last zu tragen als das, was sie ausführen können, wird diese Frage in Zukunft noch öfter gestellt werden, wenn wir so weiter machen.

Ein kurzer Blick auf die Geschichte verrät, dass man sich schon oft, wohl zu oft, getroffen hat, um zu plänkeln, sich darauf zu beschränken, zahllose Konzepte zu entwickeln, die ein für alle Mal die Sicherheit gewährleisten sollten. Doch am Ende bleibt alles beim Status Quo. Passagiere gehen an Bord eines Flugzeugs und hoffen auf das Beste. Was uns dieser Vorfall lehren sollte, ist, weiterhin kritisch zu bleiben und wirklich Verantwortung zu fordern, damit es vielleicht eines Tages nicht nur Theorie bleibt.