OneChanbara: Vom Trash-Kult zur Kulturschande

OneChanbara: Vom Trash-Kult zur Kulturschande

'OneChanbara', ein japanischer Trash-Film von 2008, setzt Maßstäbe im Bereich der absurd-entertainenden Zombie-Schlachten mit sexy Schwertkämpferinnen. Politisch inkorrekt und gnadenlos abgefahren, bietet er eine willkommene Abwechslung im Meer der Feinfühligen.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Die Welt des Films ist voller Überraschungen, und wenige sind so exzentrisch wie 'OneChanbara'. Dieser japanische Film aus dem Jahr 2008 entführt uns in ein post-apokalyptisches Setting, das von Zombies und schwertschwingenden Damen beherrscht wird. Basierend auf einem berüchtigten Videospiel, wagt sich der Film in Bereiche, die den linken Gutmenschen die Haare zu Berge stehen lassen könnten.

Wer hätte gedacht, dass ein solcher Kultfilm aus dem simplen Konzept eines Bikinis und eines Samurai-Schwerts entstehen könnte? Schockierend. Doch die Begeisterung, die dieser Film auf Festivals und bei Fans von Trash-Filmen hervorrief, ist kaum zu leugnen. Vielleicht ist es die unverhohlene Lust am Absurden, die Zuschauer in ihren Bann zieht, oder einfach das gnadenlose Zuschauen, wie Zombies abgeschlachtet werden, was manchen als ultimative Entspannung erscheinen mag.

Nun dürfen wir nicht vergessen, dass der Film im Jahr 2008 erschienen ist, eine Zeit, in der die Welt wohl noch etwas robuster war. Humor und Geschmack waren damals nicht so dünn gesät. Die Protagonistin Aya, grandios porträtiert von Eri Otoguro, zieht durch das verödete Japan, begleitet von ihrer Schwester Saki. Zusammen liefern sie Kämpfe, die an die Serie 'Kill Bill' erinnern, jedoch mit weniger Tiefgang und mehr Trash-Charme.

Ort der Handlung ist ein düsteres, verlassenes Japan – perfekt, um die eigene Apokalypse-Checkliste abzuarbeiten. Die Ästhetik des Films ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass manchmal weniger mehr sein könnte. Einfach ausgedrückt: Es sieht oft billig aus, aber genau das ist das Markenzeichen, das viele anzieht. Es erinnert uns an die guten alten Zeiten, in denen Filme keine Millionensummen brauchten, um eine eingeschworene Fan-Gemeinde zu gewinnen.

Was 'OneChanbara' jedoch besonders herausstechen lässt, ist seine bemerkenswert unverschämte Herangehensweise an Geschlechterrollen. Womit traditionelle Gesellschaften Jahrhunderte ihrer Kultur bewahrt und geformt haben, pulverisiert dieser Film in knapp 90 Minuten. Modern betrachtet, würden die feministischen Wachtposten im Netz vermutlich Schnappatmung bekommen bei dem Anblick von Frauen, die in knappen Outfits gegen das Böse kämpfen und das ganz ohne die Moralkeule in der Hinterhand.

Abseits von politischen Korrektheiten bietet dieser Film einfach unverhüllte Unterhaltung – etwas, das im heutigen Politdiskurs gerne übersehen wird. Er weckt diese nostalgischen Gefühle der Freiheit und Kreativität, die heute oft dem Druck der PC-Polizei zum Opfer fallen. Diese Art von Filmen gibt es leider immer seltener, weil die Kulturwelt vom Applaus der liberalen Klatscher gefangen gehalten wird.

Natürlich kann der Film nicht als cineastisches Meisterwerk gelten. Die Effekte sind vorhersehbar, und das Drehbuch könnte glatt aus einer Seifenoper stammen. Doch genau darin liegt der Charme – als würde man einer Oper aus der dritten Reihe zusehen, Fernseher auf volle Lautstärke und Popcorn in der Hand. Ein Film, der dem Zuschauer erlaubt, den Geist ruhen zu lassen und einfach rein an der Absurdität des Lebens teilzuhaben.

'OneChanbara' trägt das Prädikat 'so schlecht, dass es schon wieder gut ist'. Dabei schafft er es, sowohl als Zeitdokument seines Genres als auch als perfekte Illustration der Herausforderung, vor der Filmschaffende heute stehen, zu existieren. In einer Welt, in der politischer Druck und Zensur Filme harmonisieren wollen, bietet dieser Film einen erfrischenden Blick auf die unverschämte Einfachheit der Filmkunst.

Zusammenfassend lässt sich sagen: 'OneChanbara' ist nichts für schwache Nerven oder für jeden geeignet, der seinen Filmschrank nach intellektuellen Glanzstücken sortiert. Aber für jene, die keine Angst davor haben, sich dem Unkonventionellen zu stellen, bietet er eine willkommene Flucht aus dem tristen Alltag. Hier wird noch das Recht zu unterhalten gefeiert – und nicht jede erzählerische Fehlleistung als persönlicher Angriff auf die Intelligenz der Zuschauer betrachtet.