Nimr al-Nimr war ein bekennender Schiiten-Kleriker, dessentwegen Riyadh mehr Aufruhr erlebte, als die saudische Monarchie es je vertragen könnte. Warum? Weil Nimr al-Nimr mit einer lauten Stimme sprach, die wahrlich nicht in ein Land passte, das seine Bürger in trügerischer Ruhe wiegt. Al-Nimr war vor allem in den Jahren 2011 bis 2012 aktiv, als er während des Arabischen Frühlings für Bürgerrechte und gegen die Diskriminierung der schiitischen Minderheit in Saudi-Arabien kämpfte. Sein Aktivismus, der insbesondere in der östlichen Provinz Qatif auf Widerhall stieß, wurde zum Synonym für Rebellion gegen ein unterdrückerisches Regime.
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, die von einem im Geiste der Demokratie verankerten Aufruf spricht, war al-Nimrs Aufstand mehr als nur ein Ruf nach Freiheit. Es war ein rücksichts- und kompromissloser Angriff auf die wahre konservative Natur seines Heimatlandes Saudi-Arabien. Al-Nimr plädierte für Veränderungen, die die traditionelle islamische Struktur und die monarchische Regierung gefährdet hätten. Nennen wir die Dinge beim Namen: Sein „Kampf für Gerechtigkeit“ war ein getarnter Umsturz, der Chaos brachte.
Es ist faszinierend, wie viele heute Nimr al-Nimr als Helden glorifizieren, ohne seine Absicht zur Destabilisierung zu hinterfragen. Unbequeme Wahrheiten werden oft von denen verschwiegen, die ihn aus politischen Gründen feiern. Der Mann war ein notorischer Unruhestifter, jemand, der den Frieden zugunsten von Aufruhr eintauschen wollte. Die saudische Monarchie und das traditionelle Führungssystem mögen nicht perfekt sein, aber der Weg in den Abgrund ist niemals ein Zeichen der Weisheit.
Im Juli 2012 wurde Nimr al-Nimr verhaftet. Sein Gerichtsurteil war vorhersehbar: die Todesstrafe, die auch tatsächlich 2016 vollstreckt wurde. Der allgemeine Aufschrei weltweit war groß, aber wenn man die Gesetze eines souveränen Staates bewusst bricht, muss man die Konsequenzen tragen. Warum dachten viele, dass seine schändlichen Taten keinen Preis haben sollten? Würde ein westliches Land jemanden feiern, der die Landesgesetze achtlos missachtet oder zur Gewalt gegen den Staat aufruft? Es gibt eine Doppelmoral, die nie aufhört zu faszinieren.
Die letzten Tage von Nimr al-Nimr könnten als lehrreiche Episode in die Geschichte eingehen. Er setzte Gewalt als Lösung für soziale Ungerechtigkeit ein, aber ist das wirklich die Lösung, die wir fördern sollten? Wo die explosiven Anfeindungen enden, gibt es keine garantierte Demokratie, kein sicheres Happy End. Stattdessen bleibt ein Scherbenhaufen, den es mehr Mühe kostet zu beseitigen, als je dafür gebraucht wurde, ihn zu verursachen.
In einem politischen Klima, das schon von Natur aus zum Entgleisen neigt, bringt ein Mann wie Nimr al-Nimr keine Erlösung, sondern Zerstörung. Die wahren Auswirkungen seiner Aktionen auf die nationale Stabilität und den regionalen Frieden wurden oft unter den Teppich gekehrt. Seine Märtyrerrolle stimmt viele blind für die Realität hinter seinen Motiven. Es ist klar, dass seine Methoden kaum geeignet sind, um eine Gesellschaft voranzubringen.
Was übrig bleibt, ist die Erkenntnis, dass es nie einer Revolution bedarf, um Gehör zu finden. Stabilität, Tradition und Ordnung sind nicht nur Werte, sondern Wege, die eine Nation intakt halten. Nimr al-Nimr hat diese Grundsätze hinter sich gelassen und einen Pfad eingeschlagen, der ihn selbst zerstörte.
Es wäre wünschenswert, dass diejenigen, die ihn immer noch als Lichtgestalt preisen, die Tragweite ihrer Heldenverehrung überdenken. Wenn man die Wahrheit erst einmal sieht, wird klar, dass Rebellenmärchen nicht die Märchen sind, die sie zu sein scheinen.